rotes Haus hinter Palmen und Springbrunnen
Die Panteion-University als echter Hingucker Foto: Mandy Baumgärtner

Auslandssemester in Griechenland: Studieren in Athen

In der Taverne zu Lyramusik tanzen, Inseln erkunden und das entspannte Treiben genießen – Mandy kommt beim Erzählen von ihrem Erasmussemester in Athen ins Schwärmen

Als ich mein Auslandssemester in Athen antrat, hatte ich keine Ahnung, dass es die beste Entscheidung meines Lebens sein würde. Darum rate ich jedem, der die Möglichkeit hat, im Ausland zu studieren oder zu arbeiten, diese Chance nutzen, denn: Du kannst nur gewinnen! An neuen Erkenntnissen und Erfahrungen und daran, neue, wundervolle Leute kennenzulernen, die dir ihre Heimat als dein zweites Zuhause aufzeigen, von dem du dich später nur schwer wieder losreißen kannst. Doch um all das erleben zu können, musst du offen für Neues sein und Veränderungen in deinem bisherigen Leben zulassen.

Anderes Land, andere Sitten

In Deutschland läuft der Tag schon frühs in geregelten Bahnen – in Griechenland ist vor 10:00 Uhr nichts los, auch bedingt durch die sommerlichen Temperaturen. Die Griechen lassen sich nicht gerne hetzen. Doch davon solltest du dich nicht abschrecken lassen, sondern im Gegenteil versuchen, die griechische Gelassenheit anzunehmen. Gefrühstückt wird in Griechenland nie, aber dafür starten die Griechen ihren Tag immer mit einem Frappé, dem griechischen Eiskaffee. Ab 22:00 Uhr sind alle Restaurants proppenvoll. Auch hier lassen sich die Griechen niemals hetzen, schon gar nicht beim Essen. Sie nehmen sich Zeit fürs Essen und bei einem Ouzo geht es gerne auch mal feuchtfröhlich zu. Üblich ist, dass in den Tavernen griechische Livemusik auf einer Lyra gespielt wird. Dabei kann man gar nicht anders, als mitzutanzen.

Mein Alltag in Athen

Vor 12:00 Uhr musste ich nie in die Uni fahren, da die Professoren gerne erst nach einem gemütlichen Kaffeeplausch die Vorlesungen starten. Von außen betrachtet war meine Universität traumhaft schön: Die ›Panteion-University‹ wurde vor einigen Jahren restauriert. Als ich am ersten Tag ankam, begrüßten mich gleich am Eingang zwei prächtige Palmen. Im Inneren des Gebäudes mangelte es jedoch leider an einfachen Gegenständen wie Stühlen, Tischen, Kreide oder einer Klimaanlage. Da in Griechenland praktisch im März der Sommer beginnt, wurden die Vorlesungen oft nach draußen vertagt. Im Vergleich zum Studium an einer deutschen Hochschule hatte ich als Erasmusstudent viel weniger Arbeitsaufwand – ein Privileg. Und doch schaffte ich am Ende sehr gute Noten. Die Dozenten fördern es, dass Erasmusstudenten viel verreisen und sich das Land anschauen.

Verkehrsanbindung

Vom Athener Flughafen erreicht man mit dem Bus X95 in knapp einer Stunde die Innenstadt. Am Syntagma Platz angekommen, befinden sich das Parlament und der prachtvolle Nationalgarten, der zum Joggen unter Palmen einlädt. Ratsam ist, sich eine Monatskarte zu holen, da es am Syntagma Platz von Kontrolleuren nur so wimmelt und sie es gar nicht gerne sehen, wenn ausländische Studenten keine Fahrkarte besitzen!

Sehenswürdigkeiten in Athen

In der griechischen Hauptstadt warten die Schätze der Antike auf dich. Vom Akropolishügel mit dem Parthenon-Tempel ist der Ausblick über die griechische Metropole atemberaubend. Die Besichtigung der Akropolis sowie des Panathinaiko Stadiums, wo die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1986 stattfanden, ist ein Muss! In Athen gibt es vier U-Bahnlinien. Eine davon fährt direkt zum Hafen Piräus. Sobald du den U-Bahnhof verlässt, weht dir auch schon der Fischgeruch um die Nase. Von diesem Hafen fahren Fähren auf jede griechische Insel.

