Ab in die Auszeit. So funktioniert‘s

Es gibt zwei Begriffe, die weitestgehend dasselbe bedeuten: das Sabbatical und das Gap Year. Was sich dahinter verbirgt, ist vor allem eins – eine Auszeit. Eine Auszeit vom Job oder eine Auszeit vor dem Job. Während Personalern das Wort Sabbatical mittlerweile durchaus geläufig ist – die arbeitsrechtlichen Informationen dazu findest du übrigens unter arbeitsvertrag.org –, schaust du dich nach deinem Schulabschluss vielleicht nach Möglichkeiten um, wie du ein Gap Year voll und ganz ausnützen kannst. Einige Inspirationen soll dieser Beitrag liefern.

Welcher Gap-Year-Typ bist du?


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Diese Frage kannst du dir nur selber beantworten. Eine sehr nützliche Hilfestellung kann dir dabei der PDF Guide von idealo bieten. Einen Einstieg ins Thema findest du mit diesen Einstiegsfragen, die du eingangs beantworten musst. Mit welchem Statement kannst du dich am meisten identifizieren?

  • Abschluss in der Tasche! Zeit die Welt zu sehen …
  • Auszeit? Na klar! Ich bin aber noch unentschlossen …
  • Ich möchte die Auszeit nutzen, um mich selbst zu finden.
  • Abenteuer? Immer her damit!
  • Erstmal zurücklehnen und entspannen!

Anschließend gilt es, die Pläne des Gap Years entsprechend zu konkretisieren. Dabei musst du dir die folgenden Fragen stellen:

  • Wie viel Zeit hast du? Wenn deine Auszeit kürzer als drei Wochen sein soll, wird es wohl eher ein Urlaub als ein Gap Year.
  • Welches Ziel verfolgst du auf deiner Reise? Willst du deine Auszeit als Couch Potatoe verbringen, dann wirst du dein Gap Year zwar vergeuden, aber vermutlich Bekanntschaft mit zahlreichen Streaming-Diensten machen. Möchtest du neue Erfahrungen machen, kommst du beim Backpacking in jedem Fall auf deine Kosten.
  • Willst du arbeiten? Dann musst du näher bestimmen, wie diese Arbeit aussehen soll. Arbeitest du gerne mit Kindern, kann eine Stelle als Aupair oder Demi Au-pair deine Lösung für ein Gap Year sein. Möchtest du einen Job, der sich gut im Lebenslauf macht, kannst du entweder nach einem Schnupperpraktikum oder eine VolunteerStelle suchen oder Work & Travel-Angebote durchstöbern.

Was sich genau dahinter verbirgt, welche Variante des Gap Year dir etwas bringt und welches Land du bereisen solltest, um den Gap-Year-Wunsch in die Realität umzusetzen, erfährst du nun.

Diese aktiven Gap-Year-Varianten werden häufig empfohlen

Einige Optionen, die Auszeit zu verbringen, wurden bereits genannt. Nun soll es um die Details gehen, die eben diese Auszeitoptionen ausmachen:

Work & Travel bedeutet: Du heuerst für Kurzzeitjobs an – und zwar in dem Land, das du bereisen möchtest. Die Work & Travel-Spitzenreiter sind Kanada, Neuseeland und Australien. Work & Travel bietet viele Vorteile, denn du lernst das Land und die Leute kennen, verdienst zumindest so viel Geld, dass es für ein Taschengeld im Ausland reicht. Wer kein Geld verdienen muss oder möchte, für den komm die Reiseform des Backpackings in Frage. Der Start ist simpel: Du packst deinen Rucksack, buchst einen Flug und bist schon mittendrin im Gap Year.

Ein Praktikum bedeutet: Du weißt bereits genau, wohin es dich beruflich einmal verschlagen soll. Da während der Zeit an der Uni die Semesterferienzeit doch 1.) begrenzt und 2.) gut verplant sein wird, ist das Gap Year die Chance, auch ein längeres Praktikum zu absolvieren – idealerweise im Ausland. So erwirbst du nicht nur Praxiskenntnisse, sondern kannst dich bei der Suche nach einem Job später auch mit Fug und Recht mit „interkultureller Kompetenz“ schmücken.

Au-Pair zu sein bedeutet: Du kümmerst dich im Ausland um die Kinder einer Gastfamilie. Vor allem in den USA, in Neuseeland, Australien und Kanada ist diese Form des Gap Years weit verbreitet. Du lebst dabei in der Gastfamilie und kümmerst dich um die Kinder und den Haushalt. Die Spezialform „Demi Pair“ ist insofern eine Besonderheit, weil zum Job als Babysitter auch noch ein Sprachkurs absolviert wird. Natürlich kannst du einen Sprachkurs auch unabhängig von der Au-Pair-Stelle absolvieren, doch in punkto Erfahrungsgewinn ist das nicht dasselbe.

Volunteer zu sein bedeutet: Du engagierst dich ehrenamtlich. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist das Modell, das sich hier widerspiegelt. Angeboten werden diese Optionen von staatlich anerkannten Organisationen. Je nachdem, wo du dein Gap Year als Volunteer verbringst, kannst du auch zusätzlich einen Sprachkurs im Ausland absolvieren und dich so ggf. für dein Studium einer Fremdsprache bestens vorbereiten. Das grüne Pendant unterscheidet sich übrigens nur marginal und wird als FÖJ (kurz für Freiwilliges Ökologisches Jahr) bezeichnet.

Was du über Auslandssemester, Auslandspraktikum und Workcamp wissen solltest, kannst du auf diesen Seiten nachlesen.

Ein Gastbeitrag von Anja Klein.