MINT-Statements

Die MINT-Macher

Blutverschmierte Beine und völlige Orientierungslosigkeit. Eine Entführung, ein Gewaltverbrechen oder doch bloß die Zeit vor Epilierer und Navigationsgerät? Die Profiler Alexander, Felix, Lars und Vanessa sind auf der Suche nach den heißesten Entwicklungen. Ihr Motiv: Verbesserungen und nichts als Verbesserungen!

DAFÜR BRAUCHT'S KEIN ALIBI

Ein technisches Praktikum nach dem anderen – Sabrina nutzte schon ihre Zeit während der Schule sinnvoll. Praktische Einblicke bereits vor dem Studium erhöhen die Chancen, im Wunschbereich unterzukommen. Schulnoten alleine sind in der heutigen Arbeitswelt oft nebensächlich, was Thomas nur bestätigen kann. Selbstbewusstsein, Teamfähigkeit und Sozialkompetenzen bei den Bewerbern stehen auf der Wunschliste der Unternehmen ganz weit oben. Wer dann noch Leistung und Motivation zeigt, kann sehr weit kommen. Wie wäre es mit einem Auslandssemester in Brisbane? Maria macht’s. Oder mit Palo Alto in Kalifornien? Vanessa musste nicht lange überlegen. Dabei geht es für die Studenten nicht nur in die Ferne – das Studium vermittelt sowohl Tiefe als auch Breite. Bevor Daniel sich versah hatte er einen Helm auf dem Kopf und die Füße auf der Baustelle und Sebastian sieht beim Gang durch den Supermarkt, was er durch seine Mitarbeit in die Regale brachte. Und wenn das Studium fertig ist? Dann geht’s erst richtig los!


Isabel Thüncher hat schon früh gewusst, dass ein Duales Studium der richtige Weg ist

»Da ich schon seit der neunten Klasse ein KISStudium (Kooperative Ingenieurstudium) anstrebte, habe ich mich über die verschiedenen Firmen, die ein solches Studium anbieten, informiert. In der Liste der Firmen ist mir sofort Procter & Gamble/Braun aufgefallen. Die ersten zweieinhalb Jahre meines dualen Studiums war ich zwei Tage in der Woche an der Hochschule, an den restlichen drei Tagen in der Woche in der Firma. Hier habe ich alles gelernt, was ich für meine Ausbildung zur Mechatronikerin brauchte. Nach meiner Zwischenprüfung hatte ich weitere Abteilungseinsätze im Model Shop und Quality Institute Kronberg, wo ich nicht nur meine Kenntnisse für die Ausbildung, sondern auch für das Studium erweitern konnte. Dann ging es zur Abschlussprüfung an die IHK, wo ich meinen Abschluss als Mechatronikerin erhalten habe. In der Firma habe ich nun Abteilungseinsätze mit Ingenieurtätigkeiten in der Forschung und Entwicklung, wo ich meine Praxisprojekte und später auch meine Bachelorarbeit schreibe. Ganz fertig bin ich mit meinem Dualen Studium nach insgesamt acht Semestern, denn dann habe ich zusätzlich zum Mechatroniker den Abschluss als ›Bachelor of Science Systems Engineering‹.«


Maximilian Schlegel nutzt sein Dualstudium bei Porsche zum Berufsstart

»Was ich im Studium lerne, kann ich im Betrieb gleich umsetzen – das ist der größte Vorteil«, sagt Maximilian. Der Ludwigsburger studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Er hat doppelt Glück: Neben dem Studium gibt’s Praxisbezug bei Porsche. Maximilians Arbeitsplatz ist die Qualitätssicherung. »Hier muss man sehr kritisch sein und jedes Detail im Blick haben – schließlich legen Porsche-Kunden die Messlatte ziemlich hoch an.« Der Wechsel zwischen Theorie und Praxis hat ihn überzeugt: »Die Arbeit bestätigt mich immer wieder darin, das Richtige zu studieren.« Der 23-Jährige durfte verschiedene Bereiche des Sportwagenbauers kennen lernen. »So habe ich herausgefunden, was mir am meisten liegt und das dann gezielt vertieft. Gleichzeitig konnte ich beweisen, dass ich mein Wissen auch anwenden kann.« Die vier Monate, die er bei einer Porsche-Tochtergesellschaft in Australien verbracht hat, haben ihm außerdem Einblicke in eine fremde Kultur, in andere Arbeits- und Lebensweisen ermöglicht. Im Herbst will Maximilian das Bachelorstudium beenden. Und mit einem Augenzwinkern sagt er: »Meinen Job habe ich schon sicher – bei Porsche.«


