Klarer Kopf in Kanada
Ihr Praktikum in einer kanadischen Rechtsanwaltskanzlei hat Jurastudentin Johanna Brüssermann gezeigt, was sie wirklich will.
Deutschland im Jahr 1995 – die Spendenaffäre um den Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber und die CDU kommt langsam ins Rollen. 1999 flüchtet er nach Kanada. Zehn Jahre später wurde er nach Deutschland ausgeliefert, wo der Kaufmann wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe verurteilt wird.
Kanada im Jahr 2010 – Karlheinz Schreiber ist noch sehr präsent. Unzählige Akten haben sich angehäuft und viele Menschen würden gerne einen Blick auf die Papiere werfen. Johanna Brüssermann hat es einfach gemacht. Die ehemalige Jurastudentin absolvierte ein siebenwöchiges Praktikum in Toronto bei einem Rechtsanwalt, der Karlheinz Schreiber auf der kanadischen Seite vertrat. »Es war wirklich sehr interessant, einen Einblick in eine Sache zu bekommen, von der ich bisher nur oberflächliches Wissen hatte«, sagt Johanna.
Doch ihr Praktikum umfasste noch mehr. In der relativ kleinen Kanzlei, in der insgesamt vier Rechtsanwälte arbeiten, hat sie unter anderem Vollmachten für deutsche Klienten übersetzt. »Mein Chef war auf Immigrationsrecht spezialisiert. Er konnte Deutsch sprechen und hatte auch viele deutschsprachige Kunden«, erklärt die 22-Jährige.
Es war kein Zufall, dass sich Johanna für ein Praktikum in Kanada entschieden hat. Bei einer Informationsveranstaltung wurde sie auf die Deutsch-Kanadische-Gesellschaft (DKG) aufmerksam. Die Organisation vermittelt seit über 40 Jahren deutschen Studenten Sommerjobs in Kanada. Ziel ist hier die Förderung der menschlichen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder. Da Johanna ein Jahr zuvor Work&Travel in Australien gemacht hatte und großen Gefallen an dieser Art des Auslandserlebnisses fand, fasste sie den Entschluss, sich für das Werkstudierendenprogramm zu bewerben.
Das Bewerbungsverfahren umfasste unter anderem ein Motivationsschreiben, in dem sie begründen musste, warum sie nach Kanada möchte und welche Erwartungen sie an einen Austausch 32 Freispruch! Ihr Praktikum in einer kanadischen Rechtsanwaltskanzlei hat Jurastudentin Johanna Brüssermann gezeigt, was sie wirklich will stellt. »Zudem gibt es auch noch ein Auswahlgespräch, das auch Fragen über die politische Landschaft beinhaltet«, fügt Johanna hinzu. Gute Englisch- beziehungsweise Französischkenntnisse sind Voraussetzung – ebenso wie das Bewusstsein, dass so ein Austausch nicht unbedingt moderate Arbeitszeiten bedeutet. Abhängig ist dies auch vom jeweiligen Praktikum, das die DKG den Studenten vermittelt. So sind die Aufgaben auf einer Pferdefarm zum Beispiel anders als in einer Anwaltskanzlei – dementsprechend gestaltet sich der Tag individuell.
- Links:
- www.dkg-online.de




