In der mischbar fühlt man sich wohl. Die Einrichtung ist modern, der Service ist immer freundlich und im Hintergrund läuft leise Musik. Das Beste sind aber die Produkte: Säfte, Salate, Suppen und Bagels mit Aufstrich – alles frisch, alles gesund. Genau das ist auch der Anspruch, den Inhaber Chris?toph Haberl an seine mischbar hat: »Ich wollte eine Alternative zum klassischen Fastfood anbieten. Ein gesundes Mittagsangebot für Leute, die mal was anderes wollen als Burger, Bratwurst und Co.«
Auf die Idee kam Christoph noch während seines BWL-Studiums. Zwischen seiner letzten Klausur und der Diplomarbeit hat er sich eine Auszeit genommen und war für ein Jahr in Australien. »Mir sind die Saft- und Smoothie-Bars aufgefallen, die es dort an jeder Ecke gibt. Im Gegensatz zu den meis-ten Läden in Deutschland wird da auf Bestellung jeder einzelne Saft frisch zubereitet.« Nachdem Christoph ein paar Wochen in einer Saftbar gejobbt hat, um hinter die Kulissen zu schauen, hat er zum ersten Mal mit dem Gedanken gespielt, etwas in der Art in Deutschland aufzubauen.
Zurück in der Heimat hat ihn dieser Gedanke nicht mehr losgelassen. »Während meiner Diplomarbeit – die sich praktischerweise mit dem Thema ‘Franchising junger Unternehmen’ auseinander setzte – habe ich mit meiner Freundin Betty immer weiter überlegt, wie man das Saftbar-Modell bei uns umsetzen könnte.« Nach einem langwierigen Prozess stand dann das Konzept der mischbar: »Wir wollten keine reine Saftbar, sondern einen Laden, in dem die Kunden schnell und unkompliziert von einem freundlichen Service mit frischem und gesundem Essen versorgt werden.«
Eineinhalb Jahre nach den ersten ernsthaften Überlegungen stand also fest, dass Christoph die Existenzgründung wagen würde. »Meine Freunde fanden das sehr mutig, aber ich habe mir gedacht: Lieber direkt nach dem Studium versuchen – wenn’s schief geht, habe ich nicht so viel aufs Spiel gesetzt, zumindest keine bereits gefestigte Exis-tenz.« Also hat Christoph noch einmal alles genau durchdacht und kalkuliert – und einen 40-seitigen Business-Plan an seine Bank geschickt. »In der Gas?-tronomie ist es eigentlich ziemlich schwierig, ein Finanzierungs-OK von der Bank zu bekommen. Aber ich konnte meinen Berater sehr schnell überzeugen.« Um einiges schwieriger war es, einen geeigneten Standort zu finden: »Die Vermieter wollten weder einen gastronomischen Betrieb noch einen Existenzgründer…« Nach zähen Verhandlungen konnte er dann doch überzeugen – und die mischbar im Juni 2007 im Herzen von Nürnberg eröffnen.
Seitdem ist harte Arbeit angesagt. An einem ‘normalen’ Arbeitstag steht Christoph um sieben Uhr auf dem Großmarkt und kauft Obst und Gemüse. Danach geht’s direkt in die mischbar, bis 20 Uhr arbeitet er im Service, nebenbei erledigt er den Bürokram. Dann wird geputzt, meist bis 21:30 Uhr. »Manchmal habe ich einen halben Tag frei«, erzählt der 30-Jährige, »aber generell ist es noch sehr arbeitsintensiv.« Christoph ist froh, dass er auf Unterstützung zählen kann. Vor allem seine Freundin Betty stand ihm von Anfang an mit Rat und Tat zur Seite, ob beim Marketingkonzept, der Locationsuche oder hinter der Theke. Mittlerweile hat Chris?toph auch einen Festangestellten: »Phil hat von einer Bekannten von der mischbar erfahren. Er fand das Konzept so überzeugend, dass er direkt nach Nürnberg gezogen ist!« Zum mischbar-Team zählt auch Melanie, die aushilft, wenn es brennt.
Ob sich das Ganze finanziell lohnt, kann Chris-toph noch nicht sagen. »Momentan steckt sehr viel Arbeit drin und am Ende des Monats bleibt so gut wie nichts. Aber das ist am Anfang einer Existenzgründung immer so.« Belohnt wird er trotzdem, nämlich von seinen Gästen: »Wir haben schon viele Stammkunden und das sehe ich definitiv als Indiz dafür, dass die Idee gut ankommt und die Qualität passt!« Und deshalb will er langfristig auf jeden Fall auch weitere Filialen eröffnen.
Studenten, die selbst mit einer Existenzgründung liebäugeln, rät Christoph, vorher intensiv am Geschäftskonzept zu feilen. »Ich glaube, viele scheitern daran, dass sie schlampig kalkuliert haben…« Ansonsten sollte man sich bewusst sein, dass man anfangs auf so ziemlich alles verzichten muss – man hat keine Freizeit und kein Geld. Trotzdem ist Christoph überzeugt: »Mit Durchhaltevermögen und der richtigen Arbeitseinstellung kann man es schaffen!«
INFO:
Das komplette Sortiment der mischbar ist frei von Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern. Der Kaffee kommt aus Indien – natürlich fair trade und bio.
Infos und Speisekarte findet ihr unter: www.mischbar.net
Keine Kommentare
Du hast einen Artikel gelesen und möchtest dazu unbedingt etwas loswerden – vielleicht Lob, Kritik oder Anregungen? Kein Problem! In unserem Blog kannst du selbst aktiv werden, Diskussionen anregen und uns an deinem Wissen teilhaben lassen. Sobald du dich eingeloggt hast, kann's losgehen!
LogIn I Neu anmelden >