Zeichnung: zwei Hände hegen und pflegen Atomkraftwerk
Schritt für Schritt zu mehr Umweltschutz Mauritius Images

Was tun Unternehmen für den Umweltschutz?

Die Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen können sind vielseitig – einige gehen schon mit gutem Beispiel voran

Alle reden darüber, aber wer macht's wirklich: nachhaltig leben? Gehört man, nur weil man ab und zu Biolebensmittel kauft oder Energiesparlampen nutzt, schon zur Riege der Klima- und Umweltschützer oder gehört doch viel mehr dazu? Immerhin ist es ein guter Anfang, stimmt's?

Neumarkter Lammsbräu versucht das Rundumpaket

Wie allumfassend eine Klima- und Umweltschutzstrategie jedoch aussehen kann, zeigt Neumarkter Lammsbräu: Der Getränkehersteller aus der Oberpfalz hat bereits vor über 30 Jahren angefangen, Bioprodukte herzustellen und das komplette Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit und 100 Prozent Bio umzustellen: Dr. Franz Ehrnsperger, Inhaber von Neumarkter Lammsbräu, hatte damals das Familienunternehmen von seinen Eltern übernommen und war auf der Suche nach den besten Rohstoffen für sein Bier, die er im ökologischen Landbau fand, erklärt Susanne Horn, Generalbevollmächtige von Neumarkter Lammsbräu. Und die Idee dahinter überzeugte ihn. Aus dieser Überzeugung heraus begann die oft herausfordernde Umstellung des Traditionsunternehmens.

Heute umfasst das Nachhaltigkeits-Rundumpaket von Lammsbräu die vier Säulen:

  • Ökonomie
  • Ökologie
  • Soziales
  • Kultur

Dazu gehört beispielsweise, dass die Rohstoffe für alle Getränke seit vielen Jahren zu 100 Prozent aus biologischem, wenn möglich regionalem Anbau bezogen werden und die Rohstofflieferanten durch Fünf-Jahres-Verträge langfristig abgesichert werden. Daneben werden etwa Trinkwasserschutz und Biodiversität unterstützt und die Wissensvermittlung in Sachen Nachhaltigkeit inner- und außerhalb des Unternehmens vorangetrieben.

Zudem wird der Wasser-, Wärme- und Stromverbrauch sowie der CO2-Ausstoß des Unternehmens immer weiter gesenkt, wozu auch auf den ersten Blick kleinere Maßnahmen wie die laufende Überprüfung von Pumpen oder die Sensibilisierung der Mitarbeiter entscheidend beitragen. Neumarkter Lammsbräu arbeitet außerdem beispielsweise an Möglichkeiten zur Aufbereitung von nur gering verschmutztem Abwasser, sogenanntem Grauwasser, und an einem Konzept zur Eigenenergieversorgung.

Umweltschutz sollte für jeden etwas sein

Das Motto von Lammsbräu ist dabei nicht zufällig ›Verantwortung leben. Genuss schaffen‹:

»Wir leben den Nachhaltigkeitsaspekt. Mit unseren Produkten möchten wir den Menschen aber auch etwas Genussvolles anbieten, das schmeckt und ihnen guttut«, betont die Generalbevollmächtigte.

So ließen sich auch Mitarbeiter und Kunden überzeugen, die der Umstellung von Lammsbräu zunächst skeptisch gegenüberstanden. Die Menschen sollen erkennen, dass Umwelt- und Klimaschutz Spaß und Genuss nicht ausschließen. Daneben möchte Lammsbräu immer auch als Beispiel vorangehen: Andere Unternehmen sollen dazu animiert werden sich zu engagieren und lernen, dass Umweltschutz nicht immer unverhältnismäßig hohe Kosten und viel Aufwand bedeuten, sondern dass man schon mit kleineren Maßnahmen zumindest einen Anfang machen kann.

