Juristen in Stiftungen und Vereinen
Einfach nur Paragrafen wälzen? Wie langweilig. Im Job richtig was bewegen, das machen Juristen im Stift ungs- und Vereinswesen
Eigentlich sollte alles anders verlaufen. Denn eigentlich wollte Dr. Christian Steiner Kulturwirt werden, eine Kombination aus Jura, Volkswirtschaft und Geografie schwebte ihm vor. Freunde und Verwandte rieten ihm aber dazu, sich auf Rechtswissenschaften zu konzentrieren. So ganz klappte das dann doch nicht, denn »nebenbei« studierte Steiner noch »etwas politikwissenschaften und arabisch«. Und das, obwohl das Jurastudium, und insbesondere die examina, »sehr anspruchsvoll waren«, wie der Jurist rückblickend meint. »Die Inhalte des Studiums und die juristische methode haben mein Verständnis für die großen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge gefördert.«
Das Thema Internationalität spielte dabei von anfang an eine große Rolle. »Nach dem vierten Semester war ich für ein unvergessliches Jahr im spanischen Granada, wo ich, zugegeben eher erasmus-untypisch, intensiv studierte und gut Spanisch gelernt habe«, verrät Steiner und ergänzt: »Nach dem Studium war ich Rechtsberater am Verfassungsgerichtshof, bei der Behörde des hohen Repräsentanten und beim hohen Richterrat in Bosnien und herzegowina sowie anwaltlich tätig in grenzüberschreitenden Fragen in Spanien.« mittlerweile ist der Rechtswissenschaftler in mexiko und leitet dort das Rechtsstaatsprogramm Lateinamerika der Konradadenauer- Stiftung (KaS). Die KaS ist eine von über 18.000 Stiftungen in der Bundesrepublik und zählt zu den parteinnahen Stiftungen. Der Name lässt schon vermuten, dass sie der CDU nahesteht, 1964 wurde die 1955 gegründete Stiftung nach dem ersten Bundeskanzler benannt. Im Gegensatz zu den derzeitigen Verhältnissen im Bundestag ist die größte parteinahe Stiftung mit der Friedrich-ebert-Stiftung der SpD zuzuordnen, weitere bekannte Stiftungen sind die hanns-Seidel-Stiftung (CSU) und die heinrich-Böll-Stiftung (Bündnis 90/Die Grünen). offizielle aufgaben parteinaher Stiftungen sind in erster Linie die politische Bildung der Bevölkerung, die Begabtenförderung und die entwicklungszusammenarbeit voranzutreiben. Finanziert werden sie durch mittel des Bundesministeriums des Innern (BmI) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und entwicklung (BmZ) sowie durch Spenden. Und obwohl sie Stiftungen heißen, sind – mit ausnahme der FDp-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit – alle parteinahen Stiftungen Vereine.




