Klangvoller Einstieg
Warum haben Sie sich gerade für eine juristische Laufbahn entschieden?
Als ich die Entscheidung damals getroffen habe, waren meine Beweggründe, dass ich später international arbeiten wollte und gerne Fremdsprachen lerne beziehungsweise nutze. Direkt nach dem Abitur konnte ich mir auch noch vorstellen, zum Auswärtigen Amt zu gehen. Ich habe mich dann aber für ein Jurastudium entschieden, eine fachspezifische Fremdsprachenausbildung gemacht und bis zur Zwischenprüfung auch Politikwissenschaften studiert. Im Studium habe ich dann gemerkt, wie facettenreich Jura ist. Man lernt eine andere Sicht der Dinge anzunehmen und wird mit den unterschiedlichsten Lebenssachverhalten und Konflikten konfrontiert, für die man adäquate Lösungen finden muss. Das fand ich sehr spannend und es hat bewirkt, dass ich dann den Beruf der Rechtsanwältin gewählt habe.
Wie sind Sie zu Linklaters gekommen?
Ich hatte bei einer Recruitingveranstaltung am Europakolleg mit einer Partnerin aus dem Brüsseler Büro von Linklaters gesprochen, die mir für den Bereich ›regulierte Märkte‹, für den ich mich interessierte, Berlin empfohlen hat. Als dann noch zufällig eine Freundin genau im Berliner Büro ihre Anwaltsstation gemacht und nur Positives berichtet hat, habe ich mich ebenfalls für meine Anwaltsstation dort beworben. Die hat mir wiederum so gut gefallen, dass ich dann das Angebot von Linklaters angenommen und als Rechtsanwältin im Energiewirtschaftsrecht angefangen habe.
Was reizt Sie an der Arbeit in einer Großkanzlei?
Mich reizt besonders die Größe und Internationalität der Mandate. Ich arbeite an Fällen mit, über die man sonst nur über die Presse erfährt, in denen große Unternehmen oder Finanzinstitute vertreten werden. Zudem spielen sich viele Fälle in mehreren Jurisdiktionen ab. Dadurch komme ich regelmäßig mit Kollegen aus anderen Ländern in Kontakt und kann über den Tellerrand des deutschen Rechts hinausblicken. Dabei bin ich Teil eines großen Teams und sitze nicht als Einzelkämpfer im stillen Kämmerlein.
Auf welches Rechtsgebiet haben Sie sich spezialisiert?
Ich bin dabei mich im Energiewirtschaftsrecht zu spezialisieren. Das ist ein Bereich, mit dem man im Studium eher selten in Berührung kommt. Mein Interesse wurde durch einen Kurs geweckt, den ich während meines Masterstudiums am Europakolleg belegt hatte. In der Anwaltsstation konnte ich das Gebiet in der Praxis ausprobieren. Besonders spannend finde ich, dass das Energiewirtschaftsrecht sehr politisch ist, viele europarechtliche Bezüge hat und sich zudem rasant fortentwickelt.
Können Sie sich noch an Ihren ersten Fall erinnern?
Bei Linklaters wurde ich von Anfang an intensiv in die Mandatsarbeit involviert. So war ich etwa mit eingebunden, als wir die australische Investmentbank Macquarie beim Kauf von Thyssengas, dem deutschen Gasfernleitungsnetz des RWE-Konzerns, beraten haben. Hierbei war besonders spannend für mich, dass ich als Teil eines internationalen Teams eine solche hochkarätige, grenzüberschreitende Transaktion miterleben konnte.
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