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Vorgestellt: Erfolgreiche Ingenieurinnen

Drei Porträts, drei Trendbranchen

Sabine Terhorst ist Projekt-Ingenieurin bei E.on Technologies. Michaela König ist Teamleiterin Netzplanungskonzepte bei Tennet TSO und Stefanie Lurz arbeitet als Teamleiterin Prozess und Produktmanagement bei EDAG Engineering. Wir haben die drei Frauen gefragt, wie der Arbeitsalltag in ihren jeweiligen Trendbranchen aussieht, welche Qualifikationen sie mitbringen oder sich erarbeiten mussten und was ihren Erfolg ausmacht. 

Als Projektingenieurin alles im Blick

»Bereits während der Ausbildung konnte ich durch die Einsätze in verschiedenen Fachabteilungen das Arbeitsleben der E.on-Technologies inklusive Reisebereitschaft, Kommunikationsfähigkeit und kunden- sowie teamorientiertes Denken erleben. Heute bin ich Projekt-Ingenieurin im Bereich ›Elektrische Systeme‹ und betreue sämtliche Phasen der Projektabwicklung seitens der Elektrotechnik. Dazu zählen insbesondere Planung, Erstellung von Anfragen, technische Angebotsauswertung, Budgetkontrolle, Terminverfolgung und -forcierung. Zudem bin ich verantwortlich für die Führung und Organisation der Arbeitsgruppe ›Electrical Storage‹. Hier untersuchen wir mögliche Geschäftsmodelle für Großspeicher, Haushaltsspeicher und Fahrzeugbatterien. In diesem Zusammenhang betreue ich die experimentellen Untersuchungen der Alterung, Lebensdauer, Modellierung und Einrichtung von Post-Mortem-Methodik für die Li-Ion-Batterien. Des Weiteren betreue ich einige Forschungsprojekte im Bereich der E-Mobilität. Hierzu gehört unter anderem das Projekt ›Go Elk‹, das einer breiten Öffentlichkeit und potenziellen Kunden das System Elektromobilität näherbringen soll. Ziel ist es dabei, die Treiber von E-Flotten auf Entscheider- und Nutzerebene zu identifizieren und die Kundenakzeptanz zu messen, um Geschäftsmodelle und intelligente Ladelösungen entsprechend den Kundenbedürfnissen zu entwickeln. Ich bin hier in allen Bereichen des Projektmanagements tätig und muss ein Gefühl für das große Ganze entwickeln: Es müssen die unterschiedlichen Interessen der Kunden und der Projektpartner sowie die unterschiedlichen Arbeitsweisen und -rhythmen aufeinander abgestimmt werden. Dabei ist das Wichtigste, dass ein verwertbares Ergebnis greifbar wird und alle ihren Beitrag leisten.« Sabine Terhorst, 30 Jahre, Projekt-Ingenieurin, E.on Technologies GmbH

Netzplanung im Zeichen der Energiewende

»Ich bin Teamleiterin im Bereich Netzplanungskonzepte: In unserem Team werden die stationären Netzberechnungen für den Netzentwicklungsplan durchgeführt und die daraus ermittelten Projekte im Detail durchgeplant sowie die Bewertungen für grenzübergreifende Transitleitungen durchgeführt. Vor allem vor dem Hintergrund der Energiewende und der politischen Diskussionen gewinnt meine tägliche Arbeit an Bedeutung. Meine Arbeit ist sehr vielfältig und – im wahrsten Sinne des Wortes – spannend. Dies betrifft vor allem die von uns angestoßenen Planungen, die sehr oft in der Öffentlichkeit diskutiert und bewertet werden. Wenn diese schlussendlich Realität werden, bedeutet dies für einen Netzplaner einen großen Erfolg. Um mich auf dem Laufenden zu halten, tausche ich mich einerseits intensiv mit Kollegen aus, auf der anderen Seite nehme ich an unterschiedlichen Fachkonferenzen teil, um Input für Neues zu erhalten. Ich denke nicht, dass Frauen andere Fähigkeiten oder Talente brauchen, um in technischen Branchen erfolgreich sein zu können. Sie benötigen das Gleiche, was auch Männer haben sollten: fundiertes Fachwissen und Biss.« Michaela König, 40 Jahre, Teamleiterin Netzplanungskonzepte, Tennet TSO GmbH

Interdisziplinär im Team

»Zusammen mit meinem 20-köpfigen Team stelle ich sicher, dass alle an der Fahrzeugentwicklung beteiligten Umfänge entsprechend des Zeitplans zusammenkommen. Gerade vor dem Hintergrund, dass sich die mobile Welt durch die Umstellung auf alternative Antriebe derzeit in einem der größten Umbruchphasen ihrer Geschichte befindet, gilt es tagtäglich neue Lösungsansätze zu finden. Dabei bedeutet die Arbeit am Gesamtfahrzeug Schnittstellentätigkeit. Schließlich gilt es nicht nur, auf technischer Ebene alles zusammenzuführen, sondern mit den vielen beteiligten Parteien in einen konstruktiven Dialog zu treten. Hier ist vor allem Weitsicht, Verhandlungsgeschick und die Fähigkeit, sich schnell in neue Themen einzufinden, gefragt. Zudem lege ich viel Wert auf eine gute Kommunikation zwischen den einzelnen, in der Entwicklung beteiligten Abteilungen. Es ein Mythos – zumindest bei EDAG –, dass Frauen besonders überzeugend oder durchsetzungsstark sein müssen, um sich durchsetzen zu können. Man braucht das Interesse an der Welt der Technik und den Wunsch, mit seiner Arbeit die Zukunft gestalten zu wollen. Wichtig dabei ist es, stets auf dem Laufenden zu sein. Von großer Bedeutung ist hier Networking – ob firmenintern, beim Kunden, branchen- oder fachgebietsübergreifend. Hinzu kommt die Förderung seitens des Unternehmens – individuell nach Stärken und Schwächen. Schulungen sind bei uns nicht geschlechterspezifisch: Frauen haben die gleichen Möglichkeiten wie männliche Kollegen. Dass ich heute als Führungskraft tätig bin, liegt auch an EDAG: Das Unternehmen hat mich ermutigt, eine Laufbahn als Führungskraft anzusteuern.« Stefanie Lurz, 33 Jahre, Teamleiterin/Prozess- und Produktmanagement, EDAG Engineering AG


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