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Jobs im Umweltschutz

Umweltschutz - ein Milliardengeschäft?

Einen 92-Stunden-Job hatten die Aktivisten, die im November gegen den Castortransport nach Gorleben protestierten und dabei neue Maßstäbe in Sachen Einfallsreichtum gesetzt haben. Außerhalb solcher Großereignisse führen Tätigkeiten im Umweltschutz in der Öffentlichkeit noch ein Schattendasein. Das verwundert schon ein wenig, schließlich ist die Umweltbranche ein Milliardengeschäft.

 Im Jahr 2009 sicherten allein die umweltbezogenen Steuereinnahmen dem Staat 54,3 Milliarden Euro. Davon entfielen 39,8 Milliarden Euro auf die Energiesteuer, die früher als Mineralölsteuer firmierte. 8,2 Milliarden Euro pumpten Kraftfahrzeughalter ins Staatssäckel und weitere 6,3 Milliarden Euro spülte die Stromsteuer in den Steuertopf. Damit entfällt jeder zehnte Euro, der als Steuer abgegeben wird, auf den Umweltsektor. 

Viel Geld ist also im Umlauf – und was passiert damit?

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) kommt zu folgendem für Hochschulstudenten erfreulichen Schluss:

»Unternehmen und Staat setzen erhebliche Ressourcen für den Umweltschutz ein. Dieses Engagement spiegelt sich in der Entwicklung der Zahl der Beschäftigten, die direkt oder indirekt für den Umweltschutz tätig sind, wider«, heißt es in einer im Frühjahr 2010 veröffentlichten Studie.

In Zahlen ausgedrückt: 2002 arbeiteten 1,5 Millionen Menschen im Umwelt- und Klimaschutz, 2006 waren es 300.000 mehr. Das heißt, dass bundesweit jeder zwanzigste Job am Umweltschutz hängt. Neuere Daten liegen noch nicht vor, Experten des DIW gehen aber davon aus, dass die Zahl der Arbeitsplätze weiter gestiegen ist und auch zukünftig anwachsen wird. Dass die Umweltschutzbranche weiterhin Auftrieb verspürt, dafür sprechen auch die Anfang des Jahres vereinbarten Klimaziele der größten Treibhausproduzenten der Erde. Bis 2020 wollen beispielsweise die 27 EU-Staaten ihre Emissionen um 20 Prozent gegenüber dem Wert von 1990 verringern. Dafür sind neue Technologien gefragt, von denen insbesondere der Maschinenbau profitiert. Innerhalb von fünf Jahren legten dessen weltweiten Umsätze um mehr als zehn Milliarden Euro zu. Zu verdanken hat die Branche das dem Geschäft mit Staubfiltern, Katalysatoren und Filtersystemen.

Auch die Strategieberatung Roland Berger bestätigt, dass Jobs im Umweltschutz so sicher sind wie das Ozonloch. Bis 2020 werden laut einer Studie 2,2 Millionen Deutsche im Umweltschutz tätig sein. Weltweit werde sich der Umsatz in der Umweltindustrie innerhalb der nächsten zehn Jahre auf 3,1 Billionen Euro mehr als verdoppeln. Gute Aussichten für jene, die mit ihrem Job ganz nebenbei auch noch die Welt ein klein wenig retten wollen.


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