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Motivations-Hilfen gegen Abistress

Ok. Von allein geht Abi schaffen möglicherweise nicht. Die Mischung aus Schiss vor den Prüfungen und schlechtem Gewissen, weil keine Lust zu lernen, lähmt dich? Haben wir ein Gegenmittel: Diese Tricks von Christiane Heidrich, Verlagsleiterin des STARK Verlags, sind 1a-Motivations-Hilfen.

Du weißt, langsam wird es ernst. Ein paar Wochen noch, in allen Fächern biegen die Lehrer zackig auf die Zielgerade ein. Was eben noch weit entfernt war, kommt nun rasend schnell auf dich zu. Dir wird klar, jetzt kannst nur du es noch richten. Und was nun? Panik? Wegen Abi? Quatsch. Das haben schon ganz andere geschafft. Also auch du! Weil: Es ist alles eine Frage der Vorbereitung.

ZUERST MAL: So leid es uns tut – ohne Arbeit wird es nicht gehen. Wissen und Können werden nicht einfach an die Bedürftigen verteilt. Wer sie braucht, muss sie sich erarbeiten. Das kannst du auf die harte Tour lernen. Doch wer will das schon. Viel einfacher geht es, wenn du dir von Beginn an bewusst bist, dass es ohne Einsatz nicht geht. Du willst schließlich etwas erreichen. Wenn du daran denkst, welches Ziel du hast, merkst du schon, wie dich dieser Gedanke motiviert. Mach dir klar, wofür du arbeiten möchtest und setze dir Etappen, für deren Erreichen du dich belohnst. Das können schon kleine Dinge sein – ein Stück Schokolade oder eine Folge deiner Lieblingsserie. Wichtig ist das richtige Verhältnis. Ein paar Minuten gelernt, und jetzt belohnst du dich für den Rest des Tages mit Chillen? Das ist nicht ganz die richtige Relation.

KANN DICH DER FRÜHE VOGEL MAL? Lust zu lernen? Ziele und kleine Belohnungen helfen schon mal, sich zu motivieren. Trotzdem musst du dich meistens erst zum Lernen aufraffen. Dabei kommt es auch auf das richtige Timing an: Nicht jeder ist zwischen acht und elf Uhr produktiv. Andere bringen ihre grauen Zellen erst gegen Abend in Gang. Finde raus, welche Zeit für dich die beste ist. Überlege, wie es bisher war und beobachte dich ein paar Tage. Wann bist du fit? Wann fällt es dir schwer dich zu motivieren? Wann bleiben Informationen am besten hängen?

LERNTAG STRUKTURIEREN Basierend auf den Antworten, die dir dein Hirn in Sachen Biorhythmus gibt, kannst du dir deinen Lerntag strukturieren. Wenn sowieso Flaute im Kopf ist, solltest du dich erholen und nicht quälen. Umso effektiver solltest du die Zeit nutzen, wenn deine Synapsen Funken schlagen. Unter Zeitdruck bist du am besten? Dann setz dir selber Deadlines. Echte Deadlines. Und wenn du zum Schummeln neigst, deine Eltern können dich bestimmt mit ein paar Ansagen unterstützen.

RAUS AUS DER KOMFORTZONE Ok: Das Ziel ist klar definiert – es heißt ›auf ein brauchbares Abi lernen‹. Außerdem weißt du, wann du am klarsten im Kopf bist. Gut. Jetzt geht’s an die Umsetzung, Stichwort ›Ablenkung‹ im Zimmer. Dein Handy schreit nach Aufmerksamkeit. Die Möbel müssten auch mal wieder umgestellt werden. Und richtig aufgeräumt hast du auch schon lange nicht mehr. Klassischer Fall von Prokrastination. Lass dich nicht ablenken und such dir einen Ort, der dich nicht permanent aus der Ruhe und der Konzentration bringt. Eine andere Umgebung setzt andere Reize. Schon der Esstisch in eurer Küche strahlt eine andere Atmosphäre aus. Auch der Gang in die Stadtbibliothek verspricht mehr Ruhe und Konzentration. Kleiner Motivationsvorteil: Wahrscheinlich bist du nicht der Einzige, der dort lernt. Sofort fühlst du dich nicht mehr allein. Außerdem kannst du dich dort mit Kumpels zum Lernen verabreden. Wichtig ist: Erst fokussiert arbeiten, dann gemeinsam kleine Pausen machen und dann wieder konzentriert lernen.

DREH NE RUNDE! Du hast dir einzelne komplexere Sinnabschnitte erarbeitet? Jetzt heißt es: vertiefen, verstehen und eventuell auswendig lernen. Hier kann dir ein Spaziergang durch die Stadt oder den Park helfen – bitte nicht gerade durch die Fußgängerzone – eher eine ruhigere Ecke aussuchen. Einfach auf einen Zettel schreiben, am besten per Hand und dann beim Gehen immer wieder durchlesen und einprägen.

