vier Studenten vor Tafel und Bildschirm in Kanada

Bye Bye Canada

Unglaublich - meine TravelWorks-Campus-Experience-Zeit als Stipendiat in Kanada, als Student am Greystone College, als „Gast-Sohn“ bei den Wongs ist fast um. Heute ist mein letzter Tag. Es heißt Abschied nehmen und Koffer packen, und ich kann euch sagen: Da ist auf alle Fälle Wehmut mit im Gepäck. Aber ansonsten quillt mein Koffer über vor tollen Erfahrungen, kuriosen Begegnungen und, ja auch das, spannenden Studieninhalten.

 

Das hätte ich vorher so gar nicht gedacht, auch für mich waren Betriebswirtschaft, Kommunikationsstrukturen und Psychologie ja gänzliches Neuland und ich kann sagen: das war richtig interessant! Durch die Einblicke am Greystone College liebäugle ich mittlerweile sogar mit einem Wirtschaftspsychologie-Studium. Womit bewiesen wäre, dass man bei so einem Auslandsaufenthalt nicht nur an Erfahrungen wächst, sondern auch den Horizont für zu Hause und die eigene Persönlichkeit erweitert. Im Rückgepäck habe ich außerdem unzählige Erinnerungen an all die netten Menschen, die ich kennen gelernt habe - nie hat es mir irgendwer schwer gemacht, in Kontakt zu kommen, alle Mitstudenten sind superaufgeschlossen und einfach nett.

Viele Erinnerungen an meinen brasilianischen Freund Augusto, mit dem ich so viele lustige Sachen unternommen habe und der ein ganzes Jahr am Greystone bleibt. An viele Abende in seinem Haus, das er sich mit einer schrägen Hippie-Gruppe, die dort im Keller wohnt, Carlos, dem Mexikaner, Mercedes, die nette Fahrradverleiherin und drei verrückten, aber megalieben Hunden teilt. Durch Augusto habe ich erstmals verstanden, dass es nicht so selbstverständlich ist, eine „Heimat“ zu haben und schon gleich gar keine, in die man gerne zurückgeht und in der man leben will. Denn die meisten Brasilianer, die ich kennen gelernt habe, möchten nicht zurück zu ihren Wurzeln, denn Armut, keine Jobs und wenig Lebensqualität machen das Leben dort schwer und sie versuchen, sich in Kanada eine neue, lebenswertere Existenz aufzubauen.

Durch seine Brille gesehen, wurde mir klar, wie viele gute Perspektiven wir in Deutschland haben - auch eine interessante Erkenntnis. Ich habe auch im Gepäck die Erinnerung an meine wirklich nette und familiäre Gastfamilie, meinen italienischen Gastbruder Davide, der zwar selten da, aber wenn anwesend, dann sehr nett war. Ich habe gelernt, wie es ist, warm aufgenommen zu werden und dass man auch weit weg vom eigenen Elternhaus sich nicht ‚alleine‘ zu fühlen braucht. Ich bringe wunderbare Erinnerungen mit an Vancouver, seine Parks und die Radeleien am Wasser entlang, an Pizza, Burger und Frappucino. Natürlich hab ich auch mein Diplom vom College im Gepäck, da bin ich schon auch ein bisschen stolz drauf, denn ich musste schon was dafür tun.

Ich habe gelernt, auf Englisch in Gruppen zu arbeiten, zu präsentieren und mehr als in meiner Gymnasialzeit in Deutschland zielgerichtet zu arbeiten und nicht alle erst auf den allerletzten Drücker zu machen - da kann ich für mein Studium in Deutschland auf alle Fälle drauf aufbauen :-). Allen, die mit einer "Campus Experience" liebäugeln, kann ich nur raten: Macht’s! Ihr werdet ‚reicher‘ nach Hause kommen und mindestens eine ebenso tolle Zeit erleben wie ich! 


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