Reisepass, Wein, Lupe liegen auf Weltkarte

Erasmus wird 30: So wird dein Auslandsaufenthalt zum Erfolg

Erasmus wird 30! Grund genug, bei Richard Kühnel, Vertreter der EU-Kommission in Deutschland, nachzufragen, was das Besondere am Programm für junge Menschen mit Fernweh ist – und wie dein Aufenthalt zum Erfolg wird

Herr Kühnel, was ist Erasmus+ genau?

Erasmus+ ist heute das weltweit größte Austauschprogramm für Auslandsaufenthalte von Studenten, Azubis und Lehrern. Über Erasmus+ können Menschen aus ganz Europa unterschiedliche Kulturen erfahren und sich so aus ihrer Komfortzone locken lassen.

Wie hat sich das Programm im Laufe der Zeit entwickelt?

Es hat klein begonnen: Im ersten Jahr, 1987, gab es 3.200 Pioniere. 2015 nahmen 678.000 Menschen teil. Zunächst ging es um den Austausch von Studenten, später kamen aber etwa auch Auszubildende, Praktikanten und junge Unternehmer hinzu. Seit 1987 haben neun Millionen junge Leute teilgenommen, davon 1,3 Millionen aus Deutschland.

Ist der europäische Gedanke noch so entscheidend?

Ja. Gerade heute, da die verbindende europäische Identität gestärkt werden muss, eröffnet Erasmus+ allen gesellschaftlichen Gruppen die Chance, direkt an Europa teilzuhaben und ihre eigenen Erfahrungen zu machen.

Wie wird das Angebot in Zukunft aussehen?

Erasmus+ wächst und wird noch um weitere Bausteine ergänzt, neu sind bereits ErasmusPro für längerfristige Arbeitspraktika von Auszubildenden und Erasmus für Jungunternehmer. Wie das Programm zukünftig gestaltet werden soll, können auch Studierende aktiv mitbestimmen unter app.wetipp.com/erasmusplusgeneration.

Damit der Auslandsaufenthalt zum Erfolg wird, ist es wichtig, …

dass die Studierenden bereit sind, hundertprozentig in das Abenteuer und die neue Welt einzutauchen. Alltag kehrt so gut wie nie ein während eines Erasmus-Stipendiums, immer wieder sind kleine alltägliche Herausforderungen zu meistern. Die Hauptsache ist, das Austauschstudenten Freundschaften schließen und begreifen, wie die Menschen im Land ticken und was sie bewegt. Dabei kann die Gasthochschule oft mit Erasmus-Clubs oder uniinternen Veranstaltungen helfen.

Worin besteht der Mehrwert des Programms – für Studenten und für Europa?

Nur auf direktem, unmittelbarem Weg lassen sich eigene Erfahrungen machen, die Menschen ihr ganzes Leben über prägen und damit ein Verständnis für gelebte Vielfalt schaffen. Über Erasmus+ gelingt das ziemlich gut: 83 Prozent der ins Ausland gegangenen Studierenden erklären, sie fühlen sich nach ihrem Aufenthalt mehr als Bürger Europas. Erasmus ist eine Schule für modernes Europäertum.


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