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Aufhebungsvertrag: So ziehst du dich gut aus der Affäre

Der Aufhebungsvertrag ist die schonende Alternative zur Kündigung. Allerdings musst du für eine erfolgreiche Abwicklung einiges beachten. Was genau und wie das Muster eines Aufhebungsvertrags aussieht, erfährst du hier.

Aufhebungsvertrag: Was ist das überhaupt?

Eine Kündigung setzt immer eine einseitige Auflösung des Arbeitsvertrages voraus - egal ob diese durch den Arbeitnehmer oder den Arbeitgeber veranlasst wurde. Ein Aufhebungsvertrag muss dagegen in beiderseitigem Einverständnis vereinbart werden. In diesem Vertrag, auch Aufhebungsvereinbarung genannt, werden alle für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses relevanten Bedingungen geregelt.

Die Gründe für einen solchen Vertrag können ganz unterschiedlicher Natur sein. So kann sich der Arbeitgeber zum Beispiel den meist langen Kündigungsprozess einsparen, der oft mit einem hohen Kosten- und Zeitaufwand verbunden ist. Auch ein aufwendiger, im Ergebnis ungewisser Gang vor das Arbeitsgericht, kann vermieden werden.

Doch betrachten wir das Ganze nun aus der Sicht des Arbeitnehmers:

Aufhebungsvertrag: Welche Vorteile hast du?

Du steckst in einer Ausbildung fest die dir keinen Spaß bereitet und willst lieber heute als morgen deinen Job wechseln? Dann könnte der Aufhebungsvertrag genau das Richtige für dich sein. Diese Dinge sind an einem Aufhebungsvertrag positiv:

  • Jobwechsel: Jede Kündigung setzt eine gewisse Kündigungsfrist voraus. Nicht so beim Aufhebungsvertrag. Dort kann das genau Austrittsdatum selbst festgelegt werden. Dies ist gerade dann passend, wenn du schon einen neuen Job in Aussicht hast. Aber Vorsicht! Warte solange mit der Zusage an deine neue Arbeitsstelle, bis der Aufhebungsvertrag unterschrieben ist. Erst dann bist du auf der sicheren Seite.
  • Abfindung: Viele Arbeitgeber bieten zusätzlich zum Aufhebungsvertrag einen bestimmten Abfindungsbetrag an, um den Mitarbeiter schneller zum Einlenken zu bewegen. Selbstverständlich ist dieses Geld hilfreich, gerade dann wenn die Übergangszeit bis zum nächsten Job etwas länger ist. Du solltest nur darauf achten, dass sich die Abfindung innerhalb von 0,25 bis 0,5 Brutto-Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr befindet.
  • Arbeitszeugnis: In vielen Fällen ist es möglich auch noch ein Arbeitszeugnis auszuhandeln. Gerade wenn die Stelle schnell wieder neu besetzt werden soll, hast du gute Karten. Lass dir also in deinem Aufhebungsvertrag unbedingt ein positives Arbeitszeugnis zusichern. Für deine weitere Zukunft kann jede qualifizierte Referenz noch unglaublich wichtig sein.
  • Reputation: Natürlich ist der Aufhebungsvertrag auch für deine Reputation in der Arbeitswelt die deutlich bessere Variante zur Kündigung, vor allem wenn du eigentlich eine Kündigung verdient hättest. Hier liegt es an der Gutmütigkeit deines Chefs, ob er ihn dir trotz grobem Fehlverhaltens anbietet.

Aufhebungsvertrag: Welche Nachteile hast du?

So wie alles im Leben, hat auch der Aufhebungsvertrag eine Kehrseite der Medaille. Zwei vielleicht entscheidende Nachteile solltest du unbedingt beachten: 

  • Sperrzeit: Wenn du im Aufhebungsvertrag eine Abfindung ausgehandelt hast, wird diese von der Arbeitsagentur als freiwillige Aufgabe eines sicheren Arbeitsplatzes gesehen. Somit hast du gemäß §158 Abs. 1 Nr. 1 Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) eine zwölfwöchige Sperrzeit, in der du kein Arbeitslosengeld beziehen darfst. Nicht gültig ist diese Sperre aber, wenn du deinen Job sowieso verloren hättest und der Aufhebungsvertrag der Kündigung nur zuvor gekommen ist. Ebenso ist zu beachten, dass der Arbeitnehmer während der Sperrzeit nicht mehr durch die Arbeitsagentur renten- oder krankenversichert ist.
  • Widerruf: Bei einem Aufhebungsvertrag gibt es praktisch kein Widerrufsrecht. Zwar gibt es Möglichkeiten den Vertrag wegen eines Irrtums oder einer Täuschung beziehungsweise Drohung anzufechten, die Erfolgsaussichten sind jedoch äußerst gering. Überlege dir also sehr genau ob und was du unterschreibst und mache das niemals spontan. Informiere dich vorher umfassend und hole dir zu Not beratende Hilfe von einem Anwalt oder einer Gewerkschaft.

Aufhebungsvertrag Muster: Was muss sonst noch enthalten sein?

Neben den bereits genannten Aspekten des Austrittsdatums, der Abfindung und des Arbeitszeugnisses, solltest du noch weitere Dinge in deinem Aufhebungsvertrag regeln:

  • Noch ausstehende Zahlungen wie zum Beispiel Prämien
  • Die Abgeltung deines Resturlaubs
  • Ein genaue Beschreibung wie das Arbeitsverhältnis endete
  • Rückgabe von Firmeneigentum wie zum Beispiel der Dienstwagen
  • Mögliches Stillschweigen über die Vereinbarungen

Außerdem muss der Vertrag auf Papier festgehalten werden, eine mündliche Vereinbarung ist nicht bindend.

 


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