Bewerbungsmappe mit Kugelschreiber
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6 Bewerbungstipps für deinen Start ins Berufsleben

Von der Bewerbungsmappe bis zum Vorstellungsgespräch – Hier findest du die besten Bewerbungstipps für deinen reibungslosen Berufseinstieg

1. Im Fall einer klassischen Bewerbung: Hochwertige Bewerbungsmappe verwenden

Spar nicht an der Bewerbungsmappe! Eine edle Pappmappe fällt positiv auf. Das zeigt, dass dir der angestrebte Job wirklich etwas wert ist und du bereit bist, auch in deine berufliche Zukunft zu investieren. Für Personalentscheider ist das ein wichtiges Kriterium, denn wer eine hochwertige und schicke Bewerbungsmappe verwendet, setzt auf Klasse statt auf Masse. Ideal ist ein Klemmhefter: So kann der Personalentscheider deine Unterlagen leicht herausnehmen und bequem wieder zurückstecken. Bei der Farbauswahl entscheidest du dich am besten gegen grelle Farben. Schwarz, Dunkelblau oder -rot eignen sich prima.

2. Verfasse ein überzeugendes Bewerbungsanschreiben

Das Bewerbungsanschreiben ist das erste, was ein Personalentscheider sieht. Dein Bewerbungsanschreiben sollte demnach vor allem übersichtlich sein.

Im Bewerbungsanschreiben bringst du deine Motivation und Persönlichkeit zum Ausdruck. Deine Aufgabe ist es, die Aufmerksamkeit des Personalentscheiders zu wecken und ihm zu verdeutlichen, warum du dich für die Stelle interessierst, was dich qualifiziert und welchen Mehrwert du für das Unternehmen bringst.

Auf keinen Fall solltest du im Bewerbungsanschreiben nur die Höhepunkte deiner Biografie aufzählen. Dein Ziel ist es, ein Plädoyer für dich selbst zu verfassen, welches deine Leistungen, Erfolge und Erfahrungen beinhaltet. Als Absolvent bieten sich hier etwa deine Studienschwerpunkte an, Berufserfahrene heben erfolgreiche Projekte und ihre bisherige Position in den Vordergrund. Auch deine sozialen Kompetenzen sollten nicht zu kurz kommen, darauf achten Personaler besonders. Wähle beim Schreiben keine abgedroschenen Formulierungen: Soft-Skills wie Team- und Konfliktfähigkeit aufzuzählen ist schlecht. Belege diese Fertigkeiten mit kurzen Geschichten – etwa zu Gruppenarbeiten während deines Studiums oder auch zu deinem ehrenamtlichen Engagement.

Der Aufbau eines Bewerbungsanschreibens

Ein gutes Bewerbungsschreiben umfasst vier Themenschwerpunkte: Einleitung, Hauptteil, Unternehmensbezug und Schluss. Im Einleitungssatz nimmst du am besten Bezug auf die ausgeschriebene Stelle. Der Hauptteil umfasst vor allem Eigenmarketing. Hier arbeitest du heraus, warum du genau der richtige Kandidat für die ausgeschriebene Stelle bist. Anschließend stellst du einen Unternehmensbezug her – etwa indem du die Frage „Warum hast du dich ausgerechnet bei diesem Unternehmen beworben?“ beantwortest. Im Schlussteil hebst du nochmals hervor, dass du dich über ein persönliches Gespräch sehr freuen würdest und bedankst dich für das Interesse an dir.

3. Nutze ein kompetent wirkendes Bewerbungsfoto

Seit dem Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ist das Bewerbungsfoto ein Element deiner Bewerbung, das du auch weglassen kannst. Dennoch solltest du ein Foto in deine Bewerbung integrieren – außer natürlich, der Arbeitgeber fordert explizit dazu auf, das Bewerbungsfoto wegzulassen. Personalentscheider nutzen das Foto nach wie vor sehr gerne, um sich ein Bild von den Bewerbern zu machen. Dabei fließen verschiedene Faktoren in den persönlichen Eindruck ein: Mimik, Lächeln, Kleidung, Hintergrund, Qualität. Am besten lässt du das Bewerbungsfoto von einem Fotografen machen – unter keinen Umständen sollte es ein Urlaubsfoto oder ein Bild aus dem Automaten sein.

Wo sich das Bewerbungsfoto in deinen Bewerbungsunterlagen befinden sollte

Platziere dein Foto im oberen Bereich auf das erste Blatt des Lebenslaufs. Ob rechts oder links, hängt vom Layout des Lebenslaufs und von der Blickrichtung ab. Die gängige Faustregel besagt, dass der Blick immer in die Seite hinein gerichtet sein sollte.

