Mint-Fächer: Klischee und Wahrheit

Duale Studiengänge und Ausbildungen von Gesundheit bis Informatik

Duales Studium -Wirtschaftsinformatik

Klischee: Wirtschaftsinformatik und Tourismus passen so gut zusammen wie Eis und Blauschimmelkäse – gar nicht. Momentan sind Informatiker zwar gefragt wie nie, aber durch die Spezialisierung auf touristische IT Anwendungen schränkst du dich beruflich ganz schön ein! Außerdem: Als Code-Guru passt du nicht in die Berater- Welt. Denn dein komplexes Wissen verständlich zu kommunizieren, wirst du nie lernen. Reisen unternimmst du ohnehin nur in der virtuellen Welt.

Wahrheit: Philipp Scherer absolviert ein duales Studium im Fach Wirtschaftsinformatik bei Thomas Cook

»Die Aussage, dass Wirtschaftsinformatiker sich im Tourismusmarkt im Beruflichen stark einschränken, ist falsch. Schließlich benötigt man in jedem Beruf eine Grundausbildung beziehungsweise ›Hard Skills‹. In meinem dualen Studium im Bereich der Wirtschaftsinformatik erlerne ich diese. Die Vorlesungen gehen von der Programmierung über Mathematik und Statistik bis hin zu BWL und Finanzen. In der Praxisphase bei Thomas Cook lerne ich viel über den Tourismusmarkt und über das Berufsleben in einem großen Unternehmen.«

Duales Studium - Maschinenbau

Klischee: Bist du auf der Suche nach Maschinenbauern, halte einfach Ausschau nach einer Gruppe Männern in Karohemden. Für die Technikfreaks gibt es kein spannenderes Gesprächsthema als die Arbeit. Sie lieben es, Konstruktionen mittels Technischer Mechanik zu berechnen und brüten stundenlang über Entwürfen. Kreativität und Spontanität sind Fremdwörter für sie. Kein Wunder, dass in den Hörsälen keine Frauen zu finden sind!

Wahrheit: Lena Holzmaier absolviert ein duales Studium beim Flughafen München

»Ich bin nicht nur an der Hochschule und lerne Theorie, sondern setze das Gelernte in den Semesterferien am Flughafen München praktisch um. Wer Maschinenbau studieren möchte, sollte sich für Technik sowie Physik begeistern und handwerkliches Geschick mitbringen. Der kreative und kommunikative Anteil des Studiums sollte nicht unterschätzt werden. Schließlich bearbeiten wir verschiedenste Aufgabenstellungen in studiengangsübergreifenden Projektgruppen. BWL-Vorlesungen runden mein Studium ab – so bleibt es abwechslungsreich.«

Ausbildung PTA

Klischee: Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) sind Helferlein in einer Apotheke. Sie erledigen schlichtweg alle Aufgaben, für die sich Apotheker zu schade sind. Arzneimittel herstellen sowie zu Gesundheitspflege und Ernährung beraten? Papperlapapp! Als PTA kannst du dich glücklich schätzen, wenn du dem Apotheker hin und wieder bei der Arzneimittelherstellung über die Schulter spitzen darfst! Denn Abwechslung gibt es im Leben eines PTA kaum: weißer Kittel an, ab an den Tresen, Rezepte einscannen, Medikamente aus Schubladen kramen, abkassieren und »der Nächste bitte«.

Wahrheit: Nina Schackmann machte eine Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA)

»Auf meine Tätigkeit treffen diese landläufigen Meinungen bei weitem nicht zu! Klar nimmt die Kundenberatung einen Großteil des PTA-Berufs in der Apotheke ein. Sie ist aber durchaus eine verantwortungsvolle Aufgabe, die viel Fachwissen und Empathie erfordert. Für den abwechslungsreichen Alltag sorgen eine Menge weiterer Tätigkeiten: Durch die fundierte, breit gefächerte Ausbildung bin ich zudem in der Lage, die für Kunden notwendigen Rezepturen, Cremes oder Lösungen eigenständig herzustellen. Auch die Belieferung von Hilfsmitteln, Sichtverpackung oder BTM-Dokumentation zählen zu meinen Aufgaben. Außerdem sollte man immer Eigeninitiative und Zielstrebigkeit beweisen. Fort- und Weiterbildungen eröffnen ein großes Spektrum an interessanten Verantwortungsbereichen. PTA können sich auf bestimmte Kundengruppen, wie zum Beispiel Senioren, Diabetiker, Krebspatienten oder gefragte Bereiche wie Homöopathie, Pflanzenheilkunde und Kosmetik spezialisieren. Gerade habe ich an der Hochschule Schmalkalden zusätzlich meinen Abschluss als Pharmazieökonomin gemacht, wodurch mich weitere spannende Herausforderungen im Apothekenmanagement erwarten. Manche PTA nutzen auch die guten Jobaussichten außerhalb der Apotheke, beispielsweise als Pharmareferenten, im Marketing von Pharmaunternehmen, in Laboren, bei Krankenkassen oder pharmazeutischen Verlagen. Andere sehen den Beruf einfach als ein super Sprungbrett für ein anschließendes Pharmaziestudium.«

Ausbildung Informatik

Klischee: Informatik-Azubis tragen Bandpullover, hören Heavy Metal, hängen in der Freizeit allein in ihrem Zimmer vor dem Computer ab und zocken – am liebsten Massively Multiplayer Online Role-Playing Games oder Ego-Shooter. Zahlen sind ihr Ding. Mit Kreativität können die Matheund Programmier-Cracks hingegen nichts anfangen. Und auch was soziale Kontakte angeht, müssen die eher in sich gekehrten Zeitgenossen passen: In den Pausen wird kaum miteinander gesprochen, stattdessen beschäftigen sie sich lieber mit ihrem Smartphone. Denn Kommunikation ist für sie mehr Übel als Zeitvertreib. Teamarbeit kennen sie nur vom Hörensagen.

Wahrheit: Philipp Schliebs macht eine Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung an der School of Games der bm

»In der Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung sind Kreativität und Kommunikation das A und O. Vor allem, weil ich neben dem Fachinformatiker zusätzlich den Game Programmer erlerne. Dass Informatiker Einzelgänger sind, ist ein Irrglaube: An der School of Games wird Teamarbeit großgeschrieben. Wir programmieren häufig in Projektteams und arbeiten sogar ausbildungsübergreifend mit den Game Artists zusammen. Denn das erwartet uns in der Wirtschaft. Programmier-Crack muss man nicht sein: Das Handwerk, alle wichtigen Programme und Neuerungen der Branche wie beispielsweise Virtual Reality (VR) lerne ich in meiner Ausbildung. Einen bestimmten Dresscode oder vorprogrammierten Musikgeschmack haben Informatik-Azubis auch nicht. Ein Vorurteil stimmt jedoch: Denn als Game Programmer mag ich natürlich auch Videospiele. Dabei achte ich besonders auf Spielmechanik und Gameplay.«


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