Dolmetscher und Übersetzer

Diesmal: „You can say you to me“ oder: Berufe mit Fremdsprachen. Was geht da? Was muss man können? Und wo lernt man das? Kuck!

Dolmetscher

Please notice: Dolmetscher und Übersetzer sind zwei komplett verschiedene Berufe. Als Dolmetscher bist du immer live dabei: Du überträgst Gesprochenes von einer Ausgangssprache in eine Zielsprache. Allermeistens dolmetschst du aus der Fremdsprache in deine Muttersprache. Es gibt verschiedene Dolmetsch-Arten: Simultan: Du dolmetschst sofort, also direkt und im Idealfall zeitgleich, was ein Mensch spricht. Konsekutiv: Du hörst erst zu, was ein Mensch sagst, merkst es dir und dolmetschst es dann gebündelt.

Was lern ich?

Die Fähigkeit, einen gesprochenen Text schnell, im Idealfall „vorauseilend“ zu verstehen und wiedergeben zu können. Klingt easy, ist aber trickreich im Detail, denn du musst schon beim Zuhören und Losdolmetschen weiter zuhören, was dein Partner als nächstes sagt, seine Aussagen analysieren und nach Wichtigkeit sortieren und dann in der Zielsprache rüberbringen, ohne wie ein Roboter oder ein defekter Google-Translator zu klingen.

Was geht damit noch?

Logo: Sprachlehrer. Wer eine Sprache so genial beherrscht, kann sie auch unterrichten. Korrektor: Du analysierst und, wenn nötig, verbesserst z.B. Format, den Stil oder die Grammatik des Textes, für den du als Korrektor zuständig bist.

Übersetzer

Du verbringst den allergrößten Teil deines Arbeitstags an deinem Schreibtisch, häufig alleine. Als Fachübersetzer übersetzt du Fachtexte aller Art, also z.B: Sachbücher, Korrespondenzen, Artikel, Beipackzettel oder Gebrauchsanweisungen, und zwar meistens in deine Muttersprache. Als literarischer Übersetzer widmest du dich logischerweise der Belletristik, also Romanen & Co, Theaterstücken oder Lyrik.

Was lern ich?

Du trainierst die Fähigkeit, einen Text zu analysieren und in einer anderen Sprache so zu formulieren, dass er für den betreffenden Kulturbereich verständlich ist, auch wenn er aus einem ganz anderen Kulturbereich stammt. Du hantierst also nicht nur mit „Wort für Wort übersetzen“, sondern widmest dich dem ganzen Text und der berühmten Ebene dessen, was „zwischen den Zeilen“ so mitschwingt.

Was brauch ich?

Als Übersetzer: Ein ausgeprägtes Gefühl für alles Gesprochene und Geschriebene, Liebe zum verbalen und nonverbalen Ausdruck und zu Kommunikation insgesamt. Allergrößtes Sprachtalent, stilistische Vielseitigkeit und Begabung für all die vielen Feinheiten, die Sprache eben ausmachen. Liebe zur Grammatik, gründlichster Umgang damit. Zusätzlich jede Menge Know-how in mindestens einem Fachgebiet. Als Dolmetscher: Du musst spontan entscheiden können, was du wie übersetzt. Du brauchst ein Gespür für Menschen und Situationen. Und Verantwortungsbewusstsein. Plus: du musst es haben können, immer nur die Meinungen und Gedanken von anderen zu vermitteln, auch wenn du sie kacke findest.

Wo lern ich?

An Unis, FHs und Instituten oder Schulen. In den klassisch akademischen Ausbildungen machst du deinen Bachelor, an Instituten oder Schulen einen Abschluss als staatlich geprüfter oder anerkannter Übersetzer/Dolmetscher. Der Bachelor ist allgemeiner angelegt. Du wirst z.B. Bachelor „Sprache, Kultur, Translation“, BA „Übersetzungswissenschaft“ oder BA „Translation“. Im Master gibt’s coole Spezialisierungen wie Gebärdensprache, Konferenzdolmetschen (auch Arabisch) oder Master „Orientalische und Asiatische Sprachen“.

Sprachen?

Meistens stehen die Klassiker Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Russisch zur Auswahl. Häufig kombinierst du zwei oder mehr Sprachen miteinander und erlernst somit eine Haupt- und eine Nebensprache.


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