Wer das Foto digital in den Lebenslauf integriert, sollte darauf achten:

  • eine möglichst hohe Auflösung zu wählen.
  • möglichst fototaugliches Papier zu verwenden.

4. Erstelle einen übersichtlichen Lebenslauf

Ein tabellarischer Lebenslauf ist heute Standard. Das wichtigste Kriterium, das er erfüllen sollte, ist Übersichtlichkeit: Links stehen die Zeitangaben, rechts die Stationen und Positionen. Viele Personalentscheider investieren nämlich kaum weniger als fünf Minuten für die Lektüre und müssen dabei deinen Werdegang dennoch schnell erfassen können. Alle für den Job relevanten Fakten müssen dem Personaler also sofort ins Auge springen.

Dein Lebenslauf sollte deshalb zwingend folgende Informationen enthalten: persönliche Daten (Name, Geburtstag und -ort, Anschrift, Familienstand, Staatsangehörigkeit), Ausbildung, Berufserfahrung, besondere Qualifikationen (Weiterbildung, Kenntnisse, Fähigkeiten, Sprachen), Interessen (Mitgliedschaften, soziale Dienste, Hobbies). Das alles möglichst lückenlos und zeitlich exakt eingeordnet. Dabei reichen Monatsangaben in der Regel aus:

10/2015 – 07/2018 Studium im Fach Elektro- und Informationstechnik an der Technischen Universität München.

Formal muss der Lebenslauf übrigens mit Ort, Datum und einer Unterschrift versehen werden. Damit ist er eine Urkunde, was bedeutet, dass bewusst falsche Angaben unter Urkundenfälschung und Betrug fallen und sogar eine Kündigung zur Folge haben können.

5. Verwende hochwertiges Papier für deine Bewerbungsmappe

Personaler sind und bleiben auch nur Menschen. Machen wir ein kleines Gedankenexperiment: Angenommen auf deinem Tisch liegen zwei Bewerbungen. Eine in einer Plastikmappe, die preiswertes Kopierpapier enthält und die andere in einer eleganten Pappmappe samt hochwertigem Papier. Welche Bewerbung würdest du zuerst lesen? Klar, die hochwertige. Wie alle Menschen reagieren auch Personaler auf Optik und Haptik. Ganz nach dem Motto: Was schon hochwertig aussieht, muss auch inhaltlich hochwertig sein. Deshalb solltest du unter keinen Umständen am Papier sparen. Die Blätter sollten keine Flecken oder Knicke haben und der Druck sollte scharf sein. Hier eignet sich Laserdruck am besten.

6. Bereite dich auf das Vorstellungsgespräch vor

Den richtigen Termin für das Vorstellungsgespräch wählen

Nimm immer den späteren Termin fürs Vorstellungsgespräch, wenn dir mehrere angeboten werden. Der Grund: Juroren, in dem Fall sind es die Personalverantwortlichen, vergeben bessere Noten, je weiter ein Wettbewerb voranschreitet. Diesen Effekt erforschte eine Psychologin der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh, Pennsylvania. Demnach hat der Interviewer beim ersten Bewerber noch keine Vergleichsmöglichkeit, beim zweiten ist er dann besonders aufmerksam und prüfend und je näher das Auswahlende kommt, desto milder wird sein Urteil.

Einige Ratgeber empfehlen daher den Termin im Idealfall auf einen Mittwoch oder Donnerstag zu legen. Hingegen ungünstig seien Mon- und Freitage: Am Wochenanfang könnte dem Personaler noch ein lausiges Wochenende nachklingen und freitags sind viele schon ab mittags gedanklich im Wochenende. Als Idealtermin gilt der Donnerstagvormittag gegen 10.00 Uhr. Die Woche neigt sich dann schon langsam dem Ende zu, aber vormittags sind alle Beteiligten noch frisch.

