Arbeitsunfähigkeit: Das solltest du beachten

Auch die fleißigsten Workaholics müssen in bestimmten Fällen zu Hause bleiben – vor allem, wenn sie sich eine ordentliche Grippe eingefangen haben. Dann geht es darum, sich ordentlich auszukurieren und die Kollegen vor Ansteckungsgefahr zu schützen. Eine vom Arzt bescheinigte Diagnose Arbeitsunfähigkeit zieht dabei nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten nach sich.

Was genau bedeutet es eigentlich, arbeitsunfähig zu sein? Eine sogenannte Arbeitsunfähigkeit liegt dann vor, wenn ein Arbeitnehmer aufgrund einer Erkrankung seine Tätigkeit nicht mehr beziehungsweise nur unter Gefährderung seiner Gesundheit ausüben kann. Dabei muss eine Verletzung natürlich nicht automatisch dazu führen, dass du deine bisherige Arbeit nicht mehr ausführen kannst – arbeitest du hauptsächlich am Schreibtisch, hindert dich ein gebrochener Fuß beispielseise nicht, am PC zu sitzen und zu tippen. 

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung 

Du kannst nur von einem Arzt und nach einer Untersuchung krankgeschrieben werden. Stellt er Arbeitsunfähigkeit bei dir fest, so stellt er dir eine sogenannte AU-Bescheinigung in doppelter Ausführung aus. Das beinhaltet:

  • Das Original mit der Diagnose. Dieses wird an die Krankenkasse geschickt.
  • Der erste Durchschlag ohne Diagnose geht an den Arbeitgeber.
  • Der zweite Durchschlag (lang) mit Diagnose bleibt beim Versicherten. 

Erst wenn du diese Arbeitsunfähigkeitsbescheigung in Händen hältst, gilst du offiziell als arbeitsunfähig. Nun ergeben sich für dich als Arbeitnehmer ein paar Pflichten, die du bedenken musst. 

Arbeitsunfähigkeit: Diese Pflichten hast du

Bezüglich der Arbeitsunfähigkeit regelt das Entgeltfortzahlungsgesetz die Pflichten des Arbeitnehmers. Dazu gehören folgende: 

  •  Sobald du arbeitsunfähig geschrieben bist, gilt Meldepflicht, das bedeutet: Du musst du deinen Arbeitnehmer sofort darüber informieren. Schon zu Arbeitbsbeginn musst du dich am ersten Krankheitstag bei deinem Chef melden – per SMS, Telefon oder Mail. Solltest du dich so schlecht fühlen, dass du dich nicht selbst melden kannst, bitte einen Freund oder einen Familienangehörigen, für dich auf der Arbeit anzurufen. Übrigens: Hierbei musst du zwar ausreichend Auskunft geben – etwa über de voraussichtliche Länge deiner Abwesenheit – jedoch ist die Diagnose deine Privatsache. 
  • Sollte die Arbeitsunfähgikeit länger als drei Tage dauern, musst du ein Attest vorlegen.
  • Diese Bescheinigung muss spätestens nach drei Tagen beim Arbeitgeber vorliegen. 
  • Einzelene Abreitgeber können allerdings individuell entscheiden, ob sie das Attest schon ab dem ersten Tag der Erkrankung fordern. 

Arbeitsunfähigkeit: Diese Rechte hast du

Du solltest dich mit einer Grippe, Magenverstimmung oder ähnlichem schonen und hast natürlich auch einige Rechte, die mit der Arbeitsunfähigkeit einhergehen. Dazu gehören: 

  • Entgeltfortzahlung: Du hast bis zu sechs Wochen lang Anspruch auf Entgeltfortzahlung in voller Höhe. Allerdings musst dein Arbeitsverhältnis dafür bereits seit mehr als vier Wochen bestehen und die Arbeitsunfähigkeit darf nicht selbst verschuldet sein. Wer sich in Elternzeit befindet oder unbezahlten Sonderurlaub macht, bei dem entfällt der Anspruch auf Entgeltfortzahlung. 
  • Krankentagegeld: Falls die Krankheit länger als sechs Wochen dauert, können gesetzlich Versicherte maximal 78 Wochen lang bis zu 90 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens bekommen. Angestellte des öffentlichen Dienstes bekommen außerdem einen Krankengeldzuschuss für maximal 39 Wochen. Privatversicherte haben dagegen oft einen Anspruch auf Krankentagegeld, das nach einer Karenzzeit auf unbegrenzte Zeit oder bis zum Eintritt einer Berufsunfähigkeit gezahlt wird. Ab der siebten Krankheitswoche übersendet die Krankenkasse dafür dem Arbeitgeber eine Verdienstbescheinigung, in welche dieser die für die Berechnung des Krankengelds notwendigen Angaben einträgt.
  • Verletztengeld: Verletztengeld kannst du als Arbeitnehmer bei Unfällen oder Berufskrankheiten von der gesetzlichen Unfallversicherung beantragen. Es wird bis zu 78 Wochen lang in Höhe von 80 Prozent eines zu berechnenden Regelentgelts oder in der Höhe des letzten Nettoeinkommens gezahlt.
  • Übergangsgeld: Je nachdem, welche Krankheit vorgefallen ist, können manchmal auch medizinische oder berufliche Rehabilitationsmaßnahmen erforderlich sein, damit du wieder arbeitsfähig wirst. Falls du in dieser Phase immer noch nicht arbeiten kannst, kann eventuell von der Bundesagentur für Arbeit ein sogenanntes Übergangsgeld bezogen werden. Dieses kann zwischen zwischen 60 und 75 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens liegen.

Arbeitsunfähigkeit: Krank im Urlaub 

Was passiert eigentlich, wenn du im Urlaub krank wirst? Krank heißt krank und damit: Wenn du während deinem Urlaub nur im Bett liegen kannst, erholst du dich auch nicht. Falls du für diese Krankheitszeit eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen kannst, bekommst du die Tage für deinen Jahresurlaub im Nachhinein wieder gut geschrieben. Aber Achtung: Den genehmigten Urlaub dann eigenmächtig verlängern, dürfen Arbeitnehmer nicht. Das wäre ein Kündigungsgrund, mindestens aber abmahnfähig.


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