Mann sitzt an Schreibtisch am Laptop, daneben liegt ein Notizbuch
Bildquelle: Burst / pexels.com

Genial (Über)Regional

...und dazu noch nachhaltig und engagiert? Solche Arbeitgeber findest du im Mittelstand, wie uns Insider hier erzählen

 

Daniel Gorochov ist Applikationsingenieur im Bereich automatische Röntgeninspektion bei Göpel Electronic.

 

Herr Gorochov, warum haben Sie sich für den Einstieg in ein mittelständisches Unternehmen entschieden?

"Mir war es wichtig, in einem Unternehmen zu arbeiten, das die Wertschöpfung noch vor Ort hält. Es wird nichts nach Fernost outgesourct, Entwicklung und Fertigung finden in der Region statt. Das schafft Arbeitsplätze und ist wichtig für die lokale Wirtschaft. Außerdem kann ich in mittelständischen Unternehmen sehr flexibel arbeiten und habe dadurch große Entfaltungsmöglichkeiten." 

Welche Aufgaben übernehmen Sie?

"Als Applikationsingenieur bin ich die technische Schnittstelle zum Auftraggeber – ich arbeite eng mit den Kunden zusammen. Außerdem betreue ich unsere Maschinen und helfe mit, sie in die bestehenden Prozesse zu implementieren. Dazu gehören Schulungen zur Bedienung der Maschinen sowie Support. Letzteres kann häufig vom Arbeitsplatz aus erfolgen, telefonisch oder per Fernzugriff auf das System. Einsätze beim Kunden vor Ort gehören jedoch auch dazu. Zusätzlich führe ich Präsentationen vor potenziellen Kunden durch und betreue mit meinen Kollegen unseren Stand auf Fachmessen." 

Inwiefern wirken Sie in internationalen Projekten mit?

"Die Abteilung, in der ich arbeite, hat eine Exportquote von 70 Prozent. Das ist überdurchschnittlich hoch, aber die Elektronikindustrie ist prinzipiell sehr global. Internationale Projekte sind alltäglich, da ich Kunden auf der ganzen Welt betreue. Auch hier kommen Support- und Service-Einsätze vor – eine gewisse Reisebereitschaft ist daher wichtig. Es ist also falsch, dass Mitarbeiter mittelständischer Unternehmen nicht ›rauskommen‹."

Würden Sie sich rückblickend wieder für den Mittelstand entscheiden?

"Definitiv ja! In mittelständischen Unternehmen geht es nicht um kurzfristige Gewinnerzielung oder Aktienkurse. Der Fokus liegt auf Wachstum, der Region und den Mitarbeitern – daher würde ich immer wieder solch ein Unternehmen vorziehen."

 

Benjamin Rosenkranz ist Konstruktionsingenieur bei Kaeser Kompressoren.

 

Herr Rosenkranz, wieso arbeiten Sie gerne in einem mittelständischen Unternehmen?

"Ich schätze besonders die abwechslungsreichen Aufgabenstellungen, die kurzen Dienstwege und die starke regionale Verbundenheit. Mittelständische Betriebe sind meist natürlich gewachsen und daher finanziell gesehen stabil. Sie sind in der Gesamtstruktur überschaubar und es kommt selten zu Entlassungswellen. Dies gibt den Mitarbeitern eine gewisse Planungssicherheit für die Zukunft." 

Inwiefern spielt Internationalität in Ihrem Unternehmen eine Rolle?

"Ich arbeite als Konstukteur im Bereich stationäre Schraubenkompressoren. Diese Kompressoren werden weltweit vertrieben. Somit ist es für mich zwingend erforderlich, einen Überblick über die länderspezifischen Produktanforderungen zu haben und diese in unseren Produkten umzusetzen. Wir haben über 50 Niederlassungen weltweit, welche die direkte Marktbearbeitung in ihrem jeweiligen Land übernehmen. Ich selbst habe eher selten Auslandseinsätze, unterstütze die Kollegen im Ausland aber häufig per Mail und Telefon." 

Sollten Absolventen, die in den Mittelstand einsteigen möchten, Auslandserfahrungen mitbringen?

"Derartige Erfahrungen sind immer hilfreich und wünschenswert. Mittelständische Betriebe sind durchaus international vernetzt, sowohl mit ihren Niederlassungen als auch mit Zulieferern und Händlern. Außerdem profitieren Einsteiger persönlich von Arbeitserfahrungen im Ausland: Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen und Arbeitsweisen ist genauso erstrebenswert wie die Vertiefung fachbezogener Englischkenntnisse." 

Worauf können sich Einsteiger in mittelständischen Unternehmen am meisten freuen?

"Vor allen Dingen auf abwechslungsreiche Aufgabenstellungen. Nach der Einarbeitungsphase können sie schnell eigene Projekte übernehmen und eigenverantwortliche Entscheidungen treffen."


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