Schreibtisch mit Mac, Laptop, Block, Pflanze und Lampe.
Bildquelle: pexels.com/Kelly L

Jetzt! Mal: Ganz ehrlich!

Alles Fake? Oder Realität? Unsere Klischee-Wahrheit-Checks durchscannen Jobs und Studiengänge. Diesmal: PR, YouTube und TV.

PR-Referent

Klischee

PR-Referenten übertreiben und überhöhen, wo es nur geht. Nur die wenigsten stehen wirklich hinter den Produkten oder der Agenda ihres Unternehmens. Selbst schlechte Nachrichten verbreiten sie immer mit einem Lächeln. Frei nach dem Motto: Gute Miene zum bösen Spiel. Dadurch fällt es Menschen schwer, sie wirklich einzuschätzen.

Wahrheit

»Hand aufs Herz – nichts auf dieser Welt ist perfekt, aber die Medienwelt schafft es, dem Negativen mehr Gewicht zu geben. Da ist es Aufgabe der PR, die wahren Stärken und Chancen neben den Schwächen und Risiken zu analysieren. PR-Referenten haben somit den Gesamtüberblick und gehen mit den positiven Faktoren voran. Welches Produkt oder Unternehmen kann eine gute Marktpräsenz haben, das von Anfang an schlecht geredet wird? Der erste Eindruck zählt – dabei stehen die nachteiligen Aspekte auf der Schattenseite und gelten als scheinbar verschwiegen. PR-Referenten sind keine Menschen, die schwer einschätzbar sind, sie richten nur stets ihre Sichtweise auf das Ganze. Aus Imagegründen beleuchten sie zuerst die positiven Seiten – ähnlich wie ein Bewerber in einem Vorstellungsgespräch. So ein PR-Referent ist also ganz menschlich.« – Christina Rüges, Projektmanagerin in der PR

 


Youtuber

Klischee

Youtuber sind absolute Kontaktgenies. Ihnen fällt es leicht, auf Menschen zuzugehen und neue Bekanntschaften zu knüpfen. Dies macht sich auch in ihrem Privatleben bemerkbar. Dank ihrer Abonnenten und Follower haben sie tausende Freunde – allerdings sind viele davon falsche. Ebenso können sie wie ein Wasserfall reden, jedoch ohne Punkt und Komma. Das nervt ihr Gegenüber!

Wahrheit

»Dieses Klischee beschreibt ziemlich genau das Gegenteil von mir. Ich liebe es, dass ich als Youtuberin von Zuhause aus arbeiten kann und viel Zeit mit mir selbst verbringe. Ich bin eine absolute Socializing-Niete und hasse nichts mehr als Events, bei denen es nur um Networking geht. Da fühle ich mich sowas von fehl am Platz und kann auch direkt zu Hause bleiben. Mein Freundeskreis ist recht überschaubar, dafür weiß ich aber, dass ich auf jeden Einzelnen zählen kann. In meinem Privatleben muss ich gar nicht ständig im Mittelpunkt stehen und tue mich sogar manchmal schwer, von mir aus ein Thema anzusprechen, das mir auf dem Herzen liegt. Oft müssen mir Freunde Sachen aus der Nase ziehen. Das nervt mein Gegenüber! Dass Leute, die in der Öffentlichkeit stehen, auch im Alltag absolute Rampensäue sind, ist ja ein langbekanntes Klischee. Sicherlich gibt es solche Menschen auch, das hat dann aber vermutlich mehr mit der Persönlichkeit und weniger mit der Jobwahl zu tun. Megastars wie Christina Aguilera, Lady Gaga oder auch Barack Obama sind introvertiert und dazu würde ich mich auch zählen. Also zu den Introvertierten, nicht unbedingt zu den Megastars.« – Mirella Prcek, bekannt für ihren YouTube-Kanal mirellativegal mit über 540.000 Abonnenten

 


TV-Journalist

Klischee

TV-Journalisten sind Selbstdarsteller par excellence. Ihnen gefällt es, sich zu präsentieren und von Leuten gesehen zu werden. Ihre Selbstverliebtheit gipfelt darin, dass sie Kritik einfach an sich abprallen lassen. Schließlich sind sie nicht umsonst diejenigen, die vor der Kamera stehen. Vielen fällt es schwer, mit ihrem Ego klarzukommen.

Wahrheit

»Ich kann dem Klischee nur teilweise zustimmen. Klar, ich präsentiere mich gerne vor der Kamera und sehe mich auch gerne im Fernsehen – sonst wäre ich kein TV-Journalist geworden. Allerdings hat das überhaupt nichts mit Selbstverliebtheit zu tun. Ich mag es einfach, zu moderieren und den Leuten die aktuellen Themen näherzubringen. Dabei ist es egal, ob ich mich bei einem Faschingsumzug im Supermanoutfit zum Affen mache oder einen Neujahrsempfang aufmische. Das kommt natürlich nicht bei jedem gut an, aber allen kann ich es nicht recht machen. Und schließlich ist es auch für unsere Zuschauer schöner, wenn sie ein Gesicht zu unserer Sendung haben. Dass Kritik von mir abprallt, bezweifle ich. Ich nehme mir Feedback schon zu Herzen. Egal, ob von Zuschauern oder Kollegen. Letztendlich bin ich noch Volontär und froh um jegliches Feedback, solange es berechtigt ist. Sollte es mal unberechtigt sein, dann kann es für den ein oder anderen schon mal schwer werden mit meinem Ego klarzukommen. Das kommt jedoch nur selten vor.« – Daniel Wilpert, Volontär beim Fernsehen


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