Der persönliche Eindruck zählt. Doch die Chance bekommt nicht jeder Bewerber.

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Architektur und Design: professionell bewerben und Traumjob sichern

Die Wirtschaft reißt sich um junge Talents – so ist es überall zu lesen.

Und genau das ist der Grund, weshalb manche Bewerber den Bewerbungsprozess nicht so aufmerksam angehen, wie es nötig ist.

Obwohl Fachkräfte Mangelware sind, stellen Arbeitgeber aus Mangel an Alternativen nicht unbedingt jemanden ein, der sich nicht um einen Job bemüht, weil er der Auffassung ist, diesen ohnehin in der Tasche zu haben.


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Nachlässigkeit kann eine Chance sein – für den, der sie nicht an den Tag legt

Für diejenigen, die einen echten Traumjob wollen, ist die eher nachlässige Haltung der überheblichen Konkurrenz ein Vorteil. Sie können nämlich durch professionelle Bewerbungsunterlagen herausstechen und sich die Chance auf ein Interview in der Wunschfirma sichern.

Architektur- und Designbüros achten auf Details

Noch stärker als in anderen Branchen achten Architekten und Designer sehr genau auf die Details einer Bewerbung. Das Interesse ist hoch und das hat gute Gründe. Denn wenn sich bereits in der Bewerbungsmappe Nachlässigkeiten zeigen und Fehler einschleichen, lässt das auf einen Mangel an Sorgfalt schließen. Für Architekten und Designer ist das mitunter ein K.o.-Kriterium. Hört man sich in der Branche um, sind folgende Themen besonders wichtig:

Sich bewerben heißt für sich zu werben

Eine Bewerbung ist immer eine Eigenwerbung. Sie hat Signalwirkung auf den potenziellen neuen Arbeitgeber. Die Vollständigkeit der eingereichten Unterlagen muss gegeben sein. Fehlen geforderte Anlagen, erweckt das den Eindruck von Ungenauigkeit. Für Bewerber heißt es also, die Stellenanzeige genau zu studieren, um die Unterlagen vollständig und in der geforderten Form einzureichen.

Eigene Fähigkeiten herausstellen

Sich zu bewerben heißt, seiner individuellen Stärken ins rechte Licht zu setzen. Besteht eine überdurchschnittliche Begabung in einem Bereich, sollten Bewerber das nicht verschweigen, sondern darüber Auskunft geben. Das schärft das Bewerberprofil und sorgt dafür, dass die Bewerbung sich von anderen absetzt. Viele Arbeitgeber suchen nach Mitarbeitern, die in ihrem bevorzugten Bereich herausragende Leistungen erbringen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, die individuellen Schwerpunkte zu benennen.

Bewerber ohne Erfahrung: durch Fleiß, Sorgfalt und Einfallsreichtum auffallen

Bewerben sich Absolventen von Hochschulen auf eine begehrte Stelle und fürchten die Konkurrenz erfahrener Architekten und Designer, müssen sie einfallsreich sein. Eine gute Möglichkeit, gerade in diesem Bereich, ist die Präsentation der eigenen Arbeiten. Sicherlich haben frischgebackene Architekten und Designer (noch) keine nennenswerte Projekterfahrung. Aber sie haben ein Werdegang vorzuweisen. Denn auch sie haben sich entwickelt, und zwar von der ersten Zeichnung an bis zum aktuellen Tag. Diese Entwicklung können sie durchaus darstellen und für sich sprechen lassen. Im Rahmen einer Bewerbung gelingt das am besten mit einem prozess- und ergebnisorientierten Präsentationsportfolio.

Das Präsentationsportfolio

In einem prozess- und ergebnisorientierten Präsentationsportfolio befindet sich eine sorgfältige Zusammenstellung von Dokumenten, die die Qualität der Arbeit widerspiegeln. Die Dokumentation dient dazu, die Entwicklungsschritte abzubilden und zu zeigen, wie die Lernkurve in den zurückliegenden Jahren verlaufen ist. Mithilfe des Portfolios können junge Absolventen ihre persönlichen Arbeitstechniken zeigen und darlegen, wie sich der eigene Stil entwickelt hat.

