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Ungewöhnliche Berufe: Berichte aus dem Alltag

Wie wird man Poetry Slammer, Stuntman, Autor, Gründer, Luxushoteltester, Moderrator und Weddingplaner und wie schaut der Berufsalltag aus?

Poetry Slammer

Wie lernst du das?

Poetry Slammer haben eine ausgeprägte Gabe, kreative Texte zu schreiben und diese für ein breites Publikum ansprechend rüberzubringen. Falls du dieses Talent bei dir auch schon beobachtet hast, heißt es: Ausprobieren! Mach mit beim nächsten offenen Poetry-Event – an vielen dieser Slams kann jeder teilnehmen, dafür musst du dich nur bei den Organisatoren anmelden. Für ganz Spontane: Auch direkt bei der Veranstaltung kannst du dich in vielen Fällen noch beim Moderator melden. Dafür brauchst du nur zwei deiner Texte und eine Portion Mut.

Warum solltest du Poetry Slammer werden?

Na, weil die Ideen raus müssen! Du kannst Menschen auf Knopfdruck zum Lachen oder Nachdenken bringen? Das ist die beste Voraussetzung dafür, dass du auch vor einem größeren Publikum bestehst. Toller Nebeneffekt: Du lernst viele interessante Slammer kennen.

Wie werde ich das?

Bring einfach deine selbstgeschriebenen Texte mit auf die Bühne und trage sie vor. Keine Angst, bei all den Scheinwerfern musst du den vielen fremden Leuten meist gar nicht ins Gesicht schauen. Der Auftritt hat dir gefallen und du merkst, dass deine lyrischen Ergüsse gut beim Publikum ankommen? Dann wirst du automatisch mehr schreiben, dir weitere Bühnen suchen und am Ende beginnst du vielleicht sogar, Geld damit zu verdienen.

Stuntman

Matthias Schendel (Stunt Koordinator):

Wie ich gelernt habe, was ich tue …

Ich habe parallel zum Abitur die Ausbildung zum Stuntman gemacht, wobei ich schon von Kindesbeinen an auf professionelle Stunts hin trainiert habe. Damals gab es noch eine Stuntschule in Ingolstadt, die besteht mittlerweile aber nicht mehr. Generell sind in Deutschland entsprechende Schulen so gut wie ausgestorben.

Wie werde ich das?

 Mein Rat für Interessierte wäre, sich bei den Stuntteams in Deutschland zu melden, mit ihnen zu trainieren und für die jeweiligen Aufträge sehr hart mitzuarbeiten. Denn der eigentliche Stunt macht nur etwa ein Prozent der Arbeit aus, 99 Prozent bestehen aus viel Training, harter Arbeit, keinen Wochenenden und Feiertagen sowie kurzen Nächten. Dafür gibt es eine riesige Belohnung durch ein Berufsbild, das mit nichts zu vergleichen ist. Ich liebe meine Arbeit, denn ich kann mich jeden Tag selbst verwirklichen, meiner Leidenschaft folgen und für Filme wirklich spannende und spektakuläre Bilder produzieren, ohne mich dabei selbst zu sehr zu gefährden. Sicherheit ist mittlerweile das oberste Gebot in diesem hochprofessionellen und mittlerweile sehr technischen Beruf. Körperliche Fitness, eine gesunde Selbsteinschätzung sowie physikalisches und mathematisches Verständnis sind aber Grundvoraussetzungen, um erfolgreich und sicher als Stuntman bestehen zu können.

Warum ich liebe, was ich tue …

Der Beruf ist mein Kindheitstraum! Ich wurde von der Serie ›Ein Colt für alle Fälle‹ aus den 80ern geprägt und wollte schon immer Stuntman werden. Für mich ist das aber keine Jagd nach Rekorden oder die Suche nach dem Kick – da wäre ich in dem Job definitiv falsch. Er ist vielmehr Ausdruck meiner Persönlichkeit.

Mehr Infos unter stuntteam-germany.com

Autor

Wie lernst du das?

Die meisten Autoren haben keinen geradlinigen Karriereweg vorzuweisen, der in ihren Beruf mündete. Hierfür ist auch keine spezifische Ausbildung nötig. Wichtig ist vor allem, dass du Lust am Schreiben hast, ordentlich recherchieren kannst, mit Zeitmanagement umgehen und dich mit deinem eigenen Schreibstil durchsetzen kannst

Warum solltest du Autor werden?

Natürlich kannst du dich einerseits kreativ ausleben und deine Geschichten mit der Welt teilen. Außerdem ein toller Nebeneffekt: Du brauchst nur ein Notebook mit Internet für deine Arbeit, kannst also von überall arbeiten und musst nicht jeden Tag in ein Büro tingeln.

Wie wirst du das?

Auch, wenn es mal zäh wird: Schreiben! Fange ruhig bei einem kleinen Verlag an oder beginne mit Self-Publishing, um einen Fuß in die Tür des Verlagsgeschäfts zu bekommen.

Gründer

Wie lernst du das?

Eine zündende Idee ist nicht alles: Für die erfolgreiche Gründung eines eigenen Start-ups brauchst du jede Menge Fleiß und Disziplin. Hilfreich für den finanziellen Erfolg ist ein betriebswirtschaftliches Studium. So behältst du den Überblick über deine Zahlen und kannst dein Start-up kompetent wachsen lassen.

