Ausbildung: Pilot- Erfahrungsberichte

Über den Wolken muss... Muss ein Traumjob sein! Piloten erzählen von ihrem Arbeitsalltag

Berufspilot bei DL Helicopter

»Ich beschäftige mich schon sehr lange mit Modellbau, also der Fliegerei mit Flugzeugen und Hubschraubern in Klein. Nach dem Abi musste ich mir überlegen, wie’s weitergeht. Vielleicht Maschinenbau studieren? Jahrelang in der Uni hocken oder lieber was Praktisches? Ich habe mich schließlich im Internet über die Ausbildung von Berufspiloten kundig gemacht, welche Chancen und Voraussetzungen es gibt, wieviel das kostet und wie lange es dauert. Letztendlich habe ich mich für ‘DL Helicopter’ in Hamburg entschieden, weil mich das junge und professionelle Team überzeugt hat. Ich war allerdings vorher noch nie mit einem Hubschrauber geflogen. Ein halbstündiger Schnupperflug mit einem Fluglehrer hat mich hundertprozentig überzeugt: Das wird mein Beruf.

Zu Anfang der Ausbildung muss man erst mal den Privatpiloten machen, der sich aus Flugstunden, Praxis- und Theorieunterricht zusammensetzt. Danach sammelt man weitere 110 Flugstunden Erfahrung, bevor es an den theoretischen Teil der Berufspilotenausbildung geht. Im Gegensatz zur Schulung zum Privatpiloten fliegt man währenddessen aber nicht weiter und absolviert die Theorie parallel. Der Anspruch der Theorie ist so hoch, dass der Gesetzgeber sagt, man müsse zunächst die Theorie bestehen und dürfe dann erst fliegen. Die Durchfallquote liegt immerhin bei 80 Prozent, die Prüfungen haben’s echt in sich. Vom Stoff her ist das genau die gleiche Ausbildung, die jeder Pilot von großen Passagiermaschinen auch macht. Insgesamt sind 800 Stunden Theorieunterricht gefordert. Ich habe ihn vor Ort besucht, es gibt aber auch die Möglichkeit, ihn als Fernlehrgang zu machen, dann arbeitet man das Material teilweise zu Hause durch. Die Ausbildung zum Berufspiloten ist keine alltägliche Ausbildung, deswegen gibt es keinen festen zeitlichen Rahmen, in dem sie absolviert sein muss. Manche schaffen sie schon innerhalb eines Jahres, andere in zwei oder drei. Außerdem ist sie komplett selbstfinanziert und kostet zwischen 60.000 und 80.000 Euro. Förderungen oder Stipendien gibt es leider keine. Die einzige Möglichkeit, die Ausbildung finanziert zu bekommen, ist die Bundeswehr. Dort wird allerdings klar aussortiert, bei wem das Risiko besteht, dass er nach sechs Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fliegen kann, denn die Ausbildungskosten sollen natürlich nicht umsonst investiert worden sein. Für mich besteht aber keine Frage, dass das Geld gut angelegt ist. Ich möchte auch noch meine Lizenz zum Fluglehrer machen und die sogenannte Instrumentenflugberechtigung.

Momentan fliege ich nach Sichtflugregeln, das heißt, ich darf nicht in Wolken hineinsteuern, weil ich natürlich nicht weiß, ob mir einer entgegenkommt. Im Instrumentenflug kontrollieren mich Fluglotsen, sodass ich auch bei anderen Wetterbedingungen unterwegs sein kann. Es ist aber nicht so, dass ich jeden Tag fliege. Ich habe auch viel zu tun mit Akquise und Büroarbeit. Der Job ist sehr vielseitig, wir haben die verschiedensten Aufträge. Angefangen von Rundflügen bei Veranstaltungen, über Bergrettung und ‘Offshore’-Flügen zu Windparks im Meer, bis zu Frachttransporten. Neulich mussten wir eine dringende medizinische Spritze von Frankfurt nach Berlin fliegen. Ich habe aber lieber Kontakt mit Kunden. Beim Frachtransport kann es vorkommen, dass man vier Stunden lang ganz alleine mit einem Paket im Hubschrauber sitzt und kein Wort redet.

Grandiose Aussicht - Michael Vieweg geht des Öfteren in die Luft: als Berufspilot bei DL Helicopter.

 

Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer - Erfahrungsbericht

»Ich war von dem Gedanken fasziniert, große Maschinen selber kontrollieren zu können. Das Interesse wurde geweckt, als ich nach dem Abitur am Flughafen arbeitete. Ich hatte täglich mit Flugzeugen und Kapitänen zu tun. Einmal durfte ich dann im Cockpit mitfliegen und auch einige Male im Flugsimulator der Joffi GmbH. Spätestens da war der Schalter dann umgelegt.

So kam es, dass ich eine Ausbildung an einer Pilotenschule begonnen habe. Die Ausbildung selbst hat knapp zwei Jahre gedauert, so dass ich im August 2011 meinen letzten Check-Flug hatte und die Lizenz ATPL (Airline Transport Pilot License) erhalten habe.

Momentan bin ich in der Bewerbungsphase. Meine Unterlagen liegen bei diversen Airlines der Welt vor. Solange arbeite ich aber weiter bei einer großen Airline am Frankfurter Flughafen in der Passagierabfertigung. Derweil kribbelt es mir jedes Mal in den Fingern, wenn ich im Cockpit sitze und auf der Startbahn stehe. Dies gilt auch schon, wenn es nur der bodenständige Joffi -Flugsimulator ist, denn dort fliegt man schon sehr authentisch. Das Feeling, zig Tonnen in die Luft zu heben und durch die Wolken der Sonne entgegen zu fliegen, ist für mich schon etwas ganz Besonderes.«

David Serkan Turan hat Flugzeuge im Bauch


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