MINTler berichten
MINT heißt die Zauberabkürzung für Karriere pur in den nächsten Jahren. Hier erzählen vier Köpfe hinter M, I, N und T, warum ihr Fach spannend ist.
MATHEMATIK
Dr. Alexander Fischer (39) arbeitet als Diplommathematiker bei der Commerzbank und hat für sich erkannt, dass man auch außerhalb der akademischen Welt höchst interessante Mathematik betreiben kann.
»Ich denke, wenn ein Künstler ein Kunstwerk produziert, ist es für den Betrachter ziemlich leicht, darin etwas Ästhetisches zu entdecken und es zu bewundern. Mathematik ist auch unglaublich ästhetisch, nur erschließt sich das Außenstehenden leider nicht so leicht. Ich habe schon als Schüler Knobelaufgaben und Logikrätsel geliebt. Wenn ich an ungelösten Problemen knobeln kann und auf einmal eine Struktur erkenne und sich Zusammenhänge klar auftun, hat das etwas sehr Befriedigendes. Durch eigene Erkenntnis auf die Lösung zu kommen, macht echt Spaß. Vielen ist gar nicht bewusst, wie sehr uns die Mathematik im Alltag umgibt – allein wenn wir unseren Computer hochfahren, springt sie uns quasi entgegen. Die ganze IT wäre ohne Mathematik nicht denkbar. Ich betrachte es als Pflicht von uns passionierten Mathematikern, die Mathematik interessant zu präsentieren.«
INFORMATIK
Astrid Wolff (28) begeistert sich für alles rund um den Luftverkehr. Als Informatikerin bei Fraport programmiert sie komplexe Sicherheitssysteme für den Flughafen Frankfurt.
»Auch wenn man das nicht meint: Informatik kann ein sehr kreativer Prozess sein«, sagt Astrid Wolff. »Ich finde sie deswegen so spannend, weil mich immer schon interessiert hat, wie Dinge funktionieren. Man hat ein Problem, entwickelt eine Lösung, probiert was aus. Am Ende hat man eine Soft- oder Hardware, die das Problem löst und intelligent ist.« In ihrer Position als Solution Developer bei der Fraport AG managt die 28-Jährige täglich die komplexen Anforderungen eines Flughafens. »Hier gibt es viele Informationssysteme, die darüber Auskunft geben, wann ein Flieger ankommt, wieviele Passagiere an Bord sind, was er geladen hat. Außerdem dreht sich viel um Logistik. Ich bin für Sicherheitssysteme zuständig«, sagt sie. Mit der Technik, die sie betreut, werden Tore und Zugänge für Firmen und Mitarbeiter gesichert. Wer hier nichts zu suchen hat, kommt auch nicht rein!«
Gloria-Johanna Jörg (24) hat eigentlich VWL studiert und schließlich im IT-Traineeprogramm der Commerzbank die Informationstechnologie mit ihren komplexen Zusammenhängen lieben gelernt.
»Ich bin noch nie einem Klischee-Informatiker begegnet, also so einem, der isoliert in seinem Kellerzimmer auf den Computer stiert und einfach nur runterprogrammiert. Heute geht das gar nicht mehr – man muss kommunikationsfähig sein! Ich muss als IT-Trainee im Projektmanagement bei der Commerzbank mit ganz vielen verschiedenen Menschen zusammenarbeiten können und Verständnis für alle haben. Ich habe hier gelernt, dass eine Bank heutzutage überhaupt nicht mehr ohne IT existieren könnte; das hätte ich vorher nie gedacht. Die Zusammenhänge in der IT sind so unglaublich komplex und wenn man Prozesse von außen betrachtet, ahnt man meistens gar nicht, welche komplizierten Abläufe dahinter stecken. Mich interessiert aber nicht nur allein, wie eine Applikation entwickelt wurde, sondern auch welche Auswirkung sie hat – dann begreife ich auch das Technische ganz leicht.«




