Daten analysieren und auswerten – das ist nur eine der Aufgaben, die in Zukunft immer wichtiger sein werden. Viele Berufe rund um die Digitalisierung sind im Kommen, aber durchaus noch nicht jedem ein Begriff. | Quelle: stock.adobe.com © adiruch na chiangmai (DATEI-NR.: 162190170)

10 Berufe mit Zukunftspotenzial rund um die Digitalisierung

Durch die drastische Digitalisierung und somit auch Automatisierung der Arbeitswelt, so hört man oft, beginnt ein ganz neues Zeitalter der Arbeit. Wie zu Zeiten der industriellen Revolution manch ein Arbeiter durch eine Maschine ersetzt wurde, zerstört auch die Digitalisierung hier und da Arbeitsplätze. Vor allem aber verändert sie die Arbeitswelt derart, dass neue Berufsbilder geschaffen werden. Zehn spannende Berufe mit Zukunftspotenzial im digitalen Bereich stellen wir in diesem Artikel vor.


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Die digitalisierte Arbeitswelt:
Zwischen Chancen und neuen Herausforderungen

Einer der nur schwierig zu durchdringenden Aspekte der Digitalisierung ist die Geschwindigkeit, mit der sie die Arbeitswelt verändert. Kaum jemand kann sagen, was in fünf oder zehn Jahren sein wird, weil der technologische Fortschritt exponentiell vonstattengeht. Etliche Aufgaben, die heute noch bestimmte Fähigkeiten erfordern, können morgen schon obsolet sein und etwa von intelligenten Robotern übernommen werden. Das bedeutet für die derzeit Studierenden und für zukünftige Berufseinsteiger, dass sie nicht mehr mit der Arbeitssituation rechnen können, in der sich etwa die Großeltern oder auch noch die Eltern ihr Leben lang befanden. Heutzutage ein ganzes Berufsleben lang ein und denselben Job auszuüben ist im Grunde kaum noch vorstellbar. Das ist spannend, bringt natürlich aber auch einige Herausforderungen mit sich.

Ein großes Problem ist, dass viele (Fach-)Hochschulen bei der Vermittlung zukunftsfähigen Wissens ein wenig hinterherhinken. In Zeiten rasender technologischer und methodischer Entwicklungen muss auf eine bestimmte Art und Weise ausgebildet werden; auch die Qualifikationsmodule der Hochschulen sind entsprechend des Fortschritts ständig anzupassen und zu überarbeiten. Nur so können Hochschulen auf die von der Industrie geforderten Jobprofile reagieren.

Am besten ist es, wenn Absolventen ein breit aufgestelltes Qualifikationsprofil mit interdisziplinären Fertigkeiten aufweisen. Berufseinsteiger sollten dann in der Lage sein, schnell zu verstehen und Neues zu lernen und sich auf komplexe moderne Technologien einzustellen. Auch analytisches Denkvermögen ist entscheidend, denn es erlaubt, Erkenntnisse aus großen Datenmengen herauszufiltern. Doch eine Qualifizierung in fachlicher Hinsicht dürfte nicht ausreichen. Wer in Zukunft beruflichen Erfolg im digitalen Bereich sucht, muss sich auch die Fähigkeit aneignen, sich neue Themen auf eigene Faust erschließen zu können. In allen möglichen Bereichen der Digitalisierung aktuell informiert zu sein gehört hier genauso dazu, wie die Bereitschaft, lernwillig zu bleiben und sein Wissen stets upzudaten.

10 Zukunftsjobs im digitalen Bereich

1. Data Scientist

Schon heute sammeln zahlreiche Unternehmen riesige Datenmengen. Und zwar nicht nur Google oder die NSA, sondern auch unzählige kleine Unternehmen. Diese riesigen Datenmengen müssen strukturiert und aufbereitet, analysiert und gesichert werden. Außerdem muss jemand die Infos aus ihnen ziehen, die dem Unternehmen von Nutzen sein können.

Data Scientists, die in Zukunft noch viel stärker gefragt sein werden, sind dafür verantwortlich Verfahren zu entwickeln und zu etablieren, mit denen die riesigen Datenmengen leichter verarbeitet werden können. Dadurch unterstützen Data Scientists auch wichtige Entscheidungen anhand verarbeiteter Daten im Unternehmen.

Zu den Werkzeugen eines Data Scientists gehören moderne Techniken, wie etwa Data Mining, Machine Learning oder Statistical Modelling. Damit können in komplexen Daten Zusammenhänge, Muster und Cluster erkannt werden.

Data Scientists haben meist ein Studium im Bereich Mathematik oder Informatik absolviert. Auch ist eine analytische und statistische Denkweise von großem Vorteil.