OLD SCHOOL KANN HELFEN Klar ist es manchmal verführerischer, ewig über einem völlig neuen Lernkonzept zu brüten als einfach mit dem Lernen loszulegen. Kleiner Nachteil: Du verplemperst Zeit, die du eigentlich zum Lernen brauchst. Also orientiere dich an den Dingen, die du dir bereits erarbeitet hast oder die du von anderen verwenden kannst: Nutze etwa Lernkarten oder Mindmaps, die dich durch vergangene Prüfungen gebracht haben. Orientiere dich zudem an Abi-Prüfungen der letzten Jahre. Du wirst schnell merken, welche Fragen und Aufgaben sich in Art und Weise gerne wiederholen. Hol dir Prüfungsvorbereitungsbücher mit früheren Originalprüfungen – das zeigt dir authentisch, was verlangt wird. Außerdem findest du darin praktische Tipps und Tricks – solltest du in der Schule an der ein oder anderen Stelle ein geistiges Nickerchen eingelegt haben. Durch die klare Struktur geben dir die Bücher eine gute Möglichkeit, deine Lernetappen zu organisieren.

COMMUNITY! Auch wenn dein Erfolg letzten Endes an dir hängt und du ganz allein durch die Prüfung kommen musst – den Weg dorthin musst du nicht alleine gehen. In deinem Jahrgang habt ihr alle die gleichen Befürchtungen, die gleichen Probleme. Die einen tun sich leichter, die anderen schwerer. Der eine ist in Mathe besser, die andere in Biologie. Such dir eine Gruppe, mit der du gut lernen kannst. Achte darauf, dass ihr euch gegenseitig weiterbringt. Unter Umständen heißt das, dass dein bester Freund nicht dabei ist. Denn Ablenkung ist erst nach dem Lernen gefragt. Ihr braucht eine gute Mischung und auch schwächere Kandidaten dürfen dabei sein. Schließlich ist es auch ein gutes Gefühl, wenn du Aufgaben so gut begriffen hast, dass du sie jemanden so erklären kannst, dass dieser sie auch versteht. Mit drei bis fünf Lernwilligen bist du gut aufgestellt. Achtet darauf, dass Lerntermine eingehalten werden. Sanktioniert Unpünktlichkeit – etwa, wer zu spät kommt, muss eine Runde Cola ausgeben. Der Gruppenzwang erhöht die Lerndisziplin und Motivation. Nehmt euch zu Beginn ein paar Minuten für Pausenhof-Gossip. Und dann startet konzentriert für maximal 60 Minuten und macht danach eine Pause, bevor ihr wieder konzentriert weiterarbeitet.

PÄUSCHEN Abwarten und Tee trinken ist definitiv nicht die richtige Herangehensweise. Genauso kontraproduktiv ist aber auch die Variante Workaholic. Dein Geist und dein Körper brauchen Pausen. Auf Lerneinheiten bis zu 60 Minuten sollten Pausen von 15 bis 30 Minuten folgen. Auch bis in die frühen Morgenstunden solltest du nicht unbedingt pauken. Schlaf ist gehirntechnisch wichtig: Im Hippocampus wird im Schlaf das Wissen aus dem Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis geschoben. Je tiefer du schläfst und umso kürzer der Abstand zwischen der Lern-Session und dem Schlaf ist, desto besser. Lass deine grauen Zellen für dich arbeiten und hau dich aufs Ohr! Die nahenden Prüfungen sollten dich nicht vom Schlafen abbringen. Mach dir bewusst, wie viel du bereits geleistet und geschafft hast. Deine gesteckten Etappenziele machen das ziemlich klar. Und mit diesem Wissen lässt sich ganz beruhigt einschlafen. Wenn du hinterher hängst, mach dir einen realistischen Plan, wie du wieder aufholen kannst. Und bevor du daran verzweifelst, frag deine Lehrer. Die haben dafür sicher ein paar Tipps auf Lager.

YOLO? Tja, man lebt nur einmal. Prüfungen hingegen drohen mit Wiederholung, spätestens im nächsten Jahr. Das will keiner. Also streng dich an. Es lohnt sich. Und wenn du deinem Plan folgst, kannst du dich am Tag vor der Prüfung ganz entspannt vorbereiten. Suche Sicherheit in deinen Notizen, doch nimm kein Buch mehr in die Hand. Was du jetzt nicht weißt, nimmt dein Gehirn nicht mehr auf. Bereite alle Hilfsmittel vor und sorge für Ruhe und Entspannung. Mach dir bewusst, was du dir in den letzten Wochen erarbeitet hast. Das verschafft dir die notwendige Sicherheit, gehe schlafen, wenn du müde bist und frühstücke an den Prüfungsmorgenden in Ruhe. Du wirst sehen: Es klappt.


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