Bild: Nareeta Martin/unsplash

Warum du Erfahrung im Ausland sammeln solltest

Karriereboost Ausland: Egal welche Branche oder welches Ziel, ein Auslandsaufenthalt verspricht Vorteile für deine Karriere und Persönlichkeitsentwicklung.

Die Koffer packen, sich von den Liebsten verabschieden und mit Blick auf ein neues Abenteuer ins Flugzeug steigen: Jährlich entscheiden sich aktuell etwa 150.000 deutsche Studenten für ein Auslandssemester. Doch auch, wenn du bereits im Berufsleben angekommen bist, hast du viele Möglichkeiten, deiner Karriere sowie deiner persönlichen Entwicklung durch eine Auslandsstation einen Kick zu verpassen.

Proof Your Skills

»Berufliche Auslandserfahrung verdeutlicht generell, dass der Bewerber mobil und flexibel ist und keine Angst vor neuen und unbekannten Situationen hat«, erklärt Matthias Rauhut, internationaler Arbeitsvermittler der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV). Dieser Meinung ist auch Christa Fellner, die als Team Lead HumanResources bei InterNations arbeitet: »Ein Auslandsaufenthalt sendet ein klares Zeichen an Arbeitgeber, dass man in der Lage ist, sich an andere Gepflogenheiten anzupassen.« Egal, in welcher Branche du arbeiten möchtest: Die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, die du durch eine Station im Ausland unter Beweis stellst, ist für jede Karriere wichtig.

Ganz neue Perspektiven

Sobald feststeht, in welches Land du reisen wirst, bereitest du dich natürlich intensiv vor. Sprachkurs, erste Kontaktaufnahme zu künftigen Kollegen, Wohnung vor Ort – alles abgehakt und organisiert? Sehr gut. Und trotzdem ist klar: Die erste Zeit ist die herausforderndste, denn du bist schlagartig mit einer fremden Kultur, anderen Arbeitsroutinen sowie Vorgehensweisen konfrontiert und bewegst dich in einem Umfeld, in dem du nicht zu Hause bist. Klingt schwierig, aber genau hier liegt die Chance, wie auch Christa Fellner von InternNations weiß:

»Zeit im Ausland zu verbringen, zwingt uns dazu, eine ganzheitliche Perspektive einzunehmen: Sie zeigt uns, dass unsere Sichtweise sehr stark durch die eigene Kultur bestimmt wird und nicht die einzige ist.« Daraus resultiert ein besonderer Lerneffekt für dich: Du musst deine Sicht- und Vorgehensweise komplett neu betrachten. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion ist in der heutigen Zeit eine Grundvoraussetzung, wie Fellner betont – diese hilft dir nicht nur innerhalb deines Jobs, sondern auch ganz persönlich.

Fremde Kultur pur

Im deutschsprachigen Ausland ist es noch am ehesten wie in der Heimat? Sollte man meinen, doch auch dort können sich kulturelle Unterschiede stark bemerkbar machen. Matthias Rauhut von der ZAV weiß, dass der Überraschungseffekt oft groß ist: »In Österreich und der Schweiz wird zum Beispiel nicht so offen und direkt kommuniziert wie in Deutschland, sondern eher höflich verklausuliert. In Skandinavien sind die Hierarchien sehr flach, alle sprechen sich mit ›Du‹ und Vornamen an. In Großbritannien sind eher Zurückhaltung und Understatement gefragt. «Auch wenn du dein Zielland bereits aus dem Urlaub kennst, ist diese vergleichbar kurze Zeit meist nicht mit einem dauerhaften Arbeitsaufenthalt vor Ort gleichzusetzen. Erst dann wirst du tiefere Einblicke in die Kultur des Gastlandes und täglichen Kontakt mit Einheimischen kriegen. Dieser Kontakt kann unter Umständen sehr herausfordernd sein, weiß Christa Fellner von InterNations: »Dadurch, dass die einheimische Bevölkerung und deren Kultur dich infrage stellt, setzt du dich stark mit dir selbst auseinander. Wodurch bin ich geprägt? Was ist mir wichtig? Und: Kann ich andere Herangehensweisen an die Dinge akzeptieren?«. Indem du dich mit den eigenen BewertungsmaІstäben konfrontierst, entsteht bestenfalls eine größere Offenheit, die dir im Umgang mit anderen Menschen behilflich sein kann – und damit auch im Job.

Do You Speak English?

Auf deinem Xing- oder Linked-In-Profil herrscht unter dem Punkt ›Sprachkenntnisse‹ gähnende Leere? Das ist gerade in unserem globalisierten Zeitalter schwierig. Gutes bis sehr gutes Englisch wird in vielen Branchen vorausgesetzt, da die Korrespondenz mit ausländischen Kooperationspartnern sowie Kunden und Kollegen ausländischer Firmen und Niederlassungen oft alltäglich ist.

»Wenn man wirklich verhandlungssicher Englisch lernen möchte, eignet sich ein Auslandsaufenthalt am besten: Wir lernen Sprachen leichter, wenn wir in eine andere Kultur eintauchen. Das übertrifft Lernmethoden wie Bücher oder Kurse bei Weitem«, so Fellner von InterNations.

Was Firmen wollen:

Ob der Chef bei deiner Bewerbung besonders auf Auslandserfahrungen schaut, hängt natürlich davon ab, wie international sein Unternehmen aufgestellt ist. InterNations zum Beispiel setzt vorangegangene Stationen im Ausland voraus, wie Fellner betont. Um ein globales Netzwerk zu pflegen, braucht es interkulturell bewanderte Mitarbeiter, die sich gut in die Kunden einfühlen können. Ganz unabhängig davon, ob dein Wunschunternehmen nun international ausgerichtet ist oder nicht: »Auslandserfahrung können Bewerber in allen Berufen, in denen Kommunikation oder der Umgang mit Menschen im Mittelpunkt stehen, als Pluspunkt für sich verkaufen«, weiß Rauhut von der ZAV.

Du siehst: Egal, welche Karriererichtung du einschlagen möchtest, der Schritt ins Ungewisse lohnt sich.


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