2. Data Steward

Große Datenmengen sind nicht für Unternehmen nicht nur spannend und hilfreich. Sie können auch eine ganze Menge Probleme mit sich bringen. Die Risiken für Datenmissbrauch sind umso höher, je größer ein Unternehmen und je mehr Daten tagtäglich gesammelt und verarbeitet werden.

Um Leaks zu vermeiden und sich gegen Vorwürfe der unerlaubten Nutzung von Kundendaten zu immunisieren, braucht es Experten, die Sicherheit bringen. Denn schnell ist heute der Ruf eines Unternehmens nachhaltig beschädigt, wenn Datenschutzrechte missbraucht werden. Nicht selten folgen juristische Nachspiele, die Unternehmen auch direkt finanziell teuer zu stehen kommen können.

Data Stewards haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es soweit erst gar nicht kommen kann. Sie arbeiten eng mit den verschiedenen Fachbereichen im Unternehmen zusammen und sorgen dafür, dass die Governance- und Compliance-Vorgaben im Umgang mit Daten von allen eingehalten werden.

Auch für angehende Data Stewards ist ein Studium im Bereich Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Mathematik im Grunde Pflicht.

3. Experten für 3D-Druck

Der 3D-Druck steht noch immer in den Kinderschuhen. Die Technologie erfüllt jedoch einen uralten Wunsch, selbstentworfene Gegenstände innerhalb kürzester Zeit im Arbeitszimmer zu produzieren und danach in der Hand halten und mitunter tatsächlich sinnvoll nutzen zu können. Gerade wenn es um Ersatzteile für Maschinen und Ähnliches geht, ist das 3D-Drucken als Zukunftstechnologie extrem wertvoll. Weiterhin profitieren Mediziner und vor allem natürlich Patienten von beispielsweise individualisierten Prothesen.

Produktdesigner und Experten rund um den 3D-Druck profitieren vom exponentiell wachsenden Markt in diesem Bereich. Technisches Wissen und Ingenieurskenntnisse sind stark gefragt. Entsprechend sind die passenden Studiengänge zu empfehlen.

4. E-Learning Konzepter

Nicht nur immer mehr Online-Lernplattformen, sondern auch Online-Hochschulen entstehen, bei denen per App und von überall aus gelernt und ein Abschluss erlangt werden kann. Kreative Lehrkräfte sind gefragt, die hie neuen Anforderungen im digitalen Lernbetrieb umsetzen können.

E-Learning Konzepter greifen den Lehrkräften unter die Arme, indem sie Lern- und Schulungslösungen entwickeln, die sich online durchführen lassen. Zu den Aufgaben zählen dabei zum Beispiel die mediendidaktische Aufbereitung von Inhalten für webbased Trainings, Game Based Learning, Mobile Learning und E-Books.

Wer E-Learning Konzepter werden möchte, peilt am besten ein Studium im Bereich Medieninformatik, Mediendidaktik, Mediengestaltung, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftspädagogik an.

5. SEO-Manager

Wer bei einem bestimmten gegoogelten Stichwort nicht auf der ersten oder zweiten Seite landet, wird es schwer haben, im Netz einfach, schnell und von vielen Leuten gefunden zu werden. Das ist nun  einmal so, denn die Marktanteile der weltweit meistgenutzten Suchmaschinen liegen, was die Desktop-/ Laptopnutzung betrifft zu 75 % bei Google. Im mobilen Bereich sind es sogar über 90 %.

SEO-Manager sind dafür verantwortlich, Unternehmen genau dorthin zu führen: Auf die vorderen Plätze bei der Google-Suche. Dafür müssen sie den hochintelligenten Algorithmus  verstehen, mit dem die Suchmaschine den Nutzern die bestmöglichen Ergebnisse anzeigt. Es gilt, Websites auf ihre Suchmaschinenfreundlichkeit zu analysieren. Dabei kommen diverse Web-Analyse-Tools zum Einsatz, die beherrscht und verstanden werden müssen. SEO-Manager optimieren außerdem Texte und Webseitentitel und -beschreibungen. Und letztlich planen sie auch die gesamte Strategie, die dahintersteht und sorgen für einen guten Linkaufbau.

Ein Studium im Bereich Marketing, Medieninformatik, BWL oder Wirtschaftsinformatik qualifiziert für den Beruf des SEO-Managers am besten.

6. Customer-Experience-Manager

Der SEO-Manager war nur einer von fünf weiteren Manager-Berufen, die im Zuge der Digitalisierung entstanden sind und die wir aufgrund ihrer Brisanz nicht auslassen können. Der erste von ihnen ist der Customer-Experience-Manager (kurz: CEM), der letzten Endes dafür sorgen soll, dass der Kunde tatsächlich König ist und dass der Spruch nicht nur ein leerer Spruch bleibt.

Der CEM versucht von Anfang der Produktentwicklung an dafür zu sorgen, dass die Bedürfnisse potenzieller Kunden in optimaler Weise befriedigt werden. Diese Begeisterung soll tatsächlich stattfinden. Es geht also nicht darum, Produkte geschickt zu vermarkten, sondern sie geschickt zu produzieren und die Erfahrung bei ihrem Konsum "perfekt" zu machen.