Perlen im Mittelmeer – die griechischen Inseln

Meine Empfehlung für Griechenland: Insel-Hopping. Für dieses Erlebnis brauchst du bei über 6.000 griechischen Inseln zwar etwas Zeit, aber dank der niedrigen Kosten nur einen kleinen Geldbeutel. Während meiner fünf Monate Auslandsaufenthalt in Griechenland habe ich mir insgesamt zehn Inseln angesehen. Santorini war eine davon. Sie ist Postkartenmotiv, sehenswert und meine Lieblingsinsel. Dort fand ich keine großen Hotelketten, sondern nur kleine Apartments, da fast jede Unterkunft auf dieser Insel einen Blick aufs Meer gewährleisten soll. Erkundet habe ich die Insel per Esel oder Scooter. An diesem Ort kommt die griechische Kultur und Mentalität ganz besonders zum Vorschein. Kein Stress, einfach nur die Seele baumeln lassen. Sehr schön fand ich den Aussichtspunkt Oia, eine perfekte Stelle, um den Sonnenuntergang zu genießen.

Mein letzter Inseltrip – und mein Geheimtipp – ist die Insel Zakynthos, verbunden mit einem Tagesausflug nach Kefalonia. Dort fühlte ich mich fast wie in Thailand oder in der Karibik. Türkisfarbenes Meer, weiße Strände, Schnorcheln, Riesenschildkröten beobachten, Tretboot fahren, Bungee Jumping, lange Strandspaziergänge oder auch einfach nur einen Scooter mieten und planlos drauf losfahren – dies ist nur eine kleine Auswahl von Möglichkeiten, die Zakynthos bietet.

Mein Fazit

Während ich meine Erinnerungen über die letzten fünf Monate aufschreibe, packt mich erneut das Fern- und Heimweh. Ich kann kaum in Worte fassen, was für eine wundervolle Zeit ich erlebt habe. Athen ist für mich wie eine zweite Heimat geworden. Das Gefühl, wenn du nach einer Weile eben nicht mehr als Tourist durch die Straßen läufst, sondern fast blind weißt, welche Abbiegung du zu nehmen hast oder dich im Restaurant auf der Landessprache unterhalten kannst, lässt dich spüren, alles richtig gemacht zu haben und Teil der griechischen Kultur zu sein.

Mandys Tipps

Das geht nur hier   Ein Live-Konzert im Amphitheater – Gänsehaut pur aufgrund des Klangs.

Lieber nicht   Taxi fahren. Die Taxifahrer ziehen Touristen gerne über den Tisch. Busse oder die neue Metro sind billig und modern.

Unbedingt probieren   Gyros Pita – eine leckere griechische Spezialität für unterwegs. Macht schnell süchtig!

Geheimtipp zum Ausgehen   Hotel Athens mit der Rooftop-Bar. Dort hast du einen wunderschönen Ausblick zur Akropolis.

Wichtigste Vokabeln   »Kalimera« = Guten Morgen  »Ti Kanis?« = Wie geht’s dir?  »Efcharisóo Poli« = Vielen Dank!

Das Anderswo

Athen ist nicht nur die Hauptstadt Griechenlands, sondern beherbergt mit 3,17 Millionen Einwohnern auch über ein Drittel aller Griechen. Die überwiegend weißen Häuser sind umgeben von Stränden, felsiger Küste und hohen Bergen. Die Wirtschaftskrise des Landes hat auch vor der bedeutendsten Metropole der Helenen nicht Halt gemacht – trotzdem haben die Griechen ihre Gastfreundlichkeit und ihr Lächeln nicht verloren. Das wichtigste Reiseutensil für Frauen: Flache Schuhe – denn Athen ist sehr hügelig und das Straßenbild durch Pflastersteine geprägt.


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