Exotische Berufe im Porträt: Beruf oder Traum?

Luxushoteltester. Poetry Slammer. Oder Stuntman. Wie wird man sowas Ungewöhnliches ? Und wie ist das dann, so jeden Tag?

POETRY SLAMMER

Sebastian Rabsahl slammt als Sebastian 23 

Wie ich gelernt habe, was ich tue …

Geschrieben und geredet habe ich schon immer viel, hatte aber kein Publikum. Während des Studiums habe ich mich dann trotz hohem Lampenfieber und schlechtem Text mal auf eine der damals noch sehr jungen Poetry Slam-Bühnen getraut – und bin dabei geblieben. Inzwischen habe ich mein Arbeitsfeld erweitert und mache auch Soloshows, moderiere und schreibe fürs Fernsehen, verfasse Romane und neuerdings auch Drehbücher. Aber alles lässt sich darauf zurückführen, dass ich als Studierender einmal über meinen Schatten bis auf die Bühne gesprungen bin.

Warum ich liebe, was ich tue …

Ich habe den Kopf stets voller Ideen. Diese müssen raus, sonst platzt der Schädel. Beim Poetry Slam liebe ich insbesondere den direkten Kontakt zum Publikum und die Szene aus kreativen, originellen und teils gut riechenden Menschen. 

Wie werde ich das?

Indem du dich mit einem selbstgeschriebenen Text auf die Bühne stellst und ihn vorträgst. Wenn du dann merkst, dass dir diese Kunstform liegt, schreibst du automatisch mehr, suchst dir deine Bühnen und am Ende beginnst du vielleicht sogar Geld damit zu verdienen. Allerdings solltest du nicht wegen des Geldes mit dem Slammen beginnen, da sind die Chancen in anderen Sektoren – als Gangsta-Rapper oder Fußballprofi – besser.

STUNTMAN

Mac Steinmeier Inhaber Stuntmac

Wie ich gelernt habe, was ich tue …

In den 80er Jahren gab es in Deutschland leider keine Stuntschulen, sodass die meisten Stuntleute autodidaktisch lernten. Dazu übte man Prügeleiszenen in Parks, Sprünge von diversen Burgmauern, Treppenstürze an U-Bahntreppen und sonntags Fahrradstürze auf leeren Kaufhausparkplätzen – was immer für Aufsehen und gelegentlich für Ärger sorgte. Beim Versuch, ein geeignetes Trainingsgelände zu finden, fragte ich 1987 bei der Bavaria Film an. Dort fand man die Idee gut, im Rahmen der Bavaria Filmtour Stuntleute beim Stunttraining beobachten zu können. 1989 bis 2010 konzipierten wir für die Bavaria Filmstadt drei unterschiedliche Stuntshows und durften 23 Jahre lang täglich mehrere Shows aufführen. In tausenden Liveshows konnten wir unsere Stunts dermaßen perfektionieren, dass wir unsere Arbeit bei nationalen und internationalen Film- und Fernsehproduktionen einsetzen konnten. Seit vielen Jahren sind unsere Stuntleute regelmäßig in Serien wie ›Tatort‹, ›Die Bergretter‹, ›Aktenzeichen XY-ungelöst‹ oder Kinofilmen wie ›Der Soldat James Ryan‹, ›Inglourious Basterds‹, ›Die wilden Kerle‹ oder den beiden ›Fack ju Göhte‹-Teilen zu sehen.

Wie werde ich das?

Wenn du sehr sportlich bist, bewirb dich bei etablierten Stuntteams in deiner Stadt und bring viel Geduld, Ausdauer und Teamgeist mit. Es dauert meist lange, bis man mit diesem Beruf genug Geld verdienen kann, um davon zu leben. Wer allerdings richtig gut ist, wird bei den Stuntkoordinatoren schnell bekannt und für Film und Fernsehproduktionen gebucht. Website des Bundesverband deutscher Stuntleute www.german-stunt-association. de/start  

Warum ich liebe, was ich tue …

Die kreative Arbeit in kreativen Teams macht großen Spaß. Dazu bin ich viel unterwegs, lerne sehr interessante Menschen kennen und arbeite mit ihnen an einem gemeinsamen kleinen oder großen Projekt. Wenn der Film dann noch gut und erfolgreich wird, ist man sehr stolz darauf, seinen Beitrag dazu geleistet zu haben.

AUTOR

Volker Klüpfel & Michael Kobr  Krimiautoren der ›Kluftinger‹- Romane, Millionen-Auflagen

Wie wir gelernt haben, was wir tun …

Was wir jetzt tun, haben wir nicht gelernt, aber wir haben gelernt, dass das, was wir gelernt haben, bestimmt viel geholfen hat bei dem, was wir jetzt ungelernt tun – nämlich Schriftstellern. Ansonsten war es learning by doing.

Warum wir lieben, was wir tun …

Weil es uns die größtmögliche Freiheit bietet: einerseits im Kopf, weil es nun unser Beruf ist, uns Geschichten auszudenken. Zum anderen kann man diesen Beruf überall und zu jeder Tages- und Nachtzeit ausüben, man muss nicht mal nüchtern dafür sein.

Wie werde ich das? Schreiben! Ruhig bei einem kleinen Verlag anfangen, nicht sofort auf den großen Vertrag hoffen, sich Zeit geben für die Entwicklung. Und falls nicht mal ein kleiner Verlag anbeißt, kann dein Werk über Self-Publishings immer noch an die Leser kommen.

GRÜNDER

Martin Morrás Ganskow Gründer des Bartpflege- Star-ups Goeld´s

Wie ich gelernt habe, was ich tue … Alles was wir umgesetzt haben, haben wir uns selbst beigebracht. Das betriebswirtschaftliche Studium war hierbei natürlich in manchen Punkten eine große Hilfe. Jedoch erfordert es jede Menge Fleiß und Disziplin, ein eigenes Unternehmen aufzubauen.