Im Vorstellungsgespräch zur eigenen Nervosität stehen

Dass du im Jobinterview nervös bist, ist völlig normal. Authentizität kommt wesentlich besser an als eine aufgesetzte coole Fassade. Wenn du im Gespräch also ins Stocken gerätst und den roten Faden verlierst, gib ruhig offen zu, dass du etwas nervös bist. So eine Situation kannst du übrigens mit etwas Charme auch positiv für dich nutzen. Beispielsweise so:

„Entschuldigung, jetzt habe ich den Faden verloren. Da sehen Sie mal, wie wichtig mir der Job ist, so nervös bin ich.“

Achte auf die Körpersprache(https://www.audimax.de/vorstellungsgespraech/selbstpraesentation/your-body-talks-was-deine-koerpersprache-ueber-dich-aussagt/) deines Gegenübers

Anzeichen dafür, dass sich der Interviewer langweilt sind zum Beispiel: ein immer öfter abschweifender Blick, häufiger Sitzpositionswechsel und wenn er sich kaum noch Notizen macht. In diesem Fall kann es dir mit durch die sogenannte Spiegeltechnik wieder gelingen, eine Verbindung zum Gesprächspartner aufzubauen. Ahme dafür die Körpersprache deines Gegenübers mit viel Feingefühl nach. Auf keinen Fall solltest du den Interviewer nachäffen! Damit signalisierst du ihm unterbewusst, dass ihr euch ähnlicher seid als er denkt und das erzeugt Sympathie.

Bereite Fragen fürs Vorstellungsgespräch vor

Die meisten Bewerbungsgespräche gliedern sich in fünf Phasen: Smalltalk, Kennenlernen, Selbstpräsentation, Rückfragen, Schluss. Als Bewerber solltest du nicht außer Acht lassen, dass nicht nur der Interviewer fragt. Wer versucht, nur durch richtige Antworten zu überzeugen, betrachtet das Vorstellungsgespräch aus einem völlig falschen Blickwinkel. Behalte deshalb immer im Hinterkopf: Auch für dich geht es darum herauszufinden, ob du selbst zu dem Unternehmen passt. Deshalb solltest du das Bewerbungsgespräch zum Dialog nutzen und auch im Anschluss einige clevere Rückfragen stellen. Das signalisiert Eigeninitiative und Selbstbewusstsein. Hier eignen sich vor allem offene Fragen, die den Gesprächspartner zu einer umfangreichen Antwort animieren und verhindern, dass er mit einem kurzen „Ja“ oder „Nein“ antwortet.

Fünf clevere (offene) Rückfragen fürs Bewerbungsgespräch wären zum Beispiel:

  •  Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?
  • Wie wird Leistung bei Ihnen gemessen und bewertet?
  • Wie fördern Sie die Talente und Stärken Ihrer Mitarbeiter?
  • Welche Erwartungen haben Sie an den Kandidaten in der Position?
  • Wann kann ich mit Ihrer Entscheidung rechnen?

So bringst du den Personalentscheider dazu, selbst etwas zu erzählen und machst aus dem Interview einen spannenden Dialog.

Sende im Anschluss an das Bewerbungsgespräch ein Dankschreiben

Nach einem Bewerbungsgespräch bedanken sich nur etwa drei von 100 Bewerbern in einer schriftlichen Nachricht. Dabei ist das eine gute Gelegenheit sich nochmal von der Masse abzuheben! Betone in dem Dankschreiben, dass du das Gespräch als anregend empfunden hast und es dir nochmal verdeutlicht hat, wie gut die Anstellung zu dir passt und wie gerne du für das Unternehmen arbeiten möchtest. Das Schreiben sollte nicht länger als eine halbe Seite sein und natürlich auch ein Dankeschön für das nette Interview beinhalten.


Unser Extra-Tipp zur Online Bewerbung

50 Prozent der offenen Stellen werden heute über das Internet besetzt – Stichwort Online-Bewerbung oder E-Mail-Bewerbung. Wer sich elektronisch bewirbt, muss allerdings auch anderen Regeln folgen: In der Betreffzeile der E-Mail-Bewerbung solltest du kurze, prägnante Schlagworte verwenden – etwa so: „Bewerbung als Testingenieur / Ihre Anzeige“. Umgangsformen, Grammatik und Orthographie müssen stimmen, ein lockerer Umgangston in deiner E-Mail ist ein Bewerbungskiller.

Wo auch immer bei der Online-Bewerbung Freitextfelder stehen, solltest du die Gelegenheit nutzen, um einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Trage den Text dafür aber bitte nicht spontan ein, sondern schreib ihn in Ruhe vor. Sonst ist die Gefahr hoch, dass sich Fehler einschleichen. Lade Anhänge immer als PDF hoch, damit keine Formatierungen verloren gehen. Besonders bei Sonderzeichen ist Vorsicht geboten: Beispielsweise kann schon ein Euro-Symbol für Verwirrung sorgen, wenn nämlich die Programmversion des Empfängers es durch ein anderes Zeichen ersetzt. Deshalb: Lieber keine Sonderzeichen verwenden.


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