Die Magie Marokkos

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten wurde Sümeyye Daglars Auslandsjahr in Marokko zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Niemals hätte ich mir erträumen lassen, dass ich zehn Monate in Marokko verbringen würde. In dem vierjährigen, internationalen Bachelorstudiengang Orientwissenschaften an der Philipps Universität Marburg ist ein einjähriger Auslandsaufenthalt an einer Partneruniversitäten Teil des Studiums. Das war auch der eigentliche Grund, wieso es mich nach Marburg zog. Für mich stand von vornherein fest: Ich will und muss ins Ausland. Das ist eine sehr gute Möglichkeit, die Sprache zu verbessern und interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Ich konnte mich anfangs nicht so recht für ein Land entscheiden. Erst als ich mich eine Woche vor Bewerbungsschluss an der l’Ecole de Gouvernance et d’Economie in Rabat bewarb, stand mein Entschluss fest. 

Los ging die Reise

Meine Vorbereitung bestand eigentlich nur darin, viele Drogerieprodukte einzukaufen und  meine Koffer zu packen. Da ich für die Kampagne des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ›studieren weltweit – ERLEBE ES!‹ über mein Auslandsjahr in Marokko bloggen sollte, habe ich mich schon gedanklich darauf vorbereitet. Meine Reise trat ich gemeinsam mit Kommilitoninnen aus Marburg an. 

Wir hatten im Vorfeld keine Wohnung organisiert, keine Kontakte und auch keine Ahnung, worauf wir uns einließen. Wenigstens mussten wir uns nicht auch noch um ein Visum kümmern, da wir erst mal 90 Tage ohne auskamen. Die größte Schwierigkeit stellte die Sprache dar. An der Uni lernten wir zwar Hocharabisch, die Einheimischen redeten im Alltag allerdings Marokkanisch. So bestanden unsere Fragen anfangs aus einer Mischung aus Englisch und Arabisch, die Antwort kam auf Französisch und untereinander diskutierten wir auf Deutsch. Ein ziemliches Sprachenwirrwarr. 

Wohnungssuche mal anders

Vor allem bei der Wohnungssuche war das ein Problem. Unsere Rettung war meine Lieblings-Freizeitbeschäftigung: einfach alles auf Instagram und Facebook teilen. Dabei ist ein marokkanischer Bekannter auf meinen Facebook-Post aufmerksam geworden und hat seine Hilfe angeboten. Da er zu der Zeit aber nicht in Marokko war, verdonnerte er seinen Cousin dazu, uns bei der Wohnungssuche zu helfen. Der hatte selbst ein paar Jahre in Deutschland verbracht und sprach daher Deutsch. Dadurch kamen wir in weniger als einer Woche an eine vollmöblierte Wohnung in einer schönen Gegend. 

Aber auch ohne Kontakte kann man sehr schnell und einfach fündig werden: Die Einheimischen wissen in der Regel, ob es in ihrer Straße Wohnungen gibt, die verfügbar sind. Wenn das nicht klappt, kann man auch einfach bei Taxifahrern oder in den Restaurants und Geschäften nachfragen. Irgendjemand hilft einem immer weiter oder kennt jemanden, der jemanden kennt, der eine Wohnung zu vermieten hat. 


Was Marokko zu bieten hat 

Marokko ist ein wunderschönes Land: Es gibt viele Sehenswürdigkeiten, leckeres Essen, viel Kultur und vor allem gastfreundliche Menschen. Besonders bekannt ist die Stadt Chefchaouen. Sie befindet sich im Norden Marokkos und wird auch die ›blaue Perle‹ genannt, da die Hausfarben komplett in Blau und Weiß gehalten sind. Es lohnt sich auch die Hafenstadt Tanger zu besuchen. Sie liegt an der Straße von Gibraltar und strotzt nur so vor Internationalität. Marrakesch, die ehemalige Hauptstadt des Landes, ist in meinen Augen die Stadt mit dem schönsten und besten Basar. 

Zu meinen Highlights gehörte neben den Basaren das Arganöl! Das flüssige Gold ist ein Speiseöl und zugleich auch ein Grundstoff für die Haar- und Hautpflege. Es gibt eine Vielzahl an Geschäften, in denen sich günstiges und gutes Öl finden lässt. Doch die beste Qualität gibt es auf den Basaren, den ›Souks‹. Diese befinden sich meist im Herzen einer marokkanischen Stadt. Die Basare sind der beste Ort, um ein Gefühl für die Stadt zu bekommen. Angefangen von Ölen aller Art, Lampen in verschiedensten Formen und Farben, Kleidung, Wasserpfeifen, Gewürzen bis hin zu marokkanischem Street-Food, gibt es alles, was das Herz begehrt! Mein absoluter Lieblingsbasar ist der in Marrakesch. Dieser ist überall in der Stadt verteilt, aber der Großteil befindet sich beim Djemaa al-Fna, dem zentralen Marktplatz. 


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