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Kündigung des Arbeitsvertrages: Diese Dinge musst du beachten

Wie kündige ich richtig? Eine ohnehin schon unangenehme Sache, wird ohne das nötige Wissen über die Formalitäten noch schlimmer! Wir verraten euch wie es geht.

Eine Kündigung kann auf zwei verschiedene Wege erfolgen: Der Arbeitnehmer reicht selbst seine Kündigung ein (Eigenkündigung) oder es kommt zu einer Fremdkündigung, bei der der Chef dem Arbeitnehmer kündigt. In beiden Fällen gibt es unterschiedliche Dinge zu beachten.

Kündigung Beispiel: Wie kündige ich meine Arbeit?

Dafür gibt es einige Vorschriften:

  • Form der Kündigung:

Eine Kündigung hat immer schriftlich zu erfolgen. Eine mündliche Kündigung, oder auch per Mail, Fax und Ähnlichem, ist nicht wirksam. Es ist ebenso zwingend notwendig, dass man diese Unterschrift selbst tätigt.

  • Kündigungsfristen: 

Arbeitnehmer haben immer eine Grundkündigungsfrist von 4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Deswegen solltest du unbedingt auf das Datum der Kündigung, beziehungsweise wann du diese einreichst, achten. Für Arbeitgeber und Unternehmer sind die Fristen an die Dauer der Zugehörigkeit des Arbeitnehmers gekoppelt. Je länger man schon angestellt ist, desto höher sind die Fristen.

  • Zugang der Kündigung:

Um das genaue Datum der Kündigung festzustellen, ist der Zeitpunkt des Zugangs relevant. Im Unternehmen reicht es also, wenn du deine Kündigung der Personalabteilung abgegeben hast. Bei Kündigungen, die per Post verschickt werden ist das in der Regel dann der Fall, wenn sie im Briefkasten der entsprechenden Person liegt. Wenn du zu dem Zeitpunkt gerade im Urlaub bist, kannst du dich nur noch über die dreiwöchige Widerspruchsfrist retten.

  • Kündigungsschreiben: Inhalt und Aufbau:

Es müssen immer die kompletten persönlichen Angaben, sprich der vollständige Name beziehungsweise Firmenname inklusive der Anschrift, enthalten sein. Außerdem sind zwei Datumsangaben wichtig: das Datum der Kündigung und das deines letzten Arbeitstages. Der Betreff sollte ebenfalls zwei Dinge beinhalten: das Wort Kündigung und das entsprechende Datum. Auch eine korrekte Anrede darf nicht ausgelassen werden, selbst wenn der Groll noch so groß ist. Im Zweifel darf auch nur an den Personalchef adressiert werden. Inhaltlich kannst du dich gerne kurz fassen, jedoch mit eindeutigen, klaren Worten. Lass auf keinen Fall Spielraum für mögliche Interpretationen. Zu guter Letzt kommt die bereits genannte handschriftliche und persönliche Kündigung. Eingescannte Unterschriften sind ungültig.

Kündigung: Aus welchen Gründen kann das Arbeitsverhältnis beendet werden?

Hierzu gibt es vor allem vier mögliche Fälle. Drei davon sind im juristischen Sprachgebrauch ordentliche, die fristlose Kündigung ist dagegen eine sogenannte „außerordentliche“ Kündigung.

  • Die betriebsbedingte Kündigung: Diese Form der Kündigung kommt zum Tragen, wenn deine Firma beispielsweise Insolvenz anmelden oder sie einen ganzen Standort aus finanziellen Gründen schließen muss. Ein einzelner schlechter Umsatzmonat reicht dafür aber nicht aus, dein Arbeitgeber muss den Kündigunggsrund genauestens erläutern.
  • Die personenbedingte Kündigung: Wenn die Gründe bei dir selbst liegen und du die für dich vorgesehenen Aufgaben nicht mehr erfüllen kannst, dann tritt diese Art der Kündigung in Kraft. Meist geschieht das wegen Krankheit oder einem schweren Unfall. Jedoch muss von einem Arzt bestätigt, dass es sich um einen langfristigen Ausfall handelt. 
  • Die verhaltensbedingte Kündigung: Hier kann eine ganze Reihe von Gründen anfallen. Alkoholkonsum oder Rauchen trotz Verbot, ständiges Zuspätkommen, sexuelle Belästigung, unentschuldigtes Fehlen und weiteres vertragswidrige Verhalten. Trotzdem muss sich auch diese Art der Kündigung verhältnismäßig sein.
  • Die fristlose Kündigung: Die drastischste Form der Kündigungen. Sie kannst du nur in besonders schweren Fällen erhalten: Zum Beispiel kann das durch Straftaten (Diebstahl, Betrug, Bestechung, …) oder auch bei erheblichen Pflichtverstößen (Betriebsspionage, Rufschädigung, …) geschehen. Bei einer fristlosen Kündigung müssen in der Regel auch keine Fristen beachtet werden.

 


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