Ayers Rock in Australien

Auslandsaufenthalt: Work & Travel in Australien

Chillen unter Kokospalmen, Fallschirmspringen, Jobben als Holzfäller und Bananenpflücker … Für Christian konnte die Zeit nach dem Abi nicht spannender sein: Der 21-Jährige reiste ein Jahr lang durch Australien und verdiente sich dabei das nötige Reisegeld.

Bis zu einem Jahr lang am anderen Ende der Welt umherreisen und sich das nötige Kleingeld zum größten Teil vor Ort verdienen – das war mein Traum. Ich wollte einen anderen Kulturkreis kennen lernen, mein Englisch ausbessern und mich einfach treiben lassen. Als ich mein Abi in der Tasche und alle Vorbeitungen erledigt hatte, konnte es endlich losgehen: Zwölf Monate Down Under von Mai 2008 bis Mai 2009.

Die erste Etappe meiner Reise war Sydney: nach dem Orientierungsseminar ein paar Tage Sightseeing, dann ein Surfkurs bis nach Byron Bay und danach zwei Wochen Brisbane. In der Nähe habe ich fast vier Monate auf einer Holzfällerfarm gearbeitet, was wirklich ein Erlebnis war, denn ich habe dort alles gemacht, was man sich unter dem Namen nur vorstellen kann: Bäume mit der Kettensäge gefällt, zersägt, Holz gespalten, Traktor und ‘forklift’ (Gabelstapler) gefahren, ab und zu beim Packen im Lagerhaus geholfen … Alles in allem war es harte Arbeit, aber auch einer der besten Arbeitsplätze, den man sich vorstellen kann. Alle waren supernett, richtig geile Unterkunft und jedes Wochenende gab’s ein Barbecue.


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Kokosnusspalmen & Karibikfeeling

Ein Highlight war die Ostküste: Fraser Island, Airlie Beach, Segeltörn zu den Whitsundays und Mission Beach – für mich war das einer der besten Orte auf meiner Work & Travel- Abenteuer-Tour: wunderschöner Strand und Kokosnusspalmen, so weit das Auge reicht. Ich habe in einem kleinen, familiären Hostel direkt am Strand gewohnt und eigentlich wollte ich auch nur zwei Tage dort bleiben. Am Ende war ich aber über eine Woche da, weil ich mich einfach nicht mehr von dem Karibikfeeling à la ‘Ich sitze den ganzen Tag am Strand unter Palmen und esse so viele selbst gepflückte Kokosnüsse, wie ich will’ loseisen konnte.

Über den Wolken – im freien Fall

An der Ostküste bin ich übrigens auch Fallschirm gesprungen. Waaaaaahnsinn! Beim Fall hat man eine atemberaubende Aussicht. Links das türkisblaue Meer, rechts tiefgrüner Regenwald und in der Mitte verläuft der weiße Sandstrand. Dazu habe ich mich natürlich auch noch an anderen halsbrecherischen Sportarten geübt: White Water Rafting im Tully River und natürlich – das darf nicht fehlen – mein Bungee Jump in Cairns! Ich war echt kreidebleich, aber sobald man unten ist, will man auch sofort wieder rauf und nochmal springen.

Bananen pflücken

Danach war erst mal Ebbe in meiner Reisekasse. Um hier Abhilfe zu schaffen, habe ich vier Monate auf einer Bananenfarm in Lakerland gearbeitet. Hier musste ich mich zum ‘Bananen- Humper’ hocharbeiten. Die Arbeit war anfangs zwar höllisch hart, aber nach einem Monat trägt man die 40-100 Kilogramm-Teile mit Links. Was natürlich immer noch eine kleine Herausforderung war, wenn die Bananen in vier Metern Höhe hingen und ich sie sozusagen fast aus dem freien Fall fangen musste. Na ja, ich hab’s überlebt und ich kann sagen, es war einfach nur richtig gut! Jedes Mal, wenn ich jetzt eine Banane esse,mache ich mir darüber Gedanken, wie viel Arbeit dahintersteckt und denke an die schwer schuftenden ‘humper’, die sie gepflückt haben.

