Durchstarten im Handel: Abiturienten gesucht!

Shirts in Tüten packen? Bananen hübsch schlichten? Immer samstags arbeiten? ’Nen Haufen Geld verdienen? Eure Top-20-Fragen zum Einstieg in den Handel. Und Antworten dazu.

Stockwerke mit Schriftzug schwarzer Hintergrund

Wie geht’s in den Job?

Drei Möglichkeiten: Entweder klassisch als Auszubildender im Einzelhandel oder Groß- und Außenhandel, über ein duales Studium oder über ein Abiturientenprogramm.

Typische Aufgaben?

»Bei Takko Fashion warten jeden Tag vielseitige Aufgaben in unserer Ausbildung zum Handelsfachwirt – dazu gehören eine attraktive Warenpräsentation, das Warenmanagement und eine freundliche Betreuung unserer Kunden. Spannend sind auch die Bereiche Personalmanagement und Filialorganisation, sodass Auszubildende später bestens auf die Übernahme einer Filiale vorbereitet sind.« Paul Thieme, Senior Director HR bei Takko

Was verdiene ich ais Einsteiger?

Als Dual-Student zwischen 1.300 und 1.700 Euro im Monat. Als reiner Azubi zwischen 665 und 886 Euro je nach Ausbildungsjahr.

Gute Noten? Wo?

»Für unsere Drogisten-Lehrlinge sind im Filialalltag und an der Berufsschule vorrangig Mathematik, Deutsch, Biologie und Chemie relevant. Wir bei dm sehen Schulnoten jedoch lediglich als Orientierungshilfe und schätzen vielmehr die persönlichen Qualitäten eines Bewerbers. Neben interessanten Stationen im Lebenslauf oder vorangegangenen Praktika können uns etwa die Freude am Umgang mit Menschen, eine händlerische Ader, Organisationsgeschick und das Interesse an Wellness- und Gesundheitsthemen überzeugen.« Christian Harms, Geschäftsführer Mitarbeiter und Arbeitsdirektor bei dm

»Für die Ausbildung zum Handelsfachwirt sind neben der Leidenschaft für Mode und Kunden auch wirtschaftliche Aspekte wichtig. Die Azubis müssen Kennzahlen berechnen und sind als spätere Store Manager für die Kontrolle der Umsätze verantwortlich. Mit dem Abitur oder der Fachhochschulreife und guten Noten in Deutsch und Mathe haben Bewerber gute Chancen, bei uns langfristig Fuß zu fassen.« Paul Thieme, Senior Director HR bei Takko

»Wir sehen uns das Zeugnis der Bewerber zunächst immer im Gesamten an und schauen dann, je nach Ausbildungsberuf oder Studium, genauer auf einzelne Fächer, die hierfür relevant sind. Vorrangig sind das Mathe und Deutsch. Allerdings haben wir dabei natürlich im Hinterkopf, dass Schulnoten allein nicht immer aussagekräftig sind. Daher dienen sie uns eher als Orientierung und sind kein alleiniges Auswahlkriterium.« Pia Beutler, Ausbildungsleitung Vertrieb bei Thalia Bücher

Gute Deutschnoten?

»Bei der Betrachtung eines Bewerberprofils sind für uns unterschiedliche Kriterien von Bedeutung. Die Noten schauen wir uns sicherlich an, allerdings wissen wir alle aus der Schulzeit, dass Noten vielen Einflussfaktoren unterliegen. Daher prüfen wir in unserem Bewerbungsverfahren in kleinen Aufgaben die schriftlichen Kompetenzen und in Einzel- und Gruppengesprächen die mündlichen Fähigkeiten.« Tanja Preuß, Ausbildungsleitung bei Douglas

Softskills für den Einstieg im Handel?

»Spaß am Umgang mit Menschen, früh Verantwortung übernehmen wollen, Engagement, Fleiß und Teamfähigkeit – damit kann man schnell Karriere machen.« Philip Kitz, 19, Abturientenprogramm bei REWE

Beste Bewerbungszeit für den Handel?

»Am besten bewirbt man sich direkt nach den Sommerferien mit dem Abschlusszeugnis der 11. bzw. 12. Klasse, spätestens aber mit dem Halbjahreszeugnis im Februar. Drei Tipps von mir: Vermeide Doppelstress mit Bewerbung und Abi-Prüfungen. Mit einem Ausbildungsplatz/Dualen Studium in der Tasche feiert sich das Abi entspannter und: ›Wer zuerst kommt, mahlt zuerst‹ – sichere dir frühzeitige attraktive Studien- und Ausbildungsplätze bei den besten Firmen.« Michael Klarenaar, Leiter Personal-management bei Roller

Bewerbung: Was ist wichtig?

