Foto: Anders Jilden/Unsplash

IT-Arbeitsmarktreport 2020: Chancen erkennen und ergreifen

So sieht der Arbeitsmarkt 2020 für Informatiker aus.

Über Beschäftigung, Arbeitslosenquote und Zukunftsprognosen

Der Arbeitsmarkt für Informatiker entwickelt sich in unterschiedliche Richtungen – ganz so rosig, wie noch 2018 sah es 2019 nicht aus. Trotzdem: ITler haben im Vergleich zu anderen Berufsgruppen immer noch sonnige Karriereaussichten.

Trends

Themen wie Künstliche Intelligenz und Internet of Things waren bereits 2019 bedeutungsvoll – und bleiben es nach wie vor. Kaum eine Branche kann sich diesen modernen Technologien verwehren, denn sie bieten Vorteile für Unternehmen und Kunden. Ein weiterer Trend, der besonders Mobilfunknutzer freuen wird, ist das neue Supernetz 5G. Hier werden in den kommenden Jahren massive Veränderungen erwartet. So prognostizieren Marktforscher für 2020 einen weltweiten Umsatz von umgerechnet fast 28 Milliarden Euro. Während 5G also angreift, werden Technologien wie Blockchain, Cloud Computing und Automation fast schon zum Mainstream. Sie sind mittlerweile nicht mehr aus erfolgreichen Unternehmensprozessen wegzudenken. Was außerdem an Akzeptanz gewinnen wird: Interaktionsmedien wie Augmented Reality, 3D-Gestensteuerung und Virtual Reality. In diesem Bereich tritt auch der Trend ›Interfaceless‹ auf den Plan. Der Begriff steht für Geräte, die ohne eigenes Bedienelement funktionieren, da die Steuerung per App von Smartphone oder Tablet aus erfolgt.

Beschäftigung

Die Vielseitigkeit der Trends lässt vermuten, dass Informatiker leicht in einem Unternehmen unterkommen. Tatsächlich verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit von 2018 auf 2019 einen Zuwachs der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von sieben Prozent. Davon haben vermutlich 334.000 Informatiker einen akademischem Hintergrund, denn sie üben Tätigkeiten aus, für die ein solcher velangt wird. »Besonders deutlich war der Beschäftigungszuwachs in der Softwareentwicklung und Programmierung«, berichtet Claudia Suttner, die bei der Bundesagentur für Arbeit als Beraterin für Arbeitsmarktberichterstattung arbeitet.

Stellenlage

Der Blick auf ausgeschriebene IT-Stellen zeigt, dass die Entwicklungen hier etwas anders sind: »Im Verlauf des Jahres 2019 wurden der Bundesagentur für Arbeit 52.000 Stellen – also vier Prozent weniger als 2018 – für Informatik und andere IKT-Berufe gemeldet, darunter 25.000 für Akademiker«, bilanziert Suttner.

In Bezug auf die Fachrichtungen, die gesucht wurden, kristallisieren sich ganz deutliche Trends heraus: »Etwa die Hälfte der Stellenangebote bietet Tätigkeitsfelder in der allgemeinen Informatik, der Wirtschaftsinformatik oder der Technischen Informatik«, so Claudia Suttner. Allrounder sind also ebenso gefragt wie Spezialisten: Jeweils etwa 10.000 Stellen wurden 2019 in der IT-Netzwerktechnik, -administration, -organisation sowie in der Softwareentwicklung und Programmierung angeboten. Jede achte Stelle war für Experten der IT-Anwendungsberatung und Systemanalyse bestimmt. 

Arbeitslosigkeit

In der IT-Branche ist noch immer die Rede von einem Fachkräftemangel. Das heißt, die Arbeitslosigkeit müsste entsprechend gering sein, da Informatiker leicht und schnell eine passende Stelle finden. Tatsächlich: Die Zahl arbeitsloser IT-Kräfte ist auch 2019 gesunken. »Rund 23.000 IT-Fachleute waren 2019 arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr waren dies 0,4 Prozent weniger«, bestätigt Claudia Suttner. Obwohl es bei den arbeitssuchenden Akademikern ein Plus von sechs Prozent gab, liegt die Quote insgesamt bei unter drei Prozent. Es kann also von Vollbeschäftigung gesprochen werden.

Berufseinstieg

IT-Absolventen, die bereit sind, in den Berufsalltag zu starten, sollten bei ihrer Stellenwahl einige Dinge beachten. Zum einen lohnt es sich, einen Blick auf Trends und Innovationen zu werfen, denn diese Bereiche werden in Zukunft sicher weiter ausgebaut und bieten spannende Möglichkeiten. Zum anderen sollten sich zukünftige Informatiker bereits während des Studiums im Rahmen von Praktika und Werkstudentenjobs mit verschiedenen Branchen, Unternehmensgrößen und -modellen auseinandersetzen. So fällt die Entscheidung, in welche Richtung es gehen soll, nach dem Abschluss deutlich leichter. Neben der fachlichen Kompetenz legen immer mehr Arbeitgeber bei Berufseinsteigern Wert auf elementare Soft Skills wie Kommunikationstalent, Teamfähigkeit, Organisationsgeschick und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Denn die Branche ist stetig im Wandel – und Anfänger sollten dieser Herausforderung bereits gewachsen sein.

Gehalt

Das Einstiegsgehalt variiert je nach Abschluss und Unternehmen. Am meisten Gehalt zahlen die Automobil-, die Luft- und Raumfahrt- sowie die Pharma- und Chemische Industrie. In größeren Unternehmen können Masterabsolventen hier bis zu 54.000 Euro verdienen. Dagegen bieten Branchen wie der Medienbereich, der Öffentliche Dienst oder das Gesundheitswesen durchschnittlich 46.000 Euro. 

Prognose

Laut Claudia Suttner von der Bundesagentur für Arbeit bringt die Digitalisierung eine nach wie vor hohe Nachfrage nach IT-Kräften mit sich. Aber: »Die derzeitige Konjunkturschwäche wirkt sich auch auf dieses Berufsfeld aus, da ITler in nahezu allen Wirtschaftsbereichen gefragt sind und sich die wirtschaftlichen Entwicklungen nahezu überall bemerkbar machen.« Informatiker sollten sich also auf dieses Risiko vorbereiten. Der Fachkräftemangel geht zunehmend zurück, das bestätigt das Plus bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und die geringe Zahl der arbeitslosen Akademiker. Der Grund dafür ist die hohe Absolventenzahl der Informatikstudiengänge. Laut Suttner wird sich diese Entwicklung weiterhin positiv auf die vorhandenen Engpässe in den IT-Berufen auswirken.

 

Lies dir auch die vier Fragen unseres Arbeitsmarktreports durch, die von Personalexperten ausgewählter Unternehmen beantwortet wurden :

  • Frage 1 : Für welche Schwerpunktgebiete suchen Sie aktuell nach jungen ITlern?
  • Frage 2 : Haben gerade im IT-Bereich Abbrecher mit praktischer Erfahrung Chancen oder ist ein Abschluss ein Muss?
  • Frage 3 : Stichwort ›Heiß umkämpfter -IT-Nachwuchs‹: Gibt es schon für Einsteiger zusätzliche Anreize?
  • Frage 4 : Welche Skills müssen junge Coder unbedingt mitbringen?

Den kompletten Arbeitsmarkreport findest du in unserem E-Paper.


Anzeige

Anzeige