Juristen in der freien Wirtschaft

Auf zu neuen Ufern


Neben dem klassischen Werdegang als Anwalt, Richter oder Beamter gibt es für Juraabsolventen auch den Einstieg in die freie Wirtschaft. Das ist keine Notlösung, sondern eine Karriereentscheidung.

»Ich wollte schon immer bei einer Automobilfirma arbeiten«, sagt Ralph-Jürgen Detering. Er hat es geschafft. Seit November 2007 ist der 30-Jährige bei der Audi AG in Ingolstadt als Rechtsberater für die Unternehmensbereiche Technische Entwicklung, Produktion und Logistik tätig. »Ich würde mich jederzeit wieder für diesen Karriereweg entscheiden «, meint der Rechtsanwalt zufrieden und nennt die Gründe: »Das Arbeitsklima unter den Kollegen ist sehr gut und die Identifikation mit unseren Produkten gibt mir tagtäglich neue Motivation für meine herausfordernden Aufgaben.« Als ›legal manager‹ hat er es neben den »klassischen Vertragsarbeiten wie Geheimhaltungsvereinbarungen, Kooperations- und Entwicklungsverträgen« vor allem mit Konfliktlösung und Verhandlungsführung zu tun. »Ein Schwerpunkt meiner Arbeit liegt in der zielorientierten Konfliktlösung, zum Beispiel um Produktionsstillstände zu verhindern, sowie in der Verhandlungsführung bei Gesprächen mit Zulieferern und anderen Kooperationspartnern.« Seit August 2009 ist er zudem verantwortlicher Mitarbeiter für Rechtsreferendare und Praktikanten im Zentralen Rechtsservice. So hat der Wirtschaftsjurist auch selbst angefangen: Mit einer dreimonatigen ›Stage‹ im Unternehmen als eine seiner Referendarstationen. »Das war der erste Kontakt.« Nach seinem Studium in Bayreuth und München, weiteren Ausbildungsstationen unter anderem in New York und seinem zweiten Staatsexamen hat Ralph- Jürgen Detering dann bei der Audi AG angefangen.

Etwa 20 Prozent der Juraabsolventen gehen jährlich in die freie Wirtschaft. Beweggründe für diesen Schritt nennt Barbara Schäffer, Fakultätsmanagerin der Juristischen Fakultät Würzburg: »Ich denke, Juristen wechseln in die freie Wirtschaft, weil sie die soziale Absicherung eines Arbeitnehmers bevorzugen und nicht als Selbstständige tätig sein wollen, wie es insbesondere bei kleineren Kanzleien im Anwaltsberuf oft der Fall ist. Zudem ist die Durchlässigkeit höher als beispielsweise in der Verwaltung.«

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RedakteurIn
Katina Treese
Tel.: 0911-23779-0

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