»Bewerber, die bei uns einsteigen möchten, sollten weltoffen, engagiert, motiviert, teamorientiert sein und Spaß an der Handelsbranche haben. In einem gut strukturierten und inhaltlich schlüssigen Anschreiben können die persönlichen Stärken mit Bezug auf die ausgeschriebene Ausbildungsstelle oder das Duale Studium besonders hervorgehoben werden.« Julia Schley, Manager Employer Branding HR People & Talent Management, Peek & Cloppenburg, Düsseldorf

»Was zählt, ist der Gesamteindruck. Dazu gehört ein aussagekräftiges Anschreiben, das aufzeigt, warum die Ausbildung oder das Duale Studium bei uns genau das Richtige für die Bewerber ist. Wichtig ist, dass dabei auch die Persönlichkeit, also das, was die Bewerber ausmacht, zum Ausdruck kommt. Pluspunkte sammeln sie mit einem Schülerpraktikum oder Nebenjob. Ein Interesse für den Buchhandel und digitale Themen runden ihr Profil ab.« Lena Quenkert, Ausbildungsleitung Zentralen bei Thalia Bücher

Bewerbung: Wie geht's?

»Wir bevorzugen eine Onlinebewerbung über unsere Karriereseite. Das ist unkompliziert und auch mit Registrierung möglich, so ist jederzeit der aktuelle Stand der Bewerbung einsehbar. Ein Anschreiben benötigen Bewerber nicht. Mit der Beantwortung von zwei Fragen können sie uns von ihrer Motivation überzeugen und begründen, warum sie genau die Richtigen für uns sind.« Frauke Wengerowski, Referentin Personalmarketing bei Otto

Vorteil beim Abiturientenprogramm?

Mehr Praxis. Nach der Schule direkt ab ins Berufsleben und ohne Studium trotzdem auf eine Chef-Position hinarbeiten.

 

Was ist ein Abiturientenprogramm?

Alternative zum Studium. Speziell im Handel bieten viele Unternehmen extra Ausbildungsprogramme für Abiturienten an. Das sind kombinierte Aus- und Fortbildungen für Kaufmenschen im Einzelhandel oder Groß- und Außenhandel. Du kannst in drei Jahren drei Abschlüsse machen. 

 

Welche Abschlüsse mach ich im Abiturientenprogramm?

Meistens eine auf 18 Monate verkürzte Ausbildung zum Einzelhandelskaufmensch, dann im Anschluss ein Fortbildungsprogramm, mit dem du gezielt auf Führungsaufgaben vorbereitet wirst und den Handelsfachwirt. 

 

Was verdiene ich später?

Roundabout 35.000 Euro im Jahr direkt nach dem dualen Studium, später dann durchaus 80.000 Euro im Jahr als Bereichsleiter im Bereich Konsumgüter/Handel. Klaro: So viel Geld gibt’s nicht einfach so: 50 Stunden Arbeit die Woche, Einsatz- und Verantwortungsbereitschaft müssen sein.

 

Soll ich erst studieren?

Muss nicht! Gerade im Handel ist ein schneller Aufstieg auch ohne Studium drin, zum Beispiel mit dem entsprechenden Abiturientenprogramm. Das Institut Arbeit und Qualifikation der Uni Duisburg hat rausgefunden: ca. 80 Prozent der Leitungspositionen im Handel haben Leute inne, die mit einer Berufsausbildung begonnen haben.

 

Was ist ein Handelsfachwirt?  

Handelsfachwirt ist eine doppelt qualifizierende Erstausbildung oder Abiturientenausbildung. Du machst einen Abschluss in einem anerkannten kaufmännischen Ausbildungsberuf, parallel dazu erreichst du den Abschluss Handelsfachwirt.

 

Was kann ein Handelsfachwirt?

Du lernst, qualifizierte Fach- und Führungsaufgaben der mittleren Ebene zu übernehmen.

 

Wie schnell kann ich im Handel aufsteigen?