Der Wille zur Umstellung muss jedoch in der Unternehmensleitung vertreten sein, sonst bleibt meist alles an der Marketingabteilung hängen und führt zu wenig Erfolg, fügt Horn hinzu. Die Umwelt steht im Zentrum, nicht der ProfitEs gibt sie also doch, diese Pioniere, die nicht nur auf den Zug der Nachhaltigkeit aufspringen, weil es gerade im Trend liegt. Gepa - The Fair Trade Company kämpft seit 40 Jahren für fairen Handel mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa. Dabei steht nicht der Profit im Zentrum, sondern »der Anspruch, wirtschaftlich zu handeln und gleichzeitig Zeichen zu setzen für eine andere Weltwirtschaft«, betont Brigitte Frommeyer, Pressereferentin von Gepa.

Dabei geht es nicht nur um Verbraucherschutz und Produktqualität, sondern auch um den Gesundheitsschutz der Produzenten. 75 Prozent der Lebensmittel stammen aus biologischem Anbau und die Bauern, die noch nicht die Voraussetzungen für Bioanbau mitbringen, werden langfristig unterstützt. Der Umweltschutzgedanke geht jedoch noch weiter: Die Palette reicht von recyclingfähigen und überwiegend aluminiumfreien Verpackungen bis zum Strom aus Rapsöl aus dem eigenen Blockheizkraftwerk. Außerdem hat sich das Unternehmen beispielsweise der Förderung der Biodiversität verschrieben und Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels gestartet. Natürlich können viele Unternehmen gewisse negative Umwelteinflüsse nicht vermeiden, jedoch gibt es vielseitige Möglichkeiten, den CO2-Fußabdruck aufzubessern. Beispielsweise indem Firmen Baumpflanzaktionen unterstützen, so wie es auch die Gepa tut.

Nachahmer gesucht

Ein Unternehmen muss nicht immer das Rundumpaket bieten, oft lässt sich auch schon mit kleinen Veränderungen die Umwelt schonen. Dennoch hofft Gepa, dass sie mit gutem Beispiel für Mitbewerber vorangeht und zur Nachahmung motiviert. Schließlich bietet der Bioanbau neben den positiven, nachhaltigen Aspekten eine zusätzliche Marktchance.

»Natürlich sollten Mitbewerber auch Ideen aufgreifen, weil sie von diesen überzeugt sind, der Imagegewinn ist dann nur das Tüpfelchen auf dem i«, betont Frommeyer.

Aus welchen Gründen ein Unternehmen sich für den Umwelt- und Klimaschutz einsetzt – ob aus persönlicher Überzeugung, Imagegewinn oder rationalen Gründen – ist im Grunde egal, solange überhaupt etwas getan wird.

Im Einklang mit der Umwelt

Das Handelsunternehmen dm arbeitet bereits seit vielen Jahren daran, die Wünsche der Kunden sowie ökologische, soziale und wirtschaftliche Kriterien in allen Unternehmensbereichen zu berücksichtigen.

Angefangen beim sogenannten dm-Nachhaltigkeits-Kleeblatt, das Kunden produktbezogene Hinweise auf Inhaltsstoffe und umweltfreundliche Verpackungen gibt, über recyclebare Bio-Baumwolltaschen bis hin zu ressourcenschonenden Anlagen zum Heizen, Kühlen und Lüften, die ohne fossile Brennstoffe auskommen. Außerdem ist es laut Erich Harsch, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung, dem Unternehmen ein Anliegen, durch die Kommunikation mit Mitarbeitern und Kunden die nachhaltige Auffassung zu verbreiten.

Schritt für Schritt in eine bessere Zukunft

Dass noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist, zeigt etwa, dass der ökologische Fußabdruck eines Deutschen durchschnittlich 4,2 Hektar beträgt, so Greenpeace. Würden alle Menschen so viel verbrauchen, bräuchten wir mehr als zwei Erden. Es besteht folglich dringender Handlungsbedarf, um den Klima- und Umweltschutz voranzutreiben.

Einige Unternehmen gehen schon mit gutem Beispiel voran, doch viele lassen sich von der Angst vor zu hohen Kosten und unverhältnismäßigem Aufwand abhalten. Dabei sind es manchmal die kleinen Dinge, mit denen das Große beginnt: Stofftaschen statt Plastiktüten, umweltfreundliche Verpackungslösungen, Energiesparlampen und ein bewusstes Leben. Ein guter Anfang, den es weiterzuführen gilt, sowohl auf Unternehmer- als auch auf Verbraucherseite. 


Anzeige

Anzeige