Maria von Betman kann im Zuge ihres Dualen Studiums an eine private Uni nach Brisbane

Warum gerade die Telekom? Bei mir ist das durch persönlichen Kontakt entstanden. Auf einem Infotag der Uni habe ich mich mit einem Studenten unterhalten, der ein Duales Studium bei der Telekom gemacht hat. Ich durfte ihn einen Tag lang begleiten und das hat mir ziemlich gut gefallen. Das Betriebsklima fiel mir äußerst positiv auf und ich habe mich direkt wohlgefühlt. Zudem fand ich die Inhalte des Studiums sehr interessant – auch die Größe des Unternehmens sprach für sich. Von Vorteil ist, dass die Telekom das Studium komplett finanziert. Übernehmen viele Unternehmen die Kosten für ein Duales Studium? Viele unterstützen anteilig oder zahlen die Hälfte, den Rest muss man selbst aufbringen. Die Telekom ist das einzige Unternehmen, das die kompletten Studiengebühren übernimmt. Was auch ganz gut ist, da die Uni privat und das mit hohen Kosten verbunden ist. Kannst du ins Ausland während deiner Ausbildung? In unserem Studienmodell ist vorgesehen, dass wir das fünfte Semester im Ausland verbringen, um direkt im Anschluss ein dreimonatiges Praktikum, ebenfalls im Ausland, draufzusetzen. Und wohin geht’s? Das Auslandssemester mache ich in Brisbane, Australien. Beim Praktikum habe ich mich noch nicht entschieden, überlege aber nach Brasilien oder Kapstadt zu gehen. Das wäre sicher interessant. Mal sehen – noch habe ich Zeit, um mich zu entscheiden. 


Christoph Mehrl sein Wunschausbildungsplatz ist familiär erprobt

»BASF ist Familiensache, denn auch mein Vater arbeitet bei dem Unternehmen. Meine Ausbildungsinhalte sind sehr vielseitig – wir bekommen elektro- und metalltechnisches Wissen vermittelt. Wir lernen in der Ausbildung viele Arbeitsfelder in den unterschiedlichsten Betrieben der BASF kennen und wir verbinden die praktische Ausbildung mit einem Maschinenbaustudium, der Fachrichtung Verfahrenstechnik. Durch die Kombination von Ausbildung und Studium beweist man Flexibilität, Handlungskompetenz und Ausdauer. Und wenn man fertig ist hat man zwei Abschlüsse in der Tasche! Klasse finde ich auch die guten Übernahmechancen bei BASF.«


Michael Walter gibt in Sachen Karriere mächtig Gas, auch auf Strecken im Ausland über

»Aufmerksam geworden bin ich auf Audi bei einer Infoveranstaltung an meinem Gymnasium in Eichstätt. Danach habe ich im Internet recherchiert und entdeckt, wie viele Möglichkeiten Audi bietet. Jetzt absolviere ich gleichzeitig eine Ausbildung zum KfZ-Mechatroniker und ein Studium der Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule Ingolstadt. Im ersten Jahr bin ich ausschließlich an der Uni, im zweiten Semester verbringe ich die Semesterferien bei Audi, um in die Praxis zu schnuppern. Vor der Bachelorarbeit steht noch ein Auslandssemester an. Das Duale Studium hat den Vorteil, dass ich rund um mein Fachgebiet informiert bin.«


Christoph Blieninger holte an der Berufsoberschule in Erding sein Abitur nach

»An der FH Landshut ist der Unterricht eher theoretisch und trocken – wie es oftmals in Hochschulen ist. In der Technischen Prüfstelle bei TÜV SÜD hingegen, kann ich mit eigenen Augen den Aufbau und konstruktive Fehler von Kraftfahrzeugen sehen. Deshalb habe ich mich für ein Duales Studium entschieden: Denn hier bekomme ich beides – Praxis und Theorie.«




Anna Hune »Wir brauchen keine Einzelkämpfer, sondern Teamworker.«

Warum hast du dich für ein Duales Studium entschieden? Ich wollte schon immer ein Duales Studium machen. Durch Abiturzeitschriften bin ich dann auf Daimler aufmerksam geworden. Die Automobilbranche ist einfach faszinierend und die Vorstellung an einem komplexen Produkt mitzuarbeiten, das man so im Alltag erlebt wie Autos, fand ich wirklich spannend. Außerdem hatte ich einen Bekannten, der bei Daimler dieses Duale Studium gemacht hat. Und da er so positiv davon erzählte, habe ich damals beschlossen: Ich will das auch!