Beispiel Norma, Tobias Dirmeier: Im Oktober 2010 startete er als BA-Student und lernte Handel von der Pike auf: Kassieren, Lieferungen verräumen, Tagesabschluss machen, die Disposition im Auge haben: Schritt für Schritt nach oben ging es vom BA-Studenten zum Bereichsleiter. Heute ist er Revisor/Inhouse Consultant – eine steile Karriere innerhalb weniger Jahre.

Wie schnell hab ich Führungsaufgaben?

»Der Einzelhandel ist bekannt für seine flachen Hierarchien. Einsteiger haben also die Chance, früh Verantwortung zu übernehmen. Bei Rewe gibt es daher Führungskräfteentwicklungsprogramme für unsere Mitarbeiter der Supermärkte und der Logistik, um sie auf diese Aufgabe gut vorzubereiten. So können unsere Mitarbeiter schon nach kurzer Zeit erste Führungsaufgaben, zum Beispiel als Assistenz der Marktleitung oder als Teamleiter übernehmen.« Andreas Gutt, HR-Leiter National bei Rewe

Einstieg im E-Commerce?

»Otto bietet Schülern nach dem Abi viele Perspektiven. Ein Schwerpunkt unserer Ausbildung liegt in den IT-Berufen: Wir suchen junge Leute mit digitalem Verständnis und Gespür für Online-Trends, z.B. für die Ausbildung (Fach-) Informatik oder für die Dualen Studiengänge Wirtschaftsinformatik und E-Commerce.

Ab 2018 gibt es den neuen Ausbildungsberuf Kaufmann im E-Commerce, den wir als eines der ersten Unternehmen anbieten. Die Inhalte der Ausbildung orientieren sich an den Bedürfnissen des wachsenden Onlinehandels. Wer sich für Onlinetrends interessiert und Gespür für digitale Entwicklungen mitbringt, für den könnte dies der ideale Berufseinstieg im E-Commerce sein.

« Frauke Wengerowski, Referentin Personalmarketing bei Otto

Muss ich Kisten schleppen?

»Klar müssen wir auch mit anpacken, wir bekommen ja schließlich täglich neue Ware. Dabei arbeiten wir immer im Team, sodass das Verräumen schnell erledigt ist. Meine Hauptaufgaben bestehen darin, die Kunden zu beraten, die Kasse zu besetzen, neue Lieferungen zu bestellen oder auch die Regale zu pflegen. Auch eigene Ideen darf ich immer einbringen – zum Beispiel bei der Gestaltung der Sortimente oder bei Aktionen.« Celina Timm, auszubildende Kauffrau im Einzelhandel bei Edeka

»Klar hab ich auch mal bei den Kisten mitangepackt, aber meine Ausbildung war viel mehr als das, eine echt spannende Zeit! Ich wurde in alle Aufgaben für einen reibungslosen Filialablauf eingearbeitet – ob Kundenkontakt, Kassieren, Frische-Kontrollen oder Bestellabläufe und Warenkunde. Als angehende Führungskraft bin ich froh über die Erfahrungen an der Basis. Das kann ich jedem nur empfehlen!« Fuat Ceylan, angehender Verkaufsleiter und Netto-Stipendiat bei ›Geh Deinen Weg‹

Baumarkt = Heimwerker-Ass?

»Egal ob Ausbildung, Abiturientenprogramm oder Duales Studium – wir suchen keine Handwerker-Asse. Viel wichtiger ist, dass unsere Azubis offen sind für Neues, Verantwortung übernehmen wollen, kundenorientiert und stets respektvoll handeln. So können sie es bis in die Führungsriege schaffen.« Carolin Jansen, Teamleiterin Ausbildung bei toom Baumarkt

Ständig Überstunden?

»Nein! Wenn mal Überstunden anfallen, werden sie vergütet oder durch Freizeit ausgeglichen. Die längeren Öffnungszeiten führen nicht zu längeren Arbeitszeiten für den einzelnen Arbeitnehmer. Die Unternehmen organisieren lange Öffnungszeiten über Teilzeitarbeit und Schichtsysteme.« Wilfried Malcher, Handelsverband Deutschland

»Nein. Bei Penny arbeiten wir mit flexiblen Schichtsystemen, die über unsere Personaleinsatzplanung geplant und erfasst werden. So können wir die Überstunden unserer Mitarbeiter, die in jedem Handelsunternehmen in Hochzeiten natürlich auch mal anfallen, genau erfassen und durch Vergütung oder Freizeit wieder ausgleichen. « Christopher Ranft, HR-Leiter National bei Penny


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