Verschiedenes Werkzeug und ein Tablet
Bildquelle: Tom Claes, pexels.com

Dr. med. Tech

Ingenieur*innen im Gesundheitswesen

Die Zukunft der Medizin mitgestalten? Das ist auch ohne weißen Kittel möglich. Denn egal ob 3D-Drucker für lebendes Gewebe oder Hörgeräte der neuesten Generation – die Errungenschaften der modernen Medizin verdanken wir nicht nur Mediziner*innen, sondern auch den Ingenieur*innen, die hinter der Entwicklung dieser technischen Wunder- waffen stecken. MedTech ist die Branche der Stunde unter Ingenieur*innen: sie bietet gute Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten, ein buntes Sammelsurium an Einsatzfeldern und hat ganz nebenbei das wunderbare Ziel, Menschenleben zu retten.

 

Die Aufgaben

Viele Optionen

Egal ob Orthopädie, Augenoptik oder Hörtechnik: Es gibt zahlreiche Fachgebiete der Medizintechnik, auf die sich ambitionierte Ingenieur*innen spezialisieren können. Während es in der Augenoptik um die Fertigung von Sehhilfen oder die Netzhaut-Chirurgie geht, werden im Bereich der Orthopädie- und Rehatechnik beispielsweise Prothesen, Rollstühle oder Pflegebetten konstruiert. Auch die Entwicklung von Instrumenten für Operationen oder medizinische Behandlungen, wie Endoskope oder Elek-troden, ist ein Einsatzgebiet für MedTech Spezialist*innen.

We want You

Fachkräfte werden verstärkt für den Bereich der Forschung und Entwicklung gesucht. Doch auch im Produktmanagement, in der Qualitätssicherung, im Vertrieb und im Bereich der Zulassungen sind Ingenieur*innen mit technischem Verständnis und Produktwissen gefragt. Das gilt für 3D-gedruckte Prothesen genauso wie für elektronisches OP-Zubehör.

 

Die Skills

Basics

Maschinenbauingenieur*innen sind in der MedTech Branche genauso gefragt wie Elektrotechniker*innen und Ingenieur*innen mit IT-Fachwissen. Es muss also nicht zwingend der Weg über ein Medizintechnik-Studium sein. Mathematisches und technisches Verständnis sind die Basics. Je nach gewünschter Spezialisierung sind zusätzliche Kenntnisse etwa im Bereich der Bildverarbeitung, Augenoptik oder Robotik willkommen.

Schnittstellenkompetenzen

Auch das Mindset für die Branche muss stimmen. „Gefordert sind vor allem transdisziplinäres Denken und Handeln,“ erklärt Manfred Beeres vom Bundesverband Medizintechnologie e.V. „Schließlich trifft Technik auf Medizin, Entwicklung auf Anwendung.“ Teamfähigkeit und Kommunikation werden großgeschrieben, denn es besteht eine enge Zusammenarbeit mit Mediziner*innen, deren Sprache für MedTech-Expert*innen kein Fachchinesisch sein sollte.

 

Der Arbeitsmarkt 

Vielversprechend

Die MedTech Branche ist ein Jobmotor und beschäftigt deutschlandweit über 215.000 Menschen. „Die Medizintechnik ist eine dynamische, hoch-innovative und im Dienste der Menschen stehende Branche, die auch in Zukunft wachsen wird,“ erklärt Beeres. „Die Berufsaussichten sind für Ingenieure, Naturwissenschaftler und Fachkräfte generell ausgezeichnet.“ Allein in den letzten fünf Jahren wurden in der Branche mehr als 12.000 neue Stellen geschaffen.

Krisensicher?

Obwohl auch die MedTech Branche nicht vor Umsatzeinbußen durch die Pandemie gefeit war, erwiesen sich die Arbeitsplätze im letzten Jahr als kaum bedroht. „Die Unternehmen wollten ihr Personal auch in der Krise halten“, berichtet Beeres. „Mehr als ein Viertel der von uns befragten Unternehmen gab an, sogar zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen zu haben. Für 2021 erwarten wir ein noch besseres Ergebnis, so dass die Berufsaussichten ausgezeichnet bleiben.“

 

Nachgefragt Bei Sophie Müller, Junior Produktmanagerin bei Werfen Medizintechnik

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

»Als Ingenieurin im Produktmanagement sind meine Aufgaben super vielseitig. Ich begleite unsere Gerinnungsanalysesysteme von der Entwicklung bis zur Markteinführung und stehe in engem Austausch mit anderen Abteilungen, zum Beispiel dem Vertrieb. Auch mit unseren Kunden habe ich direkten Kontakt,  da wir deren Anforderungen in unseren Entwicklungsprozess einfließen lassen.«

Was begeistert dich an der Medizintechnik?

»Mit unseren Produkten verbessern wir die Versorgung von Patient*innen. Durch die Verantwortung für unsere Produkte kann ich mein technisches Interesse mit der Möglichkeit verbinden, Menschen zu helfen.«

 

Die Branche

Innovativ: Medtech-Unternehmen investieren durchschnittlich 9% ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. 

International: Die Exportquote deutscher Medtech-Unternehmen liegt bei rund 65%. 

Intim: Medtech-Firmen sind häufig kleine bis mittlere Unternehmen. Mehr als 93% der Firmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter*innen.


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