Warum ich liebe, was ich tue … Ich habe mir meinen eigenen Traumjob geschaffen, der es mir ermöglicht, meine Zeit frei einzuteilen. Es bereitet mir unheimlich viel Spaß meine Ideen umzusetzen und zu sehen, dass diese auch bei der Zielgruppe gut ankommen. Außerdem arbeiten wir sehr international und sind fast jeden Monat an einem anderen Ort der Welt tätig. Neue Länder und Kulturen zu entdecken, war schon immer eine große Leidenschaft von mir.

Wie werde ich das? Um ein Unternehmen aufzubauen, brauchst du vor allem drei Dinge. Eine gute Idee, Mut und Durchhaltevermögen. Zusätzlich ist ein guter Freundeskreis, der einem bei der Verwirklichung seiner Idee unterstützt, ebenfalls wichtig.

LUXUSHOTEL-TESTER

Dr. Tassilo Keilmann Luxushoteltester für das Portal wellness-heaven.de

Wie ich gelernt habe, was ich tue …

Ursprünglich habe ich als Quantenphysiker promoviert und gearbeitet. Im Jahr 2006 habe ich dann wellness-heaven.de gegründet, ein Portal zur Bewertung von Luxushotels. Nun fahren ich und meine Frau einmal pro Woche für drei Nächte in ein Hotel. Dort testen wir pro Person zwei Treatments wie Massage oder Spa-Anwendung und werten den gesamten Besuch anhand von standardisierten Kategorien mit insgesamt über 500 Kriterien etwa zur Lage oder Kulinarik aus. Zusätzlich zur numerischen Bewertung schreiben wir dann noch einen ausführlichen Abschlussbericht. Unsere Methodik haben wir selbst entwickelt, unser akademischer Hintergrund war hierfür natürlich von Vorteil. Außerdem arbeitete meine Frau, eine studierte BWLerin, zuvor schon im Bereich Luxusmarketing – ein wertvoller Background.

Warum ich liebe, was ich tue …

Mein Job ist eine tolle Mischung aus Entspannung und Arbeit. Ich reise an Traumdestinationen wie beispielsweise Mauritius und verbringe meine Zeit in sehr gut ausgestatteten Hotels. Wie ich gelernt habe, was ich tue … Alles was wir umgesetzt haben, haben wir uns selbst beigebracht. Das betriebswirtschaftliche Studium war hierbei natürlich in manchen Punkten eine große Hilfe. Jedoch erfordert es jede Menge Fleiß und Disziplin, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Warum ich liebe, was ich tue … Ich habe mir meinen eigenen Traumjob geschaffen, der es mir ermöglicht, meine Zeit frei einzuteilen. Es bereitet mir unheimlich viel Spaß meine Ideen umzusetzen und zu sehen, dass diese auch bei der Zielgruppe gut ankommen. Außerdem arbeiten wir sehr international und sind fast jeden Monat an einem anderen Ort der Welt tätig. Neue Länder und Kulturen zu entdecken, war schon immer eine große Leidenschaft von mir.

Ist das was für dich?

Als Hoteltester brauchst du analytische Fähigkeiten und musst sehr präzise vorgehen können. Durch meinen wissenschaftlichen Background arbeiten wir außerdem sehr standardisiert und mithilfe eines Algorithmus – auch das muss dir liegen. Als Betreiber eines Portals sind natürlich auch IT-Kenntnisse notwendig.

MODERATORIN

Petra Birner Moderatorin Star FM

Wie ich gelernt habe, was ich tue …

Klassischer Quereinstieg. Nach einer Ausbildung im sozialen Bereich wollte ich mich umorientieren. Da mich das Medium Radio schon immer interessiert und fasziniert hat, hab ich ein dreimonatiges Redaktions-Praktikum gemacht, dann ein zweijähriges Volontariat, die Ausbildung zur Redakteurin/Moderatorin. Ich hab erst mal in der Musikredaktion gearbeitet und mich später für die Moderation entschieden.

Warum ich liebe, was ich tue ...

Weil es ein kreativer, abwechslungsreicher Job ist. Es wird nie langweilig, man wird täglich aufs Neue gefordert. Man lernt immer wieder tolle Menschen kennen und erlebt spannende Geschichten. Und ich kann behaupten, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe: meine Liebe zur Musik.

Ist das was für dich?

Mach ein Praktikum bei einem Radiosender, so findest du schnell raus, ob dir die Arbeit gefällt und du dir das so vorgestellt hast.

WEDDING PLANER

Evelyn Samwer Hochzeitsplanerin

Warum ich liebe, was ich tue ... Wie der Name schon sagt, befinden sich meine Kunden in der Hoch-Zeit ihres Lebens. Es geht um ein sehr emotionales Ereignis, das ich kreativ mitgestalten darf und am Tag der Hochzeit live erlebe!

Wie werde ich das?

Du musst dich auf einen langen Weg einstellen. Eine gute Ausbildung ist wichtig! Doch dann ist der Job wirklich toll und sorgt für gute Laune!

Wie ich gelernt habe, was ich tue …

Ich habe ein Studium als Wirtschaftspädagogin absolviert. Dort konnte ich selbständig neue Themen und das vernetzte Denken lernen. Und auch meine pädagogische Kompetenz kommt noch zum Einsatz. Zum Beispiel, wenn sich Braut und Bräutigam nicht einig sind. Bei meiner früheren Arbeit in einem Großkonzern durfte ich das Organisieren von kleinen und großen Veranstaltungen in vielfältiger Weise üben und mein Organisationstalent ausbauen.


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