Warum solltest du Gründer werden?

Du erkennst eine große Marktlücke, möchtest die Menschen mit deiner Geschäftsidee bereichern und deine fachliche Leidenschaft ungebremst von Vorgesetzten in ein Produkt legen? Als Gründer hast du dazu die Möglichkeit. Du kannst dir deinen eigenen Traumjob schaffen und noch dazu deine Zeit frei einteilen.

Wie wirst du das?

Um ein Unternehmen aufzubauen, brauchst du vor allem drei Dinge: Eine gute Idee, Mut und Durchhaltevermögen. Zusätzlich ist ein guter Freundeskreis, der einen bei der Verwirklichung seiner Idee unterstützt, wichtig.

Luxushoteltester

Andrea Labonte (Luxushoteltesterin für das Portal wellness-heaven.de):

Wie ich gelernt habe, was ich tue …

Ich habe nach dem Abitur eine Ausbildung als ›Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft‹ absolviert. Anschließend studierte ich ›International Business‹ in Mainz und Paris. Während dieser Jahre habe ich gelernt, analytisch zu denken und mich in einem multikulturellen Kontext einzubringen. Nach dem Studium arbeitete ich lange bei Richemont, einem der weltgrößten Luxusgüterkonzerne. Hier verantwortete ich den Marketingbereich für die Schweizer Uhrenmarke Vacheron Constantin in Deutschland, Skandinavien und Ost-Europa. Während dieser Tätigkeit lernte ich viel über High-End-Produkte, was mir bis heute bei der Evaluierung erstklassiger Luxushotels zugute kommt.

Warum ich liebe, was ich tue …

Weil ich ständig unterwegs bin und an die schönsten Orte der Welt reisen darf: Dieses Jahr war ich beispielsweise in Kapstadt und auf den Malediven. Meine Highlights waren eine eindrucksvolle Safari in Südafrika, das Schnorcheln mit Schildkröten und das Schwimmen mit Delfinen im Indischen Ozean.

Ist das was für dich?

Wichtig für den Job: Ich denke gerne analytisch, reise und schreibe gerne und achte auf jedes Detail. Die Qualität eines frisch gepressten Orangensafts beim Frühstück wird ebenso bewertet wie die Aussicht vom Whirlpool im Spa-Bereich. Über 500 Kriterien werden im Rahmen einer Matrix evaluiert und von einem Algorithmus statistisch ausgewertet. Ein detaillierter Testbericht rundet den Hoteltest ab.

Moderator

Wie lernst du das?

Es gibt zwar auch Quereinsteiger, aber für den klassischen Einstieg in die Radiobranche sind folgende Tipps zu empfehlen: Engagiere dich zum Beispiel schon während des Studiums im Uni-Radio oder suche dir eines, das freiwillige Mitarbeiter sucht. Arbeite an deiner Stimme und absolviere Praktika, um erste Arbeitserfahrungen vorzeigen zu können. Der klassische Einstieg in eine Festanstellung als Moderator ist dann das journalistische Volontariat.

Warum solltest du Radiomoderator werden?

Neben der spannenden Technik, mit der du als Moderator zu tun hast, kommt natürlich vor allem dein Sprachtalent zur Geltung. Täglich begegnen dir im Studio interessante Interviewgäste, News oder Geschichten, die du journalistisch aufarbeitest und wiedergibst. Der Mix aus Sprach- und Musikanteil fordert auch dein Organisationstalent – die eigene ›Show‹ zu mischen, macht aber auch viel Spaß!

Ist das was für dich?

Um mit Überzeugung die Entscheidung für den Beruf des Moderators zu treffen, solltest du die Möglichkeit eines zeitlich begrenzten Praktikums nutzen, um den Berufsalltag hautnah zu erleben.

Wedding Planner

Christine Görtz (Hochzeitsplanerin und Gründerin von ›Bube Dame Görtz‹):

Wie ich gelernt habe, was ich tue…

Ich habe Kauffrau im Einzelhandel gelernt, bin dann aber in den Vertrieb gewechselt. Insofern war ich oft auf Messen und bin irgendwann ins Marketing gerutscht. Ich begann, selbst Messen, Messestände und Veranstaltungen zu organisieren. Als meine Abteilung dann aufgelöst wurde, habe ich mich dazu entschieden, mich als Hochzeitsplanerin selbstständig zu machen.

Wie werde ich das?

Es gibt verschiedene Wege, Hochzeitsplaner zu werden. Beispielsweise durch einen Workshop, eine Ausbildung zum Eventmanager, durch Praktika oder über eine Agentur. Du brauchst natürlich eine gewisse Affinität für Hochzeiten – und den Mut zur Selbstständigkeit.

Warum ich liebe, was ich tue …

Da gibt es vieles: die Abwechslung, die Emotionen, die freundschaftliche Zusammenarbeit mit den Brautpaaren, den Umgang mit Dekoration und Blumen. Jedes Brautpaar ist anders, ich kann mich also kreativ ausleben und habe das Gefühl, dass sich jede Überstunde lohnt. Nicht zuletzt werde ich durch die Dankbarkeit meiner Kunden und die Zusammenarbeit mit kreativen Kollegen belohnt.


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