Intelligente Häuser dank Ingenieuren
Einmal mehr könnten Ingenieure für sich beanspruchen, eine neue Branche aus der Taufe gehoben zu haben. Denn sie arbeiten derzeit intensiv daran, mit Unterstützung modernster und miteinander verknüpfter Elektronik in unseren Häusern und Wohnungen einen individuell gestaltbaren, technischen Mikrokosmos entstehen zu lassen. Funktionen für mehr Komfort, Sicherheit, Energiesparen, Unterhaltung und vor allem Medizin und Lebenshilfe gewähren den Bewohnern dann vollkommen neuartige Möglichkeiten, sich wohl und sicher zu fühlen und darüber hinaus Unterstützung im Alltag zu bekommen. Ingenieure in Dutzenden Instituten und Unternehmen entwickeln Sensoren, Steuerungsanlagen, Kommunikations- und telemedizinische Geräte für den ›Hausgebrauch‹. Und sie arbeiten an Robotern, die vor allem mobile Services übernehmen sollen. Alle sollen über gemeinsame und standardisierte Schnittstellen so intelligent miteinander kommunizieren, dass die Wohnung regelrecht zu einem wirkungsvoll agierenden und dezent arbeitenden (digitalen) ›Butler‹ werden könnte: Kleine Touchscreens in PDA-Größe sowie überall im Wohnraum angebrachte Sensoren oder Kameras (die aus Datenschutzgründen nicht aufzeichnen, sondern nur ein Livebild auswerten) entsprechen dabei menschlichen Sinnen. Über sie lassen sich Informationen zu Vitalwerten, Temperatur, Feuchtigkeit, Klang, (individueller) Bewegung und unter Umständen auch schon die Mimik sammeln und so aktuelle Notwendigkeiten und Wünsche der Bewohner ›erkennen‹. Und die Roboter übernehmen – ähnlich wie unsere Arme und Beine – grundlegende, ›zupackende‹ Aufgaben. Das Gehirn dabei ist eine zentrale Steuereinheit. Hier laufen alle Informationen zusammen und werden mit vorprogrammierten Einstellungen und laufend gewonnenen Erfahrungen verglichen. Von hier aus werden die nötigen Impulse gesetzt.
Die Techniken zum ›Smart Home‹ und der Servicerobotik sind für Industrie und Gesellschaft in doppelter Hinsicht eine Zukunftsstrategie: »Sie versprechen attraktive ökonomische Wachstumsraten, neue Arbeitsplätze und gleichzeitig Antworten auf die Herausforderungen des demographischen Wandels«, erklärt Sibylle Meyer vom Institut für Sozialforschung und Projektberatung. Im Auftrag des VDE hat sie eine Studie zum Einsatz von Robotern im häuslichen und Pflegebereich erstellt. Danach sind vor allem die Entwicklungen von Ingenieuren in der Lage, die Lücke zwischen einer kontinuierlich alternden Bevölkerung, der zunehmenden Zahl von hochaltrigen und unterstützungsbedürftigen Menschen, der rückläufigen Erwerbsbevölkerung und dem Mangel an Pflegekräften zu schließen.