Durch das Outback

Die letzten zwei Monate ging es dann mit einem 4-Wheel-Drive durch das australische Outback. Mitten durch die Pampa, weil uns der normale Highway zu langweilig war. Das war Natur pur, fernab der Zivilisation und die vielen fantastischen Nationalparks hatten wir fast immer nur für uns. Auch an den Devil’s Marbles haben wir einen Zwischenstopp eingelegt. Das ist eine heilige Stätte der Aborigines, der Ureinwohner von Australien, mitten in der Wüste. Sie liegt etwa 100 Kilometer südlich des Ortes Tennant Creek und umfasst einige tausend runde Granitfelsen. In Alice Springs – der einzigen größeren Stadt nahe dem geographischen Zentrum Aus - traliens, mindestens 1.500 Kilometer von allen größeren Städten entfernt – habe ich dann noch ein paar Freunde getroffen. Zum Abschluss ging es noch durch die kompletten West MacDonnall Ranges und dann im Flieger zurück nach Sydney. Einfach super! Australien, ich komme auf jeden Fall nochmal!

Lebenserfahrung und Erkenntnisse

Leider habe ich dennoch nicht alles von Australien sehen können – ein Jahr ist kürzer, als man denkt. Aber mein Aufenthalt in Down Under hat mir unzählige neue Lebenserfahrungen und -erkenntnisse gebracht. Insgesamt hat das Jahr mich sehr verändert: Ich bin nun viel offener anderen Menschen gegenüber und habe viel über mich selbst gelernt. Zum Beispiel, dass ich mich an einem für mich komplett fremden Ort durchschlagen und auch gewissermaßen für mich selbst sorgen kann – das hat mir viel Selbstvertrauen gegeben. Auch mein Englisch hat sich enorm verbessert. Außerdem habe ich viele neue Leute getroffen und eine Menge Freundschaften geschlossen. Aus tralien hat sich wirklich in jeder Hinsicht gelohnt und das Work & Travel-Jahr war einfach der Hammer!

Von: Christian Schubert


 

Du willst auch ein Jahr nach Australien?

Eine Checkliste für deine Work & Travel-Reise findest du hier:

Working-Holiday-Visum besorgen: Das ist nötig, um in Australien für bis zu zwölf Monate zu reisen und zu jobben. Dieses Dokument bekommt, wer bei Beantragung 18 bis 30 Jahre alt ist und einen Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel (5.000 australische Dollar) erbringen kann. Voraussetzung ist zudem, dass man die deutsche Staatsbürgerschaft oder die eines anderen Landes hat, das ein entsprechendes Visumsabkommen mit Australien unterhält.

Reisepaket mit Starterflug usw. buchen: Darin enthalten ist neben dem Flug, der Flughafentransfer, erste Hostelübernachtungen, Orientierungsveranstaltungen etc. Um möglichst viel Flexibilität zu haben, kaufen sich viele TravelWorker ein Auto vor Ort, aber auch Bus- und Bahnnetz sind in Australien gut ausgebaut. Bei einigen Strecken kommt man um Inlandsflüge allerdings kaum herum. Kleine Kostprobe der Distanzen: Sydney und Perth liegen über 4.000 Kliometer auseinander. Das sind wahlweise 64 Stunden Busfahrt oder fünf Stunden Flug.

Reiseroute grob abstecken: Landkarte besorgen und am besten Reiseziele abstecken. Australien erstreckt sich über drei Klimazonen – jede Zeit ist ist die perfekte Reisezeit. Möglichst wenig Gepäck mitnehmen: Auch wenn die Fluggesellschaften meist 20 Kilogramm Festgepäck zulassen, sind 14 Kilo Gepäck einfach zu viel. Denk dran, du musst alles selbst schleppen und schließlich kann man ja in Australien auch alles kaufen.

Wichtige Papiere immer parat haben: ggf. internationaler Führerschein, Lebenslauf in Englisch und in jedem Fall gut versichert sein.


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