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Anruf vom Headhunter – Ruhig bleiben und Job sichern!

Vor dem Anruf eines Headhunters haben viele Angst – völlig unbegründet! Nimm die Chance an, aber bereite dich gut auf das Gespräch vor. Mit diesem Artikel kannst du beim Gespräch mit ihm richtig punkten! Klick dich rein.

Headhunter – Was ist das?

Das Wort ›Headhunter‹ kommt aus dem Englischen und heißt wörtlich übersetzt ›Kopfjäger‹. Ein Headhunter sucht im Auftrag von Unternehmen nach qualifizierten Arbeitskräften – also schlauen Köpfen. Er hat ein gutes Verständnis dafür, welche Anforderungen sein Auftraggeber an neue Arbeitskräfte stellt und welche Stellen zu besetzen sind. Den Bewerber- und Arbeitsmarkt hat er stets im Blick und nutzt unter anderem Lebenslaufdatenbanken und Plattformen wie LinkedIn und Xing.

Für dich springt bei einem Anruf eines Headhunters nicht garantiert ein neuer Job heraus. Oft melden sich Headhunter auch dann, wenn sie dich interessant für zukünftige Aufträge finden. Sie rufen unverbindlich an und nehmen dich in ihre persönliche Datenbank auf.

Leider ist die Berufsbezeichnung nicht geschützt und jeder Personaler kann sich ›Headhunter‹ auf die Fahne schreiben. Deshalb tummeln sich schwarze Schafe unter den Anrufern. Ist deiner seriös? Der Headhunter sollte dir bereitwillig seinen Namen, eine Telefonnummer und die Agentur, für die er tätig ist, nennen. Auch Angaben zu der potentiellen Jobchance sollte er machen können. Gute Headhunter kennen ihre Auftraggeber aus langjähriger Zusammenarbeit und können dir viele Fragen beantworten. Ist dein Anrufer nicht bereit Angaben über seine Person oder grobe Abrisse über die zu vergebende Position zu machen, solltest du vorsichtig sein!

Anruf von Headhunter – Der Erstkontakt

Der erste Anruf des Headhunters kann dich auch an deinem Arbeitsplatz erreichen. Das ist laut einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2004 erlaubt. Persönlich vorbeischauen darf der Recruiter aber nicht! Auch gibt es Vorgaben für dieses erste Telefonat. Es soll nur der ersten Kontaktaufnahme dienen.

Der Headhunter darf sich vorstellen, sein Anliegen vorbringen, die Stelle kurz beschreiben und anfragen, ob du generell Interesse an einem Jobwechsel hast. Oft kommt gleich zu Anfang die Frage ›Können Sie gerade frei sprechen?‹. Nutze die Gelegenheit und behandle das Gespräch wie jeden anderen Anruf eines Kunden. Notiere Name und Rufnummer und vertröste den ›Kunden‹ entspannt auf einen passenderen Moment oder vereinbare einen konkreten Gesprächstermin. Nutze die Zeit bis zum Rückruf um dich vorzubereiten.

Die Anfrage des Headhunters kann auch per E-Mail kommen. Jetzt kannst du dir das gelieferte Stellenangebot in Ruhe ansehen. Das suchende Unternehmen wird hier übrigens oft noch nicht genannt. Du meldest dich am besten telefonisch beim Headhunter zurück. Das bringt dir einen Zeitvorteil gegenüber anderen Bewerbern und hinterlässt einen guten Eindruck.

Anruf vom Headhunter – So solltest du vorgehen

  1. Sorge für eine ruhige Gesprächsatmosphäre und schließe Störfaktoren aus.

  2. Lege deinen Lebenslauf zurecht, damit du auf Fragen zu deinem bisherigen beruflichen Werdegang zügig antworten kannst. Block und Stift für Notizen sollten griffbereit sein.

  3. Bereite dich auf Fragen des Headhunters vor. Weiter unten im Artikel findest du typische Fragen, die gestellt werden könnten. Bereite zusätzlich Rückfragen deinerseits vor.

  4. Hast du den Headhunter in der Leitung, hörst du erst einmal zu. Was genau wird gesucht? Wie ist das weitere Vorgehen?

  5. Bleibe entspannt aber aufmerksam. Stelle Rückfragen und mach dir Notizen.

  6. Hat der Headhunter Interesse, wird er ein persönliches Treffen vorschlagen. Ein Headhunter möchte nicht nur Fachwissen, sondern auch Soft-Skills, wie soziale Fähigkeiten, prüfen.

  7. Frage vor dem Auflegen nach dem weiteren Vorgehen – besonders wenn gegenseitiges Interesse geäußert wurde.

Anruf vom Headhunter – Nachbereitung des Gesprächs

Ist das Telefonat beendet, solltest du in Kontakt bleiben: Zu einem Anruf des Headhunters gehört eine gute Nachbereitung. Es gilt nachhaltig zu überzeugen. Wie das funktioniert?

