Ingenieure in der Luft- und Raumfahrt

Don't stop me now!


Die Krise in der Luft- und Raumfahrtindustrie ist, nein, noch nicht ganz überwunden. Aber die Stimmung in weiten Teilen der Branche hat sich doch wieder spürbar gebessert. Und der Umsatz auch: Nachdem die Industrie zunächst mit eher verhaltenen Aussichten in das vergangene Jahr gestartet war, erreichte der Gesamtumsatz mit 24,7 Milliarden Euro am Ende doch noch einen neuen Höchstwert. Die Branche vermeldete eine Wachstumsrate von 4,5 Prozent, und sogar bei den Beschäftigtenzahlen gab es ein leichtes Plus von 1,8 Prozent – auf rund 95.400 Beschäftigte. Zum Vergleich: 2006 beliefen sich die Umsätze auf rund 20 Milliarden Euro, 2000 waren es 16,6 Milliarden.

»Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie ist weiterhin ein starker Innovations- und Jobmotor«, sagte jüngst Thomas Enders, Präsident des 190 Mitglieder starken Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI). Auch im laufenden Jahr wird wieder eingestellt: Die European Aeronautic Defence and Space Company(EADS) – Europas größter Luft- und Raumfahrtkonzern – etwa will 2011 rund 3.000 neue Leute engagieren, davon allein 900 in Deutschland, fast durchweg Ingenieure. »Absolventen von Ingenieurstudiengängen haben gute Aussichten, und daran wird sich auch so schnell nichts ändern«, sagt Karin Tegtmeier, die bei EADS Leiterin des Employment Marketing ist. Die Lufthansa Technik AG will im laufenden Jahr etwa 80 bis 100 Absolventen einstellen, insbesondere aus den Ingenieurwissenschaften. »Die derzeitigen Aussichten für Absolventen sehen nach der Wirtschaftskrise wieder deutlich besser aus«, sagt Carina Gruber, bei der Lufthansa Technik AG zuständig für das Talent Relationship Management und Employer Branding. Auch der mittelständische Bremer Satellitenbauer OHB plant in diesem Jahr mit 100 neuen Mitarbeitern. Und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das insgesamt 33 Institute und Einrichtungen unterhält, schreibt jährlich rund 400 Stellen aus. Gesucht werden dort Menschen, die zum Beispiel Satelliten-Betriebssysteme oder emissionsarme Flugzeuge entwickeln wollen, neue Werkstoffe erforschen oder die Methoden zur Wärmespeicherung voranbringen wollen. Gebraucht werden dabei nicht nur Luft- und Raumfahrttechniker, sondern auch Elektro- und Fahrzeugtechniker, Maschinenbauer und Mechatroniker, Nachrichtentechniker oder Natur- und Geowissenschaftler. Und andere. Wichtig sei vor allem, dass der fachliche Schwerpunkt im entsprechenden Ingenieurstudiengang auf das jeweilige Forschungsfeld ausgerichtet ist, heißt es beim DLR. Auch EADS, Lufthansa Technik oder OHB suchen nicht allein nach Ingenieuren mit klarem Luft- und Raumfahrtprofil, sondern auch viele andere Fachrichtungen. »Nie fehlen darf dabei die Begeisterung für die Luftfahrt«, sagt Carina Gruber. »Einsteiger sollten ausgeprägtes Technologiewissen und erste Branchenerfahrung in der Luft- und Raumfahrt gesammelt haben«, sagt Sebastian Ciragh von OHB.

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RedakteurIn
Dr. Jan Zier
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