Ausbildung zum Fotografen

'Und es hat Zoom gemacht!'

Warum hast du dich gegen ein Studium und für eine Ausbildung zum Fotografen entschieden?
»Ich habe vor dieser Ausbildung zweimal angefangen zu studieren – das erste Mal mit 17 in meinem Geburtsland Kasachstan. Damals habe ich Journalismus studiert. Mein zweites Studium, Deutsch und Geschichte auf Lehramt, war dann in Deutschland, nachdem mein Abitur anerkannt worden war. Nach diesem zweiten Versuch ist mir klar geworden, dass ein Studium nichts für mich ist, da es meiner Meinung nach zu theoretisch aufgebaut ist. Im Gegensatz dazu ist eine Ausbildung praxisorientiert und bietet zugleich auch die Möglichkeit, danach im Betrieb weiterzuarbeiten.«

Du arbeitest bei einem Werbefotografen. Wie kam es zu deinem Einstieg dort?
»Ich habe hauptsächlich auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit nach Ausbildungsplätzen gesucht. Auf das Angebot von ‘Werbefotografie Weiss’ stieß ich bei einer Internetseite, die speziell Berufsfotografen vorgestellt hat. Ich habe mich dann im Internet grob über das Unternehmen informiert, aber am meisten erfuhr ich persönlich beim Vorstellungsgespräch und beim Probearbeiten.«

Wie gestaltet sich ein typischer Arbeitstag?
»Einen typischen Arbeitstag gibt es in unserem Studio nicht, denn jeder Tag in der Werbefotografie ist anders. Mal bin ich Assistent auf einem Außentermin in Stuttgart, am nächsten Tag bin ich wieder im Studio und darf selber fotografieren. Diese Vielfältigkeit macht die Ausbildung besonders spannend. Was ich besonders herausfordernd finde, ist die Notwendigkeit immer lernfähig und -willig zu bleiben. Als Berufsfotograf kann man nie sagen ‘Jetzt weiß ich alles, ich brauche jetzt nichts Neues mehr lernen’.«

Wie war für dich die Umstellung von der Lernerei in der Schule auf die praktische Arbeit?
»Es ist schon ein wenig anstrengender, jeden Tag mindestens acht Stunden, zum Teil auch körperlich, zu arbeiten. Als Entschädigung dafür sehe ich aber den Feierabend, denn wenn ich nach Hause komme, muss ich keine Hausaufgaben mehr machen, keine Referate mehr vorbereiten.«

Du bist bald fertig mit deiner Ausbildung. Hast du schon Pläne für danach?

»Konkrete Pläne habe ich eigentlich noch nicht. Aber ich möchte auf jeden Fall in dem Beruf bleiben und als Berufsfotograf mein Brot verdienen. Ich habe im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen nicht vor, nach der Ausbildung noch ein Studium dranzuhängen.«

Hast du noch kurz einen Tipp für angehende Fotografen?
»Man sollte sich auf jeden Fall darüber im Klaren sein, dass ein Berufsfotograf mehr können muss als nur gute Bilder zu knipsen.«

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