  • Schreibe ein Dankschreiben – egal, wie das Gespräch ausging.
  • Frage nach Feedback – besonders wenn dich der Headhunter abgelehnt hat. Er ist absoluter Profi. Seine Tipps können dir auf deinem Karriereweg weiterhelfen.
  • Bleibe im Kontakt – Vor allem mit Headhuntern, die auf deine Branche spezialisiert sind, solltest du dich beispielsweise über LinkedIn und Xing vernetzen.

Verhalten beim Anruf vom Headhunter – Das ist tabu!

  • Schlecht über den derzeitigen Arbeitgeber sprechen. Äußerst du dich negativ über deinen Arbeitgeber wirkt das unprofessionell und der Headhunter streicht dich von seiner Liste. Er muss damit rechnen, dass du dich genauso negativ über deinen zukünftigen Arbeitgeber äußern wirst – seinen Auftraggeber! Das würde auf ihn zurückfallen.
  • Zu ausschweifend und arrogant antworten. Verhalte dich professionell. Bleibe höflich und antworte prägnant und aussagekräftig auf Fragen.
  • Nach dem genauen Gehalt fragen. Besser: Frage nach einer Größenordnung, in der sich das Gehalt bei einem Wechsel befinden würde. Rede mit dem Headhunter aber offen über Geld. Er muss wissen, ab welcher Gehaltshöhe ein Wechsel für dich in Frage kommt.
  • Die überraschte Nachfrage, wie der Headhunter auf dich gekommen ist. Das zeigt, dass du unerfahren bist und dir deiner Fähigkeiten nicht bewusst bist – oder diese nicht besitzt.
  • Einen Wechsel sofort ausschlagen. In diesem Fall wird dich der Headhunter nicht in seine persönliche Datenbank aufnehmen und deine zukünftigen Chancen sind vertan.

Anruf vom Headhunter – Typische Fragen

Bei einem Gespräch mit dem Headhunter kannst du mit den üblichen Fragen rechnen, die in einem Vorstellungsgespräch gestellt werden. Zusätzlich könnten diese Fragen gestellt werden:

  • ›Was ist deine Wechselmotivation?‹ Versuche aktiv hin zu deiner neuen Chance zu formulieren und nicht passiv weg vom aktuellen Unternehmen.
  • ›Was war dein größter Erfolg und wie hast du diesen erreicht? Was war deine größte Herausforderung und wie hast du diese bewältigt?‹
  • ›Was sind deine Qualifikationen?‹ Natürlich hast du deinen Lebenslauf im Kopf. Der Headhunter möchte aber diesen nicht vorgetragen bekommen. Belege deine Kompetenzen mit Beispielen aus vergangenen Projekten.
  • ›Erzählen Sie etwas von sich.‹ Hierfür solltest du eine kurze etwa zweiminütige Selbstpräsentation deiner selbst parat haben.
  • ›Wärst du bereit für diese Position umzuziehen?‹

Anruf vom Headhunter – Welche Fragen du stellen solltest:

Nachfragen deinerseits sind ausdrücklich zu empfehlen. Diese zeigen, dass du wirklich Interesse hast. Was du fragen könntest:

  • Wo befindet sich der Arbeitsort? Wie sieht die Parkplatzsituation aus?
  • In welchem Bereich liegt das Gehalt?
  • Wie verläuft die Einarbeitung?
  • Wie groß ist das Unternehmen? Wie groß ist das Team in dem du tätig sein wirst?
  • Was sind deine Kernaufgaben? Bist du allein für diese Aufgaben zuständig? Hast du Führungsverantwortung? Wem bist du unterstellt?
  • Welche Ziele sollst du an deinem neuen Arbeitsplatz erreichen?
  • Warum ist die Stelle zu besetzen? Wie lange ist sie bereits unbesetzt?
  • Ist der Arbeitsvertrag unbefristet?
  • Falls du doch nicht überzeugen konntest: Wie sehen deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus?  Welche Ratschläge würde er dir geben?

Anruf von Headhunter – So machst du auf dich aufmerksam!

Bei dir hat sich noch kein Headhunter gemeldet? Vielleicht bis du bisher noch nicht auf dem Radar aufgetaucht. Um auf dich aufmerksam zu machen solltest du dich gut vernetzen. Gelegenheiten dafür bieten Profile auf Netzwerken wie Xing und LinkedIn. Du solltest jedoch auf deinen gesamten Auftritt in der digitalen Welt achten.

Anruf beim Headhunter – einfach selbst anrufen

Du bist jetzt perfekt darauf vorbereitet falls sich ein Headhunter bei dir meldet – und es meldet sich einfach niemand! Kann man den Spieß auch umdrehen? Auf jeden Fall! Du kannst dich initiativ beim Headhunter melden. Rechne jedoch nicht damit, dass dieser zufällig eine passende Stelle zu besetzen hat. Dieser Anruf ist eine langfristige Investition. Falls du im Gespräch überzeugen kannst, behält dich der Headhunter im Hinterkopf. Streue deine Anfrage aber nicht zu breit. Auch Recruiter sind untereinander vernetzt. Meldest du dich bei zu vielen mit deiner Jobsuche wirkt das unprofessionell und verzweifelt.


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