Ausbildung: Mikrotechnologe - Erfahrungsberichte

Informiere dich über die Ausbildung zu Mikrotechnologen: Azubis erzählen dir alles was du wissen musst.

Mikrotechnologin Pia Johne

Ausbildung zur Mikrotechnologin

»Wenn ich nach meiner Ausbildung gefragt werde, kann sich eigentlich nie jemand etwas darunter vorstellen«, meint Pia. Zugegebenermaßen ging es ihr anfangs ähnlich. Auf der Suche nach einer Ausbildung hoffte die 21-Jährige, die Rechner beim Arbeitsamt würden ihr einen Beruf ausspucken, der zu ihren Interessen passt. »Da gefiel mir aber nichts so richtig«, sagt sie. »Also ging ich auf die Seite der Industrie- und Handelskammer. Dort findet man alle Ausbildungsberufe von A bis Z.« Sämtliche Berufe, die sie entweder interessierten oder ihr überhaupt nichts sagten, nahm sie genauer unter die Lupe. Unter anderem auch die Mikrotechnologie. »Weil ich Forschung einem gewöhnlichen Unternehmen vorzog, bewarb ich mich beim Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration«, berichtet Pia.

Seit 2008 absolviert die gebürtige Dresdnerin nun eine Ausbildung zur Mikrotechnologin in Berlin und weiß inzwischen genau, was ihren Job ausmacht: »Der Mikrotechnologe ist wirklich kein alltäglicher Beruf. Ich arbeite hier an den verschiedensten Dingen – zum Beispiel vermesse ich Strukturen mit Hilfe von Mikroskopen, bestücke Leiterplatten mit Bauteilen und verbinde diese anschließend elektrisch miteinander«, zählt sie ein paar ihrer täglichen Aufgaben auf. »Das Spannende ist, dass in der Forschung auch immer neue Möglichkeiten ausgebaut werden sollen, um Prozesse und Anwendungen zu verbessern. So kommt es selten zum Alltagstrott.«

Sich nach der verkopften Abilernerei plötzlich acht Stunden lang auf praktische Arbeit zu konzentrieren – das war anfangs gar nicht so ohne, erinnert sich Pia. »Ich freute mich teilweise sogar wieder auf die Schule, weil es da entspannter war. Ich habe während der Ausbildung auch in einem Reinraum gearbeitet. Dort werden Mikrochips und Drucksensoren hergestellt«, erklärt sie. »Ich trug jeden Tag einen speziellen Reinraumanzug, um keine Partikel wie Haare oder Hautschuppen in die Räume zu bringen. Das war ziemlich anstrengend.« Für ihre Schufterei wird Pia aber gerecht entlohnt: »Ich kann immer selbstständigere Aufgaben übernehmen und habe bereits meine eigenen Mikrochips hergestellt. Das ist schon ein tolles Gefühl!« Außerdem lockere der Wechsel zwischen Theorie und Praxis die Woche etwas auf. »Die Praxis auf der Arbeit hilft mir, Zusammenhänge und Abläufe besser zu verstehen, die wir vorher in der Theorie behandelt haben. Auf der anderen Seite kann ich in der Schule meine Erfahrungen aus dem Institut einbringen«, schildert die angehende Mikrotechnologin die Vorzüge ihrer dualen Ausbildung.

Und was folgt nach der Ausbildung? »Ich überlege, ob mir der Inhalt reicht, um 40 Jahre lang damit zu arbeiten«, meint Pia. »Vielleicht werde ich nach einigen Berufsjahren noch studieren. Für Studiengänge wie Elektrotechnik oder Mikrosystemtechnik ist die Ausbildung zum Mikrotechnologen eine sehr gute Basis.«

Allen, die jetzt überlegen, ob diese Ausbildung was für sie wäre, rät Pia: »Leute, die vielleicht genauso wie ich anfangs noch nicht so viel technisches Verständnis haben, sollten sich davor nicht scheuen. Bei mir hat‘s bis jetzt auch super geklappt!«

Pia Johne seufzt darüber, dass eigentlich keiner weiß, was sie in ihrer Ausbildung zur Mikrotechnologin lernt


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