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Auflösungsvertrag: Muster und Vor- und Nachteile

Ein Auflösungsvertrag von deinem Arbeitgeber stellt dich vor eine wichtige Entscheidung: Unterschreiben oder nicht? Bevor du diese Wahl triffst, solltest du dich genau mit dem Thema Auflösungsvertrag auseinandersetzen. Arbeitgeber machen dir solche Verträge oft schmackhaft oder setzen dich unter Druck. Hier erfährst du alles Wichtige rund um den Auflösungsvertrag.

Auflösungsvertrag: Was ist das?

Gleich vorab: Der Auflösungsvertrag ist keine Kündigung! Zwar löst sich bei beiden Formen das Arbeitsverhältnis auf, sie unterscheiden sich aber in einigen Punkten grundlegend. Ein Auflösungsvertrag wird dann unterschrieben, wenn die Auflösung des Arbeitsverhältnisses in beidseitigem Einverständnis stattfindet. Eine Kündigung kommt immer nur von einer Seite – dem Arbeitnehmer oder dem Arbeitgeber. Der Auflösungsvertrag wird von beiden Parteien verhandelt und unterschrieben. Er enthält zudem Vereinbarungen wie Abfindung, Austrittsdatum oder Freistellung.

Auflösungsvertrag Muster: Das sollte enthalten sein

Der Inhalt des Auflösungsvertrag spielt eine große Rolle und sollte deshalb immer von einem Experten für Arbeitsrecht geprüft werden, damit du nicht über den Tisch gezogen wirst. Der genaue Inhalt richtet sich nach den jeweiligen Vereinbarungen, die getroffen wurden. Es gibt jedoch einige Punkte, die genannt sein sollten. Hier die Checkliste:

  • Datum des Endes des Arbeitsverhältnisses
  • Ausstehende Zahlungen wie Weihnachtsgeld oder Prämien
  • Resturlaubsanspruch und Abgeltung
  • Arbeitszeugnisnote und Zeugnisinhalt
  • Betonung, dass das Arbeitsverhältnis durch den Arbeitgeber oder aus betriebsbedingten Gründen beendet wird
  • Vereinbarung der Abfindung
  • Bezahlte Freistellung des Arbeitnehmers
  • Rückgaben und Termine (Dienstwagen)
  • Eventuell Stillschweigen über die Vereinbarungen

Auflösungsvertrag: Vor- und Nachteile

Die Rahmenbedingungen sind geklärt. Trotzdem fragst du dich: Macht es Sinn, den Auflösungsvertrag zu unterschreiben? Um dir eine Entscheidungshilfe zu bieten, kommen hier die Vor- und Nachteile eines Auflösungsvertrags:

Pro:

  • Keine Kündigungsfrist: Wenn du bereits eine neue Stelle hast oder einfach schnell aus dem Arbeitsverhältnis raus willst, kannst du mit deinem Arbeitgeber einen sehr kurzfristigen Termin aushandeln.
  • Abfindung: Bei einer Kündigung bekommst du nichts. Du hast zwar keinen Anspruch auf eine Abfindung, die meisten Arbeitgeber bieten diese aber an, um einer Kündigungsschutzklage aus dem Weg zu gehen. Normalerweise bekommst du zwischen 0,25 und 0,5 Bruttomonatsgehälter pro Jahr.
  • Weiter verhandeln: Je nachdem, wie gut deine Verhandlungsposition ist, kannst du mehr oder weniger verlangen. Das kann zum Beispiel dein Arbeitszeugnis oder die Auszahlung von ausstehendem Urlaubsgeld betreffen.
  • Kündigung umgehen: Bei einem Auflösungsvertrag profitierst du von dem Ende des Arbeitsverhältnisses. Außerdem bist du nicht selbst schuld am Jobverlust – das sieht im Lebenslauf besser aus.

Contra:

  • Sperrzeit beim Arbeitsamt: Da du deinen sicheren Arbeitsplatz sozusagen freiwillig aufgibst, kannst du von der Agentur für Arbeit eine 12-wöchige Sperre erhalten. Dann hast du keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
  • Kein Weg zurück: Deine Unterschrift ist endgültig. Da die Unterzeichnung immer als freiwillig angesehen wird, hast du danach keinerlei Ansprüche mehr – außer natürlich die, die im Vertrag festgehalten sind.

Ob du den Auflösungsvertrag unterschreibst oder nicht, liegt immer in deiner Hand und macht von Fall zu Fall mehr oder weniger Sinn. Wichtig ist nur, dass du dir deiner Verhandlungsposition bewusst bist und immer einen Arbeitsrechtler einen Blick darauf werfen lässt.

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