Potenzielle Arbeitgeber sehen in einem Präsentationsportfolio nicht nur die Entwicklung eines aufstrebenden Talents, sondern sie können sich auch eine Meinung über die Selbstreflexionsfähigkeiten bilden. Wer ein Bewerbungsportfolio stimmig zusammenstellt beweist ein hohes Maß an Selbstreflexion, denn die Qualität eigener Leistungen im Gesamtkontext relativ sachlich zu beurteilen ist eine persönliche Herausforderung. Ein stimmiges Portfolio zeigt eben auch, dass ein junger Mensch eigenverantwortlich und selbst gesteuert durchs Leben geht und in der Lage ist, aufgenommen Informationen in der Praxis anzuwenden.

Um ein Präsentationsportfolio von guter Qualität herzustellen, müssen neben der Konzeptionierung außerdem bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten beherrscht werden:

  • CAD
  • Layout
  • Bildbearbeitung
  • Modellieren
  • Gegebenenfalls animieren (bei elektronischen Bewerbungen)
  • Drucken
  • Fotografieren

Damit das Portfolio professionell aussieht, brauchte es ein anspruchsvolles Konzept, eine attraktive Gestaltung und eine individuelle Formgebung sowie Materialauswahl. Das alles müssen Bewerber nicht selbst entwickeln, sondern sie können sich für ihr Portfolio Unterstützung vom Profi holen. Der Profi sorgt für die Form, der Inhalt aber ist und bleibt Sache des Bewerbers.

Was gehört in ein Bewerbungsportfolio?

Grundsätzlich werden Arbeiten in einem Portfolio zusammengefasst, die die Fähigkeiten und ein Stück weit auch das Naturell eines Bewerbers zeigen. Das bedeutet, dass folgende Mindest-Angaben im Bewerbungsportfolio ihren Platz finden müssen:

  • Entwurfsarbeiten
  • Seminararbeiten
  • Wettbewerbsbeiträge
  • Skizzen und Arbeitsmaterialien
  • Auszeichnungen
  • Stipendien

Die Mappe sollte mit Seitennummern und mit einem Inhaltsverzeichnis versehen sein. Auch darf der Name des Urhebers nicht fehlen: Zu nennen sind natürlich der vollständige Name mit Kontaktadresse und gegebenenfalls ein Hinweis auf die Hochschule, an der das Studium absolviert wurde.

In Zeiten der Digitalisierung darf das digitale Portfolio nicht fehlen

Mit Blick auf die fortschreitende Entwicklung in Sachen Digitalisierung ist es sinnvoll im gegenständlichen Portfolio einen Hinweis auf das digitale Portfolio einzubauen. Das digitale Portfolio besteht aus Ergänzungen, wie zum Beispiel Audiodateien oder Videodateien, die eine besonders gelungene Präsentation, einen Pitch oder die Übergabe eines Preises darstellen.

Falls eine Bewerbung komplett digital eingereicht werden soll, ist ein Bewerbungsportfolio entsprechend in einem gängigen Format, zumal in PDF, zu erstellen.

Wie groß darf ein Bewerbungsportfolio sein?

In erster Linie sollte das Portfolio gut zu handhaben sein. Allein aus Kostengründen sollte es in einem Format vorliegen, das sich gut per Post versenden lässt. Als Faustregel gilt, dass das Portfolio mindestens Postkartengröße, aber nicht mehr als DIN-A-4 Größe aufweisen sollte. Das Hauptaugenmerk sollte dabei auf der Übersicht liegen. Sich auf das Wesentliche zu reduzieren ist nämlich gar nicht so einfach und stellt eine weitere wichtige Eigenschaft dar, die Arbeitgeber anhand eines eingereichten Bewerbungsportfolios abschätzen können.

Think out of the box and jump into the job

Sich von anderen abzuheben ist gerade in der kreativen Branche besonders schwer. Mithilfe einer individuell gestalteten Präsentationsmappe, die sorgfältig und stimmig zusammengestellt wird, haben Bewerber gute Chancen. Allerdings darf das Bewerberportfolio nicht zu einer Selbstbeweihräucherung entarten. Es geht darum, seine Stärken zu präsentieren und diese selbstbewusst so darzustellen, dass potenzielle Arbeitgeber neugierig auf die Person werden, die dahinter steckt. Wenn die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch kommt, müssen den schönen Bildern und geschriebenen Worten letztlich auch Taten folgen. Unter diesem Aspekt betrachtet ist es umso wichtiger, bei der Selbstpräsentation nicht zu übertreiben, sondern bei der Wahrheit zu bleiben und im Bewerbungsgespräch durch das persönliche Auftreten die eingereichte Bewerbung positiv abzurunden.

Ein Beitrag der externen Autorin Anja Klein.