Welches Fach studierst du? Ich habe 2009 direkt mit dem Maschinenbaustudium, mit der Vertiefungsrichtung ›Fahrzeug System Engineering‹, spezielle Ausrichtung ›Antrieb‹, angefangen. Jetzt bin ich im vierten Semester. Im technischen Bereich gibt es natürlich mehrere und nicht nur diese eine Möglichkeiten bei Daimler einzusteigen. Zum Beispiel als Wirtschaftsingenieur, Informatiker oder Mechatroniker.

Warum hast du dich für Maschinenbau entschieden? In der Schule hatte ich die Leistungsfächer Mathematik und Physik – gerade die Physik hat mir sehr viel Spaß gemacht. Deshalb wusste ich da schon, dass ich etwas Ingenieurwissenschaftliches machen wollte. Der Maschinenbau ist es dann geworden, weil die Produkte, mit denen man sich beschäftigt, hier am spannendsten sind. Die Idee, an der Entwicklung von neuen Autos beteiligt zu sein, hat mich schon immer wirklich begeistert.

Sprechen sich deine Vorgesetzten mit deinen Dozenten ab? Daimler ist der größte Partner der Dualen Hochschule Baden Württemberg. Die Hochschule ist mehr wie eine Schule als eine Uni. Wir haben kleine Klassen, bekommen am Anfang des Semesters einen Stundenplan und müssen uns nicht alles alleine zusammensuchen. Der Unterricht und die Praxisphasen finden im Wechsel alle drei Monate statt. Da Daimler der größte Partner der Hochschule ist, sprechen sich unsere Vorgesetzten immer mit unseren Dozenten ab, so dass wir in der Praxis tatsächlich umsetzen können was wir gelernt haben und umgekehrt. So weiß man, dass man etwas gelernt hat, das auch wirklich zur Anwendung kommt. Das macht Wissen greifbar, denn man bekommt ein Gefühl für den Werkstoff, um den sich alles dreht.

Was macht dir am meisten Spaß? Die Praxiseinsätze sind klasse. Auf einem dieser Einsätze war ich in Malaysia. Das war echt eine tolle Erfahrung!

Wie ist die Frauenquote in deinem Dualen Studium? In unserem Jahrgang beträgt die Frauenquote circa 30 Prozent. An der Hochschule sind wir sechs Frauen und 24 Männer. Bei Daimler will man bis 2020 insgesamt 20 Prozent Frauen in leitenden Führungspositionen haben. Das freut mich, denn das erhöht schließlich auch meine Chancen, die Karriereleiter hoch zu klettern. 


Sabrina Heimann genießt ihre kurze und intensive Ausbildung

Sabrina hat schon während ihrer Schulzeit viele Praktika im technischen Bereich absolviert. Da sie nicht ausschließlich Theorie studieren wollte und ihr der reguläre Bachelor zu lang war, entschied sie sich für die Siemens Technik Akademie (STA). In zwei Jahren lernt die angehende Industrietechnologin, die ihren Schwerpunkt auf Maschinenbau und Energietechnik gelegt hat, alles, was sie später im Berufsleben braucht. Das Besondere an der STA sind die ausbildenden Siemens-Mitarbeiter, die über einen sehr hohen Erfahrungsschatz verfügen. »Die haben zu jeder Frage eine Antwort. Es ist toll, von jemandem unterrichtet zu werden, der aus der Praxis kommt. Die Dozenten haben einen sehr hohen Kenntnisstand – die wissen teilweise alles aus ihrem Fachbereich«, sagt die 21-Jährige. Im Gegensatz zu anderen Studenten, die nur sehr wenige Studieninhalte im Berufsleben umsetzen können, weiß Sabrina, dass sie für die Arbeitswelt gerüstet sein wird. Sie rät allen Abiturienten, die sich bislang noch unschlüssig sind, ob sie für den MINT-Bereich gemacht sind, Praktika zu machen. Auch wenn dafür ein paar Wochen in den Ferien daran glauben müssen und die Praktikumssuche und Bewerbung einige Zeit in Anspruch nehmen. Sabrina hat ihren Weg nie bereut und auch das Studium an der STA lohnt sich für sie: »Aufgrund der Praxiserfahrung habe ich später sehr gute Jobaussichten und verdiene schon während des Studiums mein eigenes Geld.«