Gerade im E-Commerce-Bereich gibt es noch viel Verbesserungs- und Optimierungsbedarf, ist doch das Einkaufen online noch immer eine recht junge und dennoch unglaublich stark wachsende Angelegenheit.

Ein Studium im Bereich Betriebswirtschaft, (Wirtschafts-)Informatik, Marketing, Marktforschung, Psychologie, Sozialwissenschaften, Produktmanagement oder Ähnliches ist sinnvoll.

7. IT-Security Manager

Die Gehälter für IT-Security Manager steigen stetig. Das hängt ganz einfach damit zusammen, dass heute alles über IT-Systeme läuft. Unternehmen hängen mit ihrem gesamten Wissen, den Daten und eventuellen Geheimnissen in der Informationstechnologie. Und deshalb sind natürlich Sicherheitsleute gefragt, die all das schützen.

Dafür planen und konzipieren IT-Security Manager die IT-Sicherheitsarchitektur und IT-Sicherheitsinfrastruktur. Zu den Aufgaben gehört das Erstellen von Richtlinien und Vorgaben für die Sicherheit von IT-Lösungen und IT-Netzen sowie etwa die Bewertung potenzieller Risiken, Weiterhin entwickeln die Sicherheitskräfte IT-Sicherheitstests und -kontrollen.

Immer wieder geht es darum, als legale, da von Unternehmen für diese Zwecke angestellte Hacker, zu versuchen, sämtliche Sicherheitsmaßnahmen von außen zu durchbrechen. Dadurch kann aufgezeigt werden, wo tatsächliche Cyberkriminelle einen Weg zu Wissen und Daten gefunden hätte.

Wer IT-Security Manager werden möchte, studiert am besten Informationssicherheit, IT-Sicherheit, Cybersecurity oder Wirtschafts-/ Informatik.

8. Engagement Manager

Kommen wir abschließend zu drei noch etwas unbekannteren Management-Berufen mit Zukunftsperspektive. Der Engagement-Manager etwa verkauft (IT)-Outsourcing-Dienstleistungen. Das bedeutet, dass er bei einem Kunden vor Ort herausfinden muss, welche Leistungen dieser ganz genau benötigt, um anschließend ein individuelles Servicepaket zusammenzustellen und ein ganzheitliches Angebot zu kalkulieren.

Er fungiert dabei im Grunde als Vermittler zwischen den Kunden mit ihren Anforderungen und Dienstleistern, die diese Anforderungen erfüllen können. Nach dem Verkauf kümmert sich der Engagement Manager weiterhin um die Kundebeziehung und die vertragsgerechte Umsetzung.

Auch hier bietet sich ein Studium im Bereich Betriebswirtschaft, (Wirtschafts-) Informatik oder auch (Wirtschafts-)Recht an.

9. Feel Good Manager

Es mag seltsam klingen, aber auch die sogenannten Feel Good Manager spielen in vielen großen Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Schaut man alleine mal auf das Silicon Valley, wo in Kalifornien die ganzen großen Start-ups und Riesen der Tech-Branche sitzen, fällt auf: Die dort Angestellten verdienen oft gut, müssen aber auch hart und viel arbeiten. Darunter soll und darf das Wohlbefinden der Angestellten nicht leiden, da damit in der Regel auch Qualitätseinbruch bei der Arbeit einhergeht.

Feel Good Manager sorgen dafür, dass dieses Wohlbefinden dauerhaft gewahrt wird. Sie organisieren auch Sportangebote und beispielsweise gesunde Verpflegungsmöglichkeiten im Unternehmen.

Ein Studium der Wirtschaftspsychologie bietet sich besonders gut an. Weiterhin können auch Personalmanager oder BWLer einen unkomplizierten Berufseinstieg finden.

10. E-Sports-Manager

In Ländern wie China oder Südkorea ist E-Sports längst so beliebt, wie Basketball, Baseball oder Football in den USA oder Fußball und Tennis in Deutschland. Und auch in Amerika und Europa wächst der Markt und die Akzeptanz als offizielle Sportart.

Die Spieler, die online gegeneinander antreten sind oft noch sehr jung, verdienen aber teilweise schon Millionen Euro, bzw. Dollar jährlich. Sie brauchen auf ihrem Karriereweg jemanden, der sie unterstützt. In Business-Angelegenheiten, aber auch auf psychologischer Ebene. Diese Aufgabe übernehmen E-Sports-Manager.

Wer in diesem Bereich tätig werden möchte, sollte ein abgeschlossenes BWL- oder Managementstudium sowie eine Begeisterung für Videospiele mitbringen.


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Ein Beitrag der externen Autorin Anja Klein.