Der spannendste Studentenjob der Welt
Im Kompetenzzentrum von YachtTeccon in Berlin war Bastian Grothe in den vergangenen Wochen damit beschäftigt, die Karosserieoberfläche des Elektroautos Jetcar mittels Streifenlichtscanner und CAD-Programm im Rechner exakt darzustellen. Dieses virtuelle Abbild des Jetcars entspricht genau den Proportionen des echten Wagens, verfügt aber über keine detaillierten Maße. Es dient Bastian, dem Gewinner des spannendsten Studentenjobs der Welt, als Hilfsmodell für die eigentliche Nachkonstruktion.
Wer rastert, der…
Nun besteht die Aufgabe des 23-Jährigen darin, die Geometrien der Jetcar-Karosse um dieses Hilfsmodell herum nachzukonstruieren und mit Maßangaben zu versehen. Hierfür legt Bastian ein virtuelles Raster auf die Oberfläche des Hilfsmodells. Die horizontalen und vertikalen Linien zeichnen dabei markante Formverläufe wie Kotflügel oder Türkanten nach. Über den Verlauf der einzelnen Linien definiert der Nachwuchsingenieur dann die exakten Maße sämtlicher Karosseriedetails. Er bestimmt den Radius der Rundung eines Kotflügels oder legt den Winkel von Kanten und Sicken im Kunststoffkleid des Elektroflitzers fest. Sämtliche Winkel, Rundungen und Seitenlängen des zuvor angelegten Rasters sind nun im CAD-Programm vorhanden.
Patchwork oder von „Flicken“ und Flächen
Das Raster teilt die Oberfläche der Karosserie in viele kleine Teilbereiche. Diese konstruiert Bastian im nächsten Schritt zu sogenannten Patches nach. Anschließend verknüpft er die einzelnen „Flicken“ miteinander und fügt sie wie ein Puzzle zusammen, der Fachmann nennt das „Flächenmodellierung“. Zur Kontrolle legt Bastian immer wieder die nachkonstruierten Teile über das Hilfsmodell an, um diese mit den Proportionen des Originals abzugleichen. Letztlich entsteht so ein detailgetreues, dreidimensionales Abbild des Jetcars aus Bits und Bytes. Das fertige 3D-Modell und die darin festgehaltenen standardisierten Maße dienen als Referenz für die künftige Serienfertigung.
„Das 3D-Modell liefert die Daten mit denen später Produktionsmaschinen wie Press- und Stanzwerke gefüttert werden, um millimetergenaue Teile zu fertigen“, erklärt der Student der Ingenieurswissenschaften. Die intelligente Verknüpfung der Einzelflächen und die Definition von Standardmaßen erlauben den Konstrukteuren aber auch, die Karosserie des Jetcars am Rechner weiterzuentwickeln. So können Veränderungen wie der Einbau eines Schiebedaches in Zukunft direkt am 3D-Modell vorgenommen werden, ohne dass vorab ein Prototyp gebaut werden muss. „Sobald den Konstrukteuren des Jetcars das fertige Modell vorliegt, können sie mit der Serienproduktion beginnen“, sagt Bastian und fügt hinzu, „zu wissen, dass ich dafür die Vorarbeit geleistet habe, macht mich schon ein wenig stolz.“
Hintergrund:
Im November letzten Jahres riefen audimax ING und der Ingenieur- und IT-Dienstleister Yacht Teccon Studierende der Ingenieurwissenschaften dazu auf, sich auf einen Studentenjob im Bereich Reverse Engineering zu bewerben. Aus den zahlreichen Bewerbern ging letztlich Bastian Grothe als Sieger hervor.
Lies hier wie Bastian aus Dreiecken ein Abbild des Jetcars erschafft.
Info Yacht Teccon
Engineering GmbH & Co. KG Yacht Teccon steht für die Entwicklung und Realisierung individueller Lösungen für die Bereiche Aerospace, Engineering und IT-Services. Am Hauptfirmensitz in Stuhr bei Bremen sowie für das bundesweite Standortnetz arbeiten über 3.000 hochqualifizierte Spezialisten. Yacht Teccon gehört zur Randstad Gruppe. www.yacht-teccon.de




