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Resturlaub: Wie viel Urlaub steht mir noch zu?

Im Falle einer Kündigung oder zum Jahreswechsel kann es sein, dass du noch Urlaubstage übrig hast. Welche Regeln es diesbezüglich gibt, erklären wir dir hier.

Der gesetzliche Anspruch auf bezahlten Urlaub ist im Bundesurlaubsgesetz geregelt. Bei einer 5-Tage-Woche stehen dir 20 Urlaubstage zu – bei einer 6-Tage-Woche sind es 24. Du bekommst also immer mindestens vier Wochen Urlaub pro Jahr. Dabei spielt es keine Rolle, ob du Voll- oder Teilzeit und wie viele Stunden pro Tag du arbeitest: Der Urlaubsanspruch bemisst sich anhand der Arbeitstage, nicht der Arbeitsstunden pro Tag. Oft überschreitet die Anzahl der Urlaubstage in Arbeitsverträgen, Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen den gesetzlichen Mindesturlaub. 30 Tage Urlaub bei einer 5-Tage-Woche kommen häufig vor. Schwerbehinderte können pro Jahr fünf Tage mehr Urlaub beanspruchen.

Bis wann muss der Resturlaub genommen werden?

Viele Arbeitnehmer stellen sich am Jahresende die Frage: Muss ich meine Resturlaubstage jetzt noch abarbeiten, damit sie nicht verfallen? Laut Bundesurlaubsgesetz muss der Jahresurlaub im jeweiligen Jahr genommen werden. Viele Arbeitgeber kommen ihren Mitarbeitern aber entgegen, indem sie Resturlaub mit ins neue Jahr nehmen dürfen. Meistens muss dieser dann innerhalb der ersten drei Monate genommern werden. Diese Übrtragung erfolgt dann automatisch, du musst also keinen Antrag stellen oder dir die Mitnahme erst gewähren lassen. In Ausnahme-, wie beispielsweise Krankheitsfällen, kann der Resturlaub auch noch länger als drei Monate mitgenommen werden.

Resturlaub bei Kündigung und Probezeit

Oft ist es so, dass während der Probezeit kein Urlaub genommen wird. Hast du eine Probezeit von sechs Monaten und arbeitest 5 Tage die Woche, stehen dir aber zehn Urlaubstage aus dieser Zeit zu. Was, wenn die Beschäftigung dann aber nach der Probezeit endet? Wenn möglich, musst du den Urlaub noch am Ende der Probezeit nehmen. Falls das nicht geht, muss der Arbeitgeber dir den Resturlaub entsprechend auszahlen. So ist es auch bei der Kündigung eines festen Arbeitsverhältnisses. Aber Vorsicht: Der Urlaubsanspruch gilt pro Kalenderjahr, nicht pro Arbeitgeber. Wenn du also bei deinem alten Arbeitgeber bereits alle deine Urlaubstage genommen hast, hast du beim neuen keinen Anspruch mehr darauf, auch wenn es vielleicht noch mitten im Jahr ist.

Darf ich mitreden?

Deine Wünsche als Arbeitnehmer sind zu berücksichtigen – sie stehen aber nicht über denen des Arbeitgebers. Das heißt: Deine Wünsche bezüglich des Resturlaubs müssen zum betrieblichen Ablauf passen. Wenn also grade ein großes Projekt ansteht, muss dir der Arbeitgeber den Resturlaub in diesem Zeitraum nicht unbedingt gewähren.


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