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Arbeiten als Student: Voraussetzungen für das Jobben im Studium

Arbeiten als Student ist in Deutschland für viele unumgänglich für die Studienfinanzierung. Durch das Werkstudentenprivileg genießen jobbende Studierende Vorteile in der Sozialversicherung und bei der Lohnsteuer. Wir erklären, um welche es sich dabei handelt, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen und gehen auf die unterschiedlichen Modelle ein, die das Arbeiten und Studieren konfliktfrei ermöglichen.

Arbeiten im Studium: Beitragsfreiheit in Krankenversicherung und Co.

Durch das Arbeiten während des Studiums entsteht keine zusätzliche Versicherungspflicht in Pflege-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung. Rentenversicherungspflicht besteht lediglich für Midijobber ab einem monatlichen Einkommen von 450,01 € bis 450 Euro-Jobber können sich von dieser befreien lassen. Natürlich werden auch keine Ansprüche in den entsprechenden Versicherungszweigen erworben.

Studenten können wie gewohnt in der Familienversicherung bis 25 Jahren, studentischen Pflichtversicherung, gesetzlichen oder privaten Versicherung krankenversichert bleiben. Wer noch über die Eltern versichert ist, darf allerdings nur max. 425 Euro/Monat verdienen (im Zuge eines geringfügigen Minijobs 450 Euro).

Kindergeld ohne, Bafög mit Einkommensgrenze

Seit 2012 gibt es keine Einkommensgrenze für den Bezug des Kindergeldes. Lediglich beim Bezug von Bafög muss der Jahresverdienst von 5.400 € eingehalten werden, um die Bezüge in voller Höhe zu erhalten.

Voraussetzungen für das Werkstudentenprivileg

Um von den Vorteilen des Werkstudentenprivilegs zu profitieren, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Diese sind:

  • Immatrikulation an einer Hochschule (ausgeschlossen sind Promotionsstudiengänge)
  • Studium wird in Vollzeit ausgeübt
  • Im Semester maximal 20 Stunden/Woche arbeiten neben dem Studium (Kurzfristige Minijobber dürfen für einen Zeitraum von max. 3 Monaten/Jahr auch in höherem Wochenumfang tätig werden)
  • Nur bis 26 Wochen mehr als 20 Std./Woche Arbeiten möglich (Ausnahme bilden Pflichtpraktika)
  • Maximal im 25. Fachsemester
  • Stets eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung dem Arbeitgeber vorlegen

Hinweis: Wird nur eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, ist das Arbeiten als Student in Krankenversicherung und Co. voll versicherungspflichtig.

450-Euro-Job: Regelmäßig Arbeiten und Studieren

Für eine Tätigkeit in einem geringen, regelmäßigen Umfang findet meist der 450-Euro-Job Anwendung. Hierbei ist es wichtig, dass die Jahresverdienstgrenze von 5.400 € nicht überschritten wird. Übt der Student gleich mehrere 450-Euro-Jobs aus, wird der Verdienst der Jobs einfach zusammengerechnet.

Auch wenn der Arbeitgeber Pauschalbeträge zahlt, ist der Minijobber verpflichtet, sich eigenständig um einen Krankenversicherungsschutz zu kümmern. Die Pauschalabgaben des Arbeitgebers beziehen sich ausschließlich auf eine Unfallversicherung, während die Tätigkeit ausgeübt wird.

Im Zuge eines Minijobs auf 450-Euro-Basis können sich studentische Arbeitnehmer von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. In diesem Fall werden aber auch keine Beitragszeiten erworben, dafür ist dann ein Verdienst Brutto für Netto ohne Abzüge möglich.

Bei einem 450-Euro-Job arbeiten Studenten steuerfrei. Es besteht keine Notwendigkeit am Ende des Jahres eine Steuererklärung zu erstellen.

Kurzfristiger Minijob: Arbeiten als Student mehr als 20 Std./Woche

Für Studenten, die nur in den Semesterferien arbeiten möchten, um möglichst schnell viel Geld zu verdienen, bietet sich der kurzfristige Minijob an. Es gibt keine Verdienstgrenze für Studenten genauso wie keine Beschränkung der wöchentlichen Arbeitszeit.

Dafür müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: So darf die Anstellung in einem kurzfristigen Minijob nicht mehr als 3 Monate bei einer 5-Tage-Woche bzw. 70 Arbeitstage im Jahr überschreiten. Werden mehrere kurzfristige Minijobs übernommen, werden die Zeiträume aller Jobs zusammengerechnet.

Bei einem kurzfristigen Minijob wird der Verdienst zunächst versteuert. Wird dem Arbeitgeber zum Jobantritt mitgeteilt, dass das Einkommen individuell besteuert werden soll, kann bis zum Jahresende eine Steuererklärung eingereicht werden, sodass gezahlte Abgaben bis zu einem Freibetrag von 8.820€ im Zuge des Lohnsteuerausgleichs zurückerstattet werden.

Midijob: Profitieren von der Gleitzone

Ein Midijob bietet die Möglichkeit regelmäßig mehr zu verdienen als nur 450€ im Monat. Bei einem Verdienst von monatlich 450,01 - 850 € bewegen sich Studenten nämlich zwischen einer geringfügigen und einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in der sog. Gleitzone. Studierende sind zwar rentenversicherungspflichtig, zahlen im Vergleich zu „normalen“ Arbeitnehmern ermäßigte Beiträge.

Bei einem 850-Euro-Job als muss dem Arbeitgeber die Steueridentifikationsnummer des Studenten mitgeteilt werden, damit die Höhe des Einkommens an das zuständige Finanzamt übermitteln werden kann.

Selbstständig arbeiten über Gewerbeschein oder freiberuflich

Das Arbeiten als Student auf selbstständiger Basis kann durchaus interessant sein, wenn man sich nicht an einen Arbeitgeber binden und seine Arbeitszeiten möglichst frei wählen möchte. Wer regelmäßig selbstständig arbeiten möchte, muss einen Gewerbeschein beantragen, um seine Dienstleistung anbieten zu können.

Für Studenten reicht ein Kleingewerbe in der Regel aus, da die Verdienstgrenze hier bei 17.500 € im Jahr liegt, was einem Monatseinkommen von 1.460€ entspricht. Du musst dann auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen.

Wer freiberuflich neben dem Studium arbeiten möchte, benötigt keinen Gewerbeschein. Freiberufler arbeiten typischerweise im pädagogischen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Bereich z. B. Nachhilfe-, Musik- oder Sprachlehrer, aber auch als (Grafik-)Designer, Fotograf oder Texter. Die Freiberufskriterien werden dabei je nach Finanzamt unterschiedlich ausgelegt – hier sollte man sich vorher beim entsprechenden Amt schlau machen.

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