Mann mit Anzug im Pool
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Mythos Karriere im Ausland

Wer für den Job ins ausland geht, sieht sich vielen Vorurteilen gegenüber. Das ist wirklich dran

Wer Englisch spricht, kann in jedem Land der Welt arbeiten.

Es stimmt, mit Englisch kommen Arbeitskräfte aus dem Ausland in vielen Ländern weiter, dennoch sollten für die Sprache des Ziellandes zumindest Grundkenntnisse vorhanden sein. Je nach Job und Land sind auch fließende Sprachkenntnisse der Landessprache notwendig, weiß Matthias Rauhut, Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit. Ein Sprachkurs der Landessprache lohnt sich in jedem Fall.

Wer im Ausland arbeitet, fühlt sich immer wie im Urlaub.

»Schön wär's, aber mit durchschnittlich nur zehn Tagen bezahltem Urlaub pro Jahr würden die meisten Amerikaner und deutsche Arbeitende in den USA mit dieser Aussage wohl ihre Schwierigkeiten haben. Und wer lange genug im Ausland lebt, der fühlt sich dort auch irgendwann zu Hause. Aber trotzdem freue ich mich zu jedem Jahresende wieder auf meinen Urlaub in der Heimat bei Hannover.«
Moritz Baier, Investmentbanker in der New Yorker Konzernzentrale von Goldman Sachs

Andere Länder, andere Sitten: So groß wird der Unterschied schon nicht sein, oder?

»Im Gegenteil, die Unterschiede können doch sehr groß sein. Je nach Land und Region, selbst in Europa, gibt es zum Teil große Unterschiede, die jeder beachten sollte. Und sobald wir von einem Nicht-EU-Staat sprechen sind die Abweichungen meist noch viel größer. Diese Betrachtung ist also komplett überzogen und etwas realitätsfremd.«
Matthias Rauhut, Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit

Vom Tellerwäscher zum Millionär – in den USA ist ein schneller Aufstieg vorprogrammiert.

»Während die wenigen solcher Erfolgsgeschichten – mit prominenten Beispielen aus Hollywood – größte Aufmerksamkeit genießen, sind soziale Mobilität und das wachsende Gefälle zwischen Arm und Reich größere Probleme in den USA als in Deutschland. Grund dafür sind die Schwachstellen im amerikanischen Sozialsystem, inklusive nationale Herausforderungen mit der Implementierung einer flächendeckenden Basis-Krankenversicherung. Aber auch im Bildungswesen lässt die soziale Gleichheit auf sich warten.«
Moritz Baier, Investmentbanker in der New Yorker Konzernzentrale von Goldman Sachs

Außer ein Flugticket braucht es weiter nichts, um die Karriere im Ausland zu starten.

»Leider ist eine Arbeitsgenehmigung – insbesondere außerhalb der Europäischen Union – nicht immer ohne Weiteres zu bekommen. Vielmehr sind die Arbeit und der Umzug ins Ausland Langzeitvorhaben, bei denen oft auch der jeweils vorhergehende Schritt geplant werden muss. Eine gute Möglichkeit, um das Vorhaben gut zu organisieren, ist der Transfer von einer deutschen Ländergesellschaft ins Ausland. Auch Forschungsaufenthalte sind übliche Einstiege in die Arbeitswelt in einem anderen Land.«
Moritz Baier, Investmentbanker in der New Yorker Konzernzentrale von Goldman Sachs

Ein Job in einem anderen Land – egal ob als Kellner oder Zimmermädchen – ist immer ein Karrierebooster.

»Prinzipiell ist es richtig, dass es die Karriere fördert, eine Zeit im Ausland zu arbeiten. Allerdings muss man danach auch darauf achten, diese Erfahrung aktiv in die Berufswelt einzubringen!«
Matthias Rauhut, Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit


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