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Klischee oder Wahrheit: Handwerk/Versicherung

NICHTS ALS DIE WAHRHEIT

Unsere Klischee-Wahrheit-Checks über Handwerk und Versicherung

 

Handwerk

Klischee

Als Handwerker musst du vor allem eines: richtig anpacken können – da kommt es auf den richtigen Körper und genug Muckis an. Der klassische Handwerker ist männlich, plump, eher einfach gestrickt und isst zum Mittagessen am liebsten Leberkäsbrötchen. Mit Kopfarbeit und Kommunikation hat das Handwerk ja wenig zu tun. Handwerker stehen den ganzen Tag an irgendwelchen Maschinen, streichen Wände oder reparieren Dinge – klingt nicht recht abwechslungsreich und anspruchsvoll. Daher: Einmal Handwerker, immer Handwerker. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es kaum. Deshalb ist ein Abitur nicht wirklich notwendig für eine Ausbildung im handwerklichen Bereich.

 

Wahrheit

Lukas (22) macht nach dem Abi eine Ausbildung zum Schreiner
»Mit Holz arbeiten, komplette Möbelstücke anfertigen oder einzelne Teile, mit Software, CNCMaschinen und Kontstruktionssoftware umgehen lernen und zum Schluss mein Gesellenstück bauen, so sieht mein drittes Lehrjahr aus. Im Kundengespräch ermitteln wir, was die Leute sich vorstellen und wie das Wunschstück aussehen soll: eine Schrankwand, ein speziell angefertigter Tisch, ein klug gemachtes Regalsystem, solche Sachen – oft entstehen unsere Stücke in Zusammenarbeit mit  einem Innenarchitekten, der einen Aus- oder Umbau betreut. Ich mag die Kombination aus handwerklicher Arbeit, bei der man mit einem tollen, lebendigen Material umgehen lernt und am Ende des Tages ein Ergebnis sieht, und der Beschäftigung mit Ästhetik und Optik. Man braucht schon körperliche Kraft, Fingerspitzengefühl für die Wünsche der Kunden, Durchsetzungsvermögen auf der Baustelle und Zahlen- und Geometrieverständnis für die Konstruktionen – die Ausbildung ist also eine vielseitige Angelegenheit. In Riesen-Schreinereien ist das vielleicht nochmal anders, wenn es nur um das Fertigen von isolierten Einzelteilen geht, aber in meinem Betrieb lerne ich alles von A bis Z.«
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Versicherung

Klischee

Arbeiten, Berufsschule und Uni – das klingt vor allem: anstrengend! Neben Versicherungsverträgen wälzen, Kundengesprächen führen, für die Berufsschule lernen und trockenen Vorlesungen über Finanzen bleibt kaum noch Zeit für Freizeit. Immer im Gepäck: ein überzeugendes Lächeln, Aktentasche und Taschenrechner, um Kalkulationen zu erstellen und Versicherungssummen zu errechnen. Durchsetzungsvermögen sollte man auch noch mitbringen, denn im Versicherungsgeschäft werden gerne mal die Ellenbogen ausgefahren. Hier gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Zartbesaitete Frauen haben es da nicht leicht. Besser: männlich und hart im Nehmen. Schließlich bekommt man von Kunden gerne mal ein ›Nein‹ zu hören – Versicherungen sind ja alles andere als spannend. Das spiegelt sich auch in den Mitarbeitern wieder, die eher konservativ und humorlos sind: In Anzug und Kostüm hetzen sie von einem zum nächsten Kundenaußentermin und reden sich den Mund fusslig, um spätabends noch Versicherungsverträge zu erstellen. 

 

Wahrheit

Anja (23) ist Dualstudentin bei der Nürnberger Versicherung
»Ein duales Studium in der Versicherungsbranche ist vor allem eins: abwechslungsreich. Der ständige Wechsel zwischen Berufsschule, Uni und Arbeit lässt keine Langeweile aufkommen. Ein weiterer Vorteil ist dabei, dass Leistungen aus der Berufsschule in der Uni angerechnet werden können, da sich der Lernstoff teilweise überschneidet. Keine Sorge, mithilfe einer guten Selbstorganisation kommt auch die Freizeit nicht zu kurz. Die meisten denken bei einer Ausbildung in einem Versicherungsunternehmen zuallererst an das Verkaufen von Versicherungen. Doch vor allem die Ausbildung im Innendienst hält viele weitere spannende Tätigkeiten bereit. Auch in unserem Beruf ist Kreativität und Teamfähigkeit gefragt. Natürlich gibt es bei uns eine gewisse Kleiderordnung, doch wenn keine wichtigen Termine anstehen, kann die Krawatte auch gerne mal weggelassen werden.«
 


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