Felix Hesse ist fasziniert von der Arbeit am Flughafen und den tollen Karrierechancen

»Das Studium zum Wirtschaftsingenieur ist – verfolgt man die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt – sicherlich eine äußerst gute Investition in die eigene Karriere. Wirtschaftsingenieure sind sehr häufig im mittleren und oberen Management zu finden. Sie verfügen zudem über den höchsten Anteil an Führungskräften nach fünf Jahren Berufserfahrung verglichen mit anderen Studiengängen. Aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes sind Wirtschaftsingenieure auch überdurchschnittlich vertreten im Bereich Consulting und als Unternehmensgründer. Zudem besteht die Möglichkeit einen höheren Abschluss in Form des Masters zu machen. So sehe ich meine Zukunft bei Fraport positiv.«


Lars Woywod war nach dem Abi noch unentschlossen, fand die Lösung aber im Internet

»Nach dem Abi wusste ich noch nicht hundertprozentig, was ich machen wollte. In der Schule waren meine Lieblingsfächer Sport und Datenverarbeitung. Mir war es wichtig, von Anfang an Praxiserfahrung zu sammeln und auf eigenen Beinen zu stehen. Mit einem festen Gehalt ist das einfacher als für einen ›klassischen‹ Studenten. Also habe ich im Internet nach Angeboten im Bereich IT gesucht. Die Ausschreibung der Commerzbank hat sich für mich am spannendsten angehört. Ich habe mich beworben und wurde zum Auswahlverfahren eingeladen. Gleich am selben Tag habe ich Bescheid bekommen, dass es geklappt hat. Jetzt mache ich ein Duales Studium in Angewandter Informatik.«


Christine Mitterer ist technikbegeistert und freut sich auf ihren Einsatz im Ausland

»Im Rahmen des Girl’s Day konnte ich erste Eindrücke bei der Firma LEONI sammeln. Aufgrund meines Interesses an technischen Berufen habe ich zwei Schnupperpraktika bei LEONI absolviert und jetzt mache ich ein Duales Maschinenbaustudium. In den Praxisphasen sammle ich erste berufliche Erfahrungen, auch an einem unserer ausländischen Standort.«


Achim Seidel mag die Lösungssuche und Fehlerbehebung im Dienste der Sicherheit

Nach seinem Bachelorstudium der Mechatronik- Elektrotechnik mit Schwerpunkt Mikrosystemtechnik hat Achim ein Masterstudium an der Hochschule Reutlingen und der Uni Stuttgart draufgesetzt. Während des Studiums arbeitet der 24-Jährige beim ›Bosch Zentrum für Leistungselektronik‹ (RBZ) zwischen fünf und zehn Stunden in der Woche. Während den Semesterferien können es bis zu 35 Stunden die Woche werden. Momentan ist er in der Abteilung für elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) tätig, in der Geräte wie Drucksensoren überprüft werden. Dabei geht es unter anderem darum, den Einfluss von beispielsweise Handystrahlung auf technische Geräte wie Airbags zu vermindern.


Marie Richtsteiger ist gut unterwegs in puncto Karriere – auch ins Ausland kann sie gehen

»Die Deutsche Bahn ist ein internationaler Konzern mit vielen unterschiedlichen Geschäftsfeldern. Dadurch hat man beim Dualen Studium die Möglichkeit, verschiedene Bereiche kennenzulernen und die Komplexität des Transportwesens zu verstehen. Bei der DB ProjektBau kann ich große Projekte vom Beginn der Planung bis zur Fertigstellung begleiten. Dadurch erhalte ich einen guten Einblick in alle Tätigkeitsfelder eines Ingenieurs. Zudem bietet das Unternehmen seinen Dual-Studierenden zahlreiche Seminare an, bei denen ich meine methodischen, aber auch fachspezifischen Kompetenzen verbessern kann.«


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