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Checkliste Arbeitsvertrag: Was muss drin stehen?

Befristung, Inhalt, etc. – Wer einen neuen Arbeitsvertrag unterzeichnet, sollte sich vorher genau informieren. Egal ob Arbeitsvertrag für Angestellte oder Aushilfe, wir haben für dich die Checkliste parat!

Fast 45 Millionen Menschen sind in Deutschland Erwerbstätig. Eine deutliche Mehrheit davon hat einen individuell ausgehandelten Arbeitsvertrag unterschrieben. Die Vertragsabschlussfreiheit und Vertragsinhaltsfreiheit, die in Deutschland herrscht, bedeutet aber auch (frei nach Schiller): Drum prüfe, wer sich bindet. Dabei kannst du durchaus Gefahr laufen, den Überblick zu verlieren. Deshalb haben wir hier für dich eine Checkliste, die dir die verschiedenen Vertragsarten und Inhalte eines Arbeitsvertrags an die Hand gibt.

 

Welche Arbeitsverträge gibt es?

Hauptsächlich werden Arbeitsverträge zwischen unbefristeten und befristeten unterschieden. Zwar gibt es auch mündliche Verträge – allerdings sollten wichtige und vor allem juristisch belastbare Verträge schriftlich fixiert werden. Obwohl noch immer am häufigsten unbefristete Verträge abgeschlossen werden, geht der Trend immer stärker zu unbefristeten Arbeitsverträgen. Das bringt Vorteile für den Arbeitgeber, weil das Arbeitsverhältnis nach einem bestimmten Projekt oder einer bestimmten Laufzeit beendet ist.

Aber Vorsicht: Arbeitgeber nutzten solche Arbeitsverträge leider auch um die Probezeit künstlich zu verlängern. Ebenso sollte Augenmerk auf die Laufzeit gelegt werden, da ein befristeter Arbeitsvertrag ohne entsprechenden Sachgrund nicht länger als zwei Jahre laufen darf.

 

Inhalt Arbeitsvertrag – die Checkliste

Exakte Formulierungen helfen, Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Konfliktfall abzusichern. Deshalb sollten die folgenden Punkte auf jeden Fall in einem Arbeitsvertrag festgehalten werden:

  • Die Vertragpartner Logisch, aber im Ernstfall äußerst wichtig. Hier wird festgelegt, wer mit wem einen Vertrag abschließt. 
    Wichtig: Genau darauf achten mit wem genau der Vertrag unterzeichnet wird – Die Kündigung muss exakt von demsleben Vertragspartner ausgesprochen werden, ansonsten ist sie ungültig. 
     
  • Beginn und Laufzeit Hier muss der genaue Beginn des Arbeitsverhältnisses festgehalten werden, denn davon werden Urlaubsanspruch, Kündigungsfrist, Sozialversicherung und der Anspruch auf Arbeitslosengeld abgeleitet. 
    Bei einem befristeten Arbeitsvertrag steht hier auch das Ende des Arbeitsverhältnisses.
    Dazu müssen auch die Sachgründe der Befristung (beispielsweise Elternzeitvertretung) genannt werden. 
     
  • Tätigkeitsbeschreibung Was genau ist das Betätigungsfeld des Arbeitnehmers? Eine brenzlige Frage: Je genauer die Aufgaben des Arbeitnehmers beschrieben werden, desto schwieriger ist es später für den Arbeitgeber den Arbeitnehmer flexibel einzusetzen. 
     
  • Arbeitszeit und Probezeit Durch das Arbeitszeitgesetz sind in Deutschland die Arbeitszeiten der Mitarbeiter geregelt. Norm ist deutschlandweit die 40 Stunden Woche. Allerdings gibt es genügend Ausnahmen wie Schichtarbeiter oder Arbeitnehmer die nicht Vollzeit arbeiten. 
    Wichtig: Werden Überstunden nicht erwähnt, dürfen sie nicht vom Arbeitgeber verlangt werden.

    Wie lange die Probezeit dauert, muss im Arbeitsvertrag stehen. Gesetzlich erlaubt ist eine Probezeit von bis zu sechs Monaten. Normalerweise wird aber eine Probezeit von drei Monaten angewandt.

     
  • Urlaubsanspruch Bei einer 5-Tage-Woche hat der Arbeitnehmer Anspruch auf mindestens 20 Tage Urlaub; bei einer 6-Tage-Woche auf mindestens 24 Tage. Dieser Urlaubsanspruch sollte im Arbeitsvertrag ebenfalls festgehalten werden, genauso wie ein eventuelles Urlaubsgeld.
     
  • Gehalt Ein nicht unwesentlicher Punkt vor der Unterschrift ist die Frage nach der Höhe des Gehalts. Das Ergebnis der Gehaltsverhandlungen sollte unbedingt im Arbeitsvertrag stehen. Ebenso: Zuschläge oder Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld. 
    Wichtig: Der Zeitpunkt der Überweisung des Gehalts, egal ob Monatsanfang, Monatsmitte oder Monatsende.
     
  • Kündigung Ob zum 15. eines Monats oder zum Monatsende – geläufig ist eine Kündigungsfrist von vier Wochen. Diese verlängert sich übrigens nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit. Für den Arbeitnehmer hingegen verändert sich nichts an der vierwöchigen Kündigungsfrist.
     
  • Krankheit Der Krankheitsfall muss gleich am ersten Tag dem Unternehmen mitgeteilt werden.
    Wichtig: Der Zeitpunkt, ab wann eine Krankmeldung vorzulegen ist. Manche Unternehmen fordern ab dem ersten Tag eine Krankmeldung, wohingegen andere erst ab dem dritten Tag eine solche einfordern.
     
  • Nebentätigkeit Nebentätigkeiten sind erlaubt – solange sie 10 Arbeitsstunden am Tag nicht überschreiten, kein Interessen- oder Pflichtkkonflikt (ähnliches Tätigkeitsfeld) besteht oder die Leistung beeinträchtigt wird.
    Wichtig: Schriftlich geben lassen!
     
  • Geheimhaltung Vorsicht, wenn sich die Geheimhaltungspflichten zu weit ausdehnen. Betriebsinterna sind geheim – logisch. Aber wer unterschreiben soll, innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums nicht bei einem Konkurrenten anzuheuern, läuft Gefahr, bei einer Kündigung länger ohne Alternative dazustehen.
    Wichtig: Aufpassen bei möglichen Geldstrafen und gute Abfindungsregelungen aushandeln.

 

Wer trotzdem auf der sicheren Seite stehen möchte, sollte die Kosten auf sich nehmen und seinen Arbeitsvertrag vor Unterzeichnung von einem Anwalt für Arbeitsrecht überprüfen lassen. 





 


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