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Überstunden: Diese Regelungen befinden sich im Arbeitsrecht

Jeder kennt es: Wenn es auf der Arbeit viel zu tun gibt, kann es durchaus mal vorkommen, dass man länger als die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit in der Firma bleibt. Doch welche exakten Regelungen gibt es dazu? Kann ich mir Überstunden auszahlen lassen? Das und mehr erfährst du hier.

Überstunden: Was ist im Arbeitsrecht geregelt?

Es gibt tatsächlich keine allgemeinen rechtlichen Grundlagen dazu. Vielmehr sind dafür zwei Dinge entscheidend:

  • Die Vertragsklauseln:

Viele vermeintlich findige Arbeitgeber schreiben in ihre Arbeitsverträge, dass alle Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sein. Dies ist allerdings nicht rechtsgültig. Die Anzahl der Überstunden muss immer klar definiert werden - pauschale Angaben sind nicht zulässig. Bis zu zehn Prozent der vertraglichen Arbeitszeit gelten gemeinhin als angemessen.

  • Die Vergütungserwartung:

Im Gesetz heißt es, dass die „übliche Vergütung“ gezahlt wird, „wenn die Dienstleistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist“. Eine schwammige Aussage, die das Bundesarbeitsgericht jedoch klargestellt hat: Nur Geringverdiener haben eine Vergütungserwartung, Besserverdiener nicht. Als Letzterer zählst du, wenn dein Verdienst die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung überschreitet. Diese lag 2018 bei 6.500 Euro in Westdeutschland und 5.800 Euro in Ostdeutschland. Jeder, der also darunter liegt, darf eine extra Bezahlung der Überstunden erwarten.

Überstunden: Auszahlen lassen oder Freizeitausgleich?

Um deine Überstunden wieder auszugleichen, gibt es zwei mögliche Optionen, die je nach Unternehmen variieren: 

  • Auszahlung: Wenn das der Fall ist, erhältst du zusätzlich zu deinem üblichen Lohn eine weitere Vergütung. Diese hat dabei, mindestens deinen normalen Stundenlohn zu betragen. Leistest du deine Überstunden in der Nacht oder an Sonn- beziehungsweise Feiertagen, können Zuschläge hinzukommen. Die Auszahlung von Überstunden ist allerdings nicht steuerfrei, sondern gilt als normalen Einkommen. 
  • Freizeitausgleich: Gerade bei Konzernen ist diese Variante sehr beliebt. Du bekommst die Zeit, die du zusätzlich aufgewandt hast, einfach als Freizeit beziehungsweise Urlaub zurück. Die Lohnkosten bleiben somit gleich und dank Gleitzeit ist auch kein bürokratischer Aufwand damit verbunden. In der Regel kannst du dann selbst entscheiden – selbstverständlich in Absprache mit deinem Vorgesetzten – zu welchem Zeitpunkt du den Freizeitausgleich nimmst.

Überstunden: Wie berechne ich meine Überstunden?

Mit einer simplen Formel kannst du deine Überstunden berechnen: Das durchschnittliche monatliche Bruttogehalt muss durch die durchschnittliche Monatsstundenzahl geteilt werden. Daraus ergibt sich der exakte Stundenlohn, den du nur noch mit der Zahl der geleisteten Überstunden multiplizieren musst. Um die Monatsstundenzahl zu berechnen, multiplizieren Sie einfach die Wochenstundenzahl mit 4,33. 

Beispiel: Du verdienst 2000 Euro brutto im Monat bei 40 Wochenstunden. Im letzten Monat hast du zehn Überstunden geleistet. Rechnung: 40*4,33 = 173,2. 2000/173,2 = 11,55. 11,55 * 10 = 115,5. Diese 115,5 Euro bekommst du zusätzlich zu deinem Gehalt.


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