Foto: Edu Lauton / Unsplash

CSR - Ein nachhaltiger Job für dich

Gut Ding muss keine Eile haben: CSR ist was für Wiwis mit Weitsicht. Denn soziale Verantwortung ist ein Langzeitprojekt

Nachhaltigkeit ist Wirtschaftlichkeit. Mit dieser einfachen Rechnung will das Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales zeigen, welche Chancen verantwortungsvolles Wirtschaften für Unternehmen haben kann. Was genau steckt aber hinter der Worthülse Corporate Social Responsibility (CSR) und wie sieht CSR-Engagement in der Realität tatsächlich aus?

Crashkurs CSR

CSR steht für Corporate Social Responsibility. Soweit, so bekannt. Die Europäische Kommission definiert CSR 2011 »als ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren.« Kurz: freiwillig, sozial, ökonomisch. That’s the spirit.

Was bringt das den Unternehmen? Ein verbessertes Risikomanagement und geringere Kosten. »Besonders wichtig sind die gestärkten Beziehungen zu den Stakeholdern«, erklärt Prof. Dr. Laura Marie Edinger-Schons, Chair of Corporate Social Responsibility der University of Mannheim. »Die empirische CSR-Forschung hat Hinweise darauf geliefert, dass gut geplante und implementierte CSR-Maßnahmen die Beziehung zu bestehenden Mitarbeitern verbessern können.« Darüber hinaus wirke ein CSR-engagierter Arbeitgeber attraktiv für potenzielle Bewerber. Und auch kundenseitig hat CSR eine positive Wirkung: »Viele Kunden kaufen lieber von nachhaltigen und sozial verantwortlichen Unternehmen. Sogar auf Ebene der Investoren hat aktuelle Forschung gezeigt, dass diese auf Kriterien wie ökologische Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung schauen, wenn sie Investitionsentscheidungen treffen«, so Edinger-Schons.

CSR in der Praxis

Doch wie sieht CSR denn nun tatsächlich aus? »Es liegt derzeit im Trend«,sagt Edinger-Schons, »neben Spenden auch die eigene Wertschöpfungskette nachhaltiger und sozial verantwortlicher zu gestalten.« Auch bei dem Hersteller von Verbindungs- und Automatisierungstechnik Wago ist die Lieferkette einer der Pfeiler der CSR-Strategie. »Die Integration von Sozial- und Umweltstandards in das Lieferantenmanagement ist eines unserer Schwerpunktthemen«, sagt Kathrin Pogrzeba, Geschäftsleitung Personal & Organisation bei Wago.

Schon bei der Suche nach neuen Mitarbeitern fängt CSR an: »Wir suchen Mitarbeiter, denen die Verminderung von negativen Einflüssen auf Mensch und Umwelt genauso am Herzen liegt wie uns«, sagt Dr. Julian Conrads, Nachhaltigkeitsexperte für ›Fond of‹-Marken wie Aevor oder pinqponq. Allerdings sei es auf dem globalen Markt nicht immer einfach,  den gesamten Einfluss der eigenen Handlungen nachzuvollziehen. Conrads erklärt: »Wir setzen aktuell auf ein umfassendes Konzept, welches auf die Teilaspekte der sozialen und ökologischen Herstellung sowie der Transparenz in der Lieferkette abzielt.« Dazu zähle etwa die Herstellung eines Großteils der Oberstoffe aus recycelten PET-Flaschen sowie Standards in den Bereichen Ressourcenproduktivität, Verbraucher- und Immissionsschutz sowie Arbeitssicherheit.

CSR-Jobs für Wiwis

Wer im Bereich CSR einsteigen möchte, dem bieten sich viele Möglichkeiten. Das Tätigkeitsfeld ist in nahezu allen Branchen zu finden: Politische Institutionen, Verwaltung, Forschung, Wirtschaftsberatung sowie Organisationen und Unternehmen aller Art  suchen vermehrt nach Fachkräften auf diesem Gebiet. Häufig ist ein CSR-Beauftragter für die Koordination der Aktivitäten verantwortlich – meist in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung und dem Vorstand. Außerdem gibt es externe CSR-Berater, die projektbezogen betreuen oder bei der Gestaltung von CSR-Strategien mitwirken. Das Tätigkeitsfeld ist tendenziell sehr breit: Mitarbeiter informieren, Projekte koordinieren, um die Zertifizierung nach CSR-Standards und die Einhaltung von Verordnungen kümmern. Mitbringen sollten künftige CSR-Profis neben fachlichem Know-how vor allem diplomatisches Geschick, denn Kommunikation macht einen großen Teil der Arbeit aus.

CSR wird laut Laura Marie Edinger-Schons in Zukunft noch wichtiger: »Ich denke, dass CSR von einem Add-on, dessen Nutzen gerechtfertigt werden muss, immer mehr zu einem integralen Bestandteil der Unternehmen werden wird. Veränderte Erwartungen an Unternehmen, die EU-Berichtspflicht und neue Akteure auf Märkten, die neue Standards setzen, führen dazu, dass sich auch die großen Unternehmen verändern müssen, um mit der Zeit zu gehen.« Wer beruflich auf das Thema CSR setzt, hat demnach in zweierlei Hinsicht einen nachhaltigen Job: inhaltlich und perspektivisch.


Anzeige

Anzeige