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So gelingt der Start im Ausland

Tipps und Tricks aus erster Hand zu Visum, Kosten und Hürden im Ausland

Vorbereitungszeit

»Oft ist es sinnvoll, circa ein Jahr für den Umzugs- und Visumsprozess einzuplanen. Je nach konkretem Vorhaben und Visumstyp können Vorlaufzeiten für die Beantragung eines Visums oder die Erfüllung der notwendigen Kriterien stark variieren. Hinzu kommt, dass manche Visumstypen, wie zum Beispiel das beliebte H-1B für die USA, aufgrund von Zulassungsquoten durch eine Lotterie vergeben werden. Wichtig ist auch, dass solche Visumsdynamiken und Zulassungsbeschränkungen keinesfalls statisch sind und sich mit der Zeit ändern können. Daher: im Vorfeld informieren.«
Moritz Baier, Investmentbanker in der New Yorker Konzernzentrale von Goldman Sachs

Visa- und Stipendienanträge

»Das Wichtigste für Visa: Es schadet nie, sich frühzeitig bei einem Rechtsanwalt mit entsprechender Expertise über die individuellen Möglichkeiten zu informieren. Unbedingt sollte die persönliche Lage mit einem Experten geklärt werden, denn jeder Fall ist einzigartig, mit individuellen Möglichkeiten und Herausforderungen. Generell gilt: bewerben! Es gibt viele selbst hochkarätige Programme, die sich über mehr Bewerber freuen würden. Persönlich kann ich für ein Studium in den USA die Sonderprogramme der Studienstiftung des deutschen Volkes und die Graduiertenstipendien vom Deutschen Akademischen Austauschdienst empfehlen. Aber auch diverse Stipendiensuchmaschinen erleichtern die Suche nach maßgeschneiderten Angeboten.«
Moritz Baier, Investmentbanker in der New Yorker Konzernzentrale von Goldman Sachs

Hürden im Ausland

Es gibt Dinge, die einem im ersten Moment als selbstverständlich erscheinen, einem im Ausland aber vor Herausforderungen stellen können – dies variiert von Land zu Land. Drei Punkte, die auf jeden Fall zu berücksichtigen sind, sind Bankkonto, Versicherungen und Führerschein. Moritz Baier kennt beispielsweise die Hürden in den USA: »Eine Kreditkarte ist in den USA unentbehrlich, allerdings gar nicht so einfach zu bekommen, weil die in Deutschland erarbeitete Kreditwürdigkeit nicht ohne Weiteres anerkannt wird. Im Gespräch mit den Banken lässt sich aber in der Regel gut herausfinden, welche Möglichkeiten und Kompromisse es gibt. Versicherungen sind stark an den Arbeitgeber gebunden und Leistungs- und Kostenpakete oft undurchschaubar. Auch hier gilt es, das Gespräch zu suchen, etwa  mit Kollegen, und deren Ansichten und Ratschläge auf die eigene Situation zu übertragen. Nach einigen Monaten in den USA muss ein amerikanischer Führerschein abgelegt werden. Allerdings sind zusätzliche Fahrstunden dafür in der Regel nicht notwendig.«

Kosten und Kultur beachten

»Es ist auf jeden Fall wichtig, eine Vorabplanung zu erstellen: In welchem Land möchte ich arbeiten? Europa oder außereuropäisches Ausland? Dies ist wichtig zu entscheiden, da Einreisebestimmungen, Arbeitserlaubnis, Visum, Sozialversicherungsstandards sowie die Kultur sehr variieren können. Außerdem sollten die verschiedenen Lebensstandards wie Lebenshaltungskosten einer Region betrachtet werden. Denn die Kosten für eine Wohnung in London oder Genf können so manchen das Vorhaben überdenken lassen. Und auch gesundheitliche Standards sollten in die Planung eingebunden werden, um mögliche notwendige Impfungen für Länder in Afrika oder Asien einzuholen.«
Matthias Rauhut, Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit

Bürokratie braucht Zeit

»Die Ausstellung eines Visums oder einer Arbeitserlaubnis bei Nicht-EU-Staaten kann häufig kompliziert sowie zeit- und kostenaufwendig sein. Außerdem ist die Anerkennung von Studienabschlüssen häufig bei reglementierten Berufen wie in der Medizin sehr komplex und nicht immer sichergestellt.«
Matthias Rauhut, Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit


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