Studienhilfe: Referate halten

Hör! mir! zu!

Die ›Verfluchte Axt, ich muss ein Referat halten‹- Panik hat dich im Würgegriff? Wir befreien dich!

Es gibt Momente im Leben, in denen du dich weit weg von dem Ort wünschst, an dem du dich gerade befindest. Grundloses Dauerlachen bei eigentlich so gar nicht lustigen Szenen im Theater. Misslungener Einparkversuch vor den Augen schadenfroher Kommilitonen. Und ganz fies: Referate halten. Doch das Referat muss nicht zum Waterloo werden. Ein paar Kniffe beachtet und schon klappt’s auch mit dem Vortrag.



PUBLIKUM BESCHREIBEN
Denke zuerst an deine Zielgruppe. Welchen Wissensstand haben meine Zuhörer? Welche fachlichen und menschlichen Erfahrungen besitzen sie? Welche Ziele und Infos erhoffen sie sich von deinem Referat?


ZIEL SETZEN
Worauf willst du mit deinem Vortrag überhaupt hinaus? Welche Kernbotschaft möchtest du vermitteln? Erarbeite diese und laufe in deinem Referat geradewegs darauf zu.


STICHWORTKONZEPT ERSTELLEN

Nutze für den Vortrag immer nur stabile Karteikärtchen, höchstens DIN A6, am besten DIN A7. Diese Kärtchen sind deine Erinnerungshilfe mit den wichtigsten Stichwörtern und niemals ganzen Sätzen.


AUFMERKSAMKEIT WECKEN

»Hallo, also, ähm, ja, ich halte jetzt einen Vortrag über die Meiose bei Meerschweinchen. Ich beginne mit …« – und schon haben deine Kommilitonen den Einschlafweltrekord unterboten! Ein knackiges Zitat, eine kleine Geschichte oder ein kurzer audiovisueller Einspieler sind die besseren Anfänge.


ARGUMENTE WIRKUNGSVOLL VERMITTELN

Bringe die wichtigsten Aussagen zuletzt. Gehe vom Konkreten zum Allgemeinen, zuerst Beispiele und Statistiken, dann die Schlussfolgerung. Visualisiere deine Gedanken, bevorzuge dabei Querformat und eine ausreichend große Schriftart (etwa 24 Punkte). Nur eine Idee pro Chart oder Powerpoint- Folie, Stichwörter statt ganzer Sätze, nicht mehr als drei Farben und höchstens sieben Zeilen mit jeweils maximal sieben Wörtern.


GEDANKENVERBINDUNGEN SCHAFFEN

Eine Rede ist keine Schreibe. Zuhörer können nicht zurückblättern, wenn sie einen Zusammenhang nicht verstanden haben. Schaffe deshalb zwischen den Hauptgedanken des Referats Verständnis- und damit auch Gedächtnisbrücken, indem du Verbindungssätze einfügst (»Außerdem ist noch wichtig«, »Jetzt komme ich auf XY zu sprechen«).


INTERAKTION EINBINDEN

Ein Referat ist keine Vorlesung! Du solltest immer deine Zuhörer einspannen. Stelle Fragen, suche den Dialog, mach, so es inhaltlich passt, ein kleines Spiel oder Experiment.


AM SCHLUSS DIE INHALTE VERANKERN
Hast du eine gute Einleitung, hast du bereits einen guten Schluss. Zähle die wichtigsten Ergebnisse des Hauptteils auf, bringe in der Zusammenfassung die Dinge auf den Punkt.


AUF DIE EIGENE AUSSTRAHLUNG SETZEN
Nur wer sich selbst bewegt, kann auch andere bewegen. Engagement, Gefühlswärme und Glaubwürdigkeit bauen eine Brücke zum Publikum, lebendige Körpersprache unterstützt dich dabei. Die Körperhaltung ist ruhig, aber nicht starr, natürliche Gestik, Bewegungen der Hände oberhalb der Gürtellinie (anatomisch und symbolisch!). 

RedakteurIn
Thomas Günther
Tel.: